
Thailand macht Spaß und viel geht dort durch, weil die Einheimischen einfach sehr locker drauf sind – ‚Sabai Sabai‘, wie man so schön sagt. Aber es gibt Dinge, mit denen man für reichlich Ärger sorgen kann.
Das größte Vergehen ist, schlecht über die königliche Familie zu sprechen, und danach kommt auch schon ziemlich schnell Glücksspiel. Die einzige erlaubte Form von Glücksspiel in Thailand sind die Lotterie und einige Pferderennen, alles andere ist schlichtweg verboten. Es ist sogar verboten, mit mehr als zwei Kartendecks im Gepäck im Land unterwegs zu sein.
Kurzfristig konnte man beobachten, dass Thailand sich im Sommer dem Pokerspiel stärker öffnete, und es waren sogar Gespräche im Raum über die Öffnung von Casinos für Ausländer – so, wie es viele asiatische Länder auch tun. Aber mit neuer politischer Führung wurde diese Tür einfach komplett wieder zugeschlagen.
Es bleibt komplett illegal, live oder online, in Thailand dem Glücksspiel nachzugehen, und da zählt nun leider auch Poker dazu.
Und dennoch lassen sich Besucher dieses wunderschönen Landes doch öfter dazu hinreißen, sich zu Poker-Runden zu treffen, und wundern sich dann, wenn die Polizei vor der Tür steht.

Razzia auf Koh Phangan: Touristenpolizei sprengt privates Poker-Spiel
Auf Koh Phangan, einer der beliebtesten Touristeninseln, hat die thailändische Touristenpolizei ein improvisiertes Pokerzimmer in einem Miethaus ausgehoben. Am späten Abend rückten die Beamten an, nachdem ein Hinweis auf illegales Glücksspiel eingegangen war.
Vor dem Gebäude fielen ihnen mehrere abgestellte Motorräder auf, und durch einen schmalen Spalt im Vorhang konnten Ermittler beobachten, wie im Inneren Karten verteilt wurden. Nach kurzer Videoüberwachung erfolgte der Zugriff.
Zehn ausländische Spieler wurden überrascht: sechs Russen, dazu ein Rumäne, ein Israeli, ein Deutscher und ein Brite. Der Tisch war komplett ausgestattet – mehrere Kartendecks, Chips und eine automatische Mischmaschine lagen bereit.
Als mutmaßlicher Gastgeber gilt der 36-jährige Russe Anton Kozko, der das Ferienhaus monatsweise gemietet hatte und nach eigener Aussage Freunde über Telefon und Messenger zu den Runden einlud.
In einer Gürteltasche trug er knapp 135.000 Baht (ca. €3.600) bei sich, die laut Polizei für den Umtausch in Spielchips vorgesehen waren. Das gesamte Equipment sowie das Bargeld wurden beschlagnahmt. Alle Beteiligten wurden auf die Polizeiwache gebracht und wegen illegalen Glücksspiels angezeigt; Kozko muss zusätzlich mit einer Anklage als Organisator rechnen.
Politischer Kurswechsel verschärft Risiko für Spieler
Behörden erinnern Touristen immer wieder daran, dass selbst private Runden strafbar sind, eine Warnung, die angesichts regelmäßiger Einsätze wie diesem zunehmend Nachdruck erhält. Die Szene auf Koh Phangan ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell vermeintlich harmlose Spiele in Thailand zur strafrechtlichen Angelegenheit werden können.
Es wäre doch schade, es sich mit diesem Land zu verscherzen…








