WSOPC-Drama – Warum musste King’s-Mitarbeiter Kabrhels Chips eintüten?

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Martin Kabrhel (CZE)

Als der Turniertag im WSOP Circuit Mini Main Event Tag 1C im King’s Resort Rozvadov beendet war und der übliche Bag-and-Tag-Prozess begann, verließ Martin Kabrhel seinen Tisch – ohne seine Chips selbst einzutüten. Stattdessen musste ein Mitarbeiter des King’s Resort den gesamten Vorgang für ihn übernehmen: Chips zählen, eintüten, sichern.

Was in diesem Fall fehlte, war jede Form einer offensichtlichen Ausnahmesituation. Es lag offenbar weder ein medizinischer Notfall noch ein anderweitig erklärbarer Grund vor, der dies gerechtfertigt hätte. Genau das sorgte bei Spielern in unmittelbarer Nähe für Verwunderung – und bei anderen für offene Irritation.

Ein ungewohnter Anblick am Turnierende

In der Turnierpraxis ist der Ablauf normalerweise eindeutig. Jeder Spieler ist selbst dafür verantwortlich, seinen Stack zu zählen, korrekt zu baggen und den Chipbeutel zu unterschreiben. Dieser Prozess geschieht bewusst am Tisch, unter Aufsicht des Dealers oder Floors, um maximale Transparenz zu gewährleisten. Dass ein Spieler den Tisch einfach verlässt, während das Personal diese Aufgabe übernimmt, ist zumindest kein alltäglicher Anblick.

Gerade bei großen Turnieren wie einem WSOPC-Event sind diese Routinen mehr als bloße Formalitäten. Sie sind Teil des stillschweigenden Vertrags zwischen Veranstalter und Spielern, dass alle unter denselben Bedingungen antreten – unabhängig von Name, Bekanntheitsgrad oder Vergangenheit.

Kabrhels herrenloser Stack muss von King’s Mitarbeiter eingetütet werden

Was die Regeln hergeben – und was nicht

Ein Blick in die offiziellen WSOP-Turnierregeln liefert keine eindeutige Antwort. Es gibt keinen expliziten Passus, der einem Spieler erlaubt, den Bag-and-Tag-Prozess vollständig dem Staff zu überlassen. Gleichzeitig existiert aber auch keine Regel, die dieses Verhalten automatisch sanktioniert.

Stattdessen liegt die Entscheidung im Ermessensspielraum der Turnierleitung. In Ausnahmefällen dürfen Mitarbeiter Chips für einen Spieler eintüten. Diese Möglichkeit ist jedoch als Ausnahme gedacht, nicht als regulärer Ablauf – und vor allem nicht als stillschweigend akzeptierte Option für alle.

Genau hier beginnt die Grauzone. Regeltechnisch ist das Vorgehen schwer angreifbar, praktisch wirkt es dennoch wie ein Bruch mit dem gewohnten Ablauf, den tausende Spieler aus unzähligen Turnieren kennen.

Die Perspektive der anderen Spieler

Für viele Anwesende stellte sich weniger die Frage, ob Kabrhel einen Regelverstoß begangen hat, sondern vielmehr, warum diese Ausnahme überhaupt zugelassen wurde – und ob sie auch für andere gegolten hätte. Ohne eine offizielle Kommunikation der Turnierleitung bleibt unklar, ob es sich um einen einmaligen Sonderfall handelte oder um eine stillschweigend geduldete Abweichung vom Standard.

Gerade in einem Umfeld, in dem Vertrauen und Gleichbehandlung essenziell sind, kann bereits der Eindruck unterschiedlicher Maßstäbe für Unruhe sorgen. Der Vorfall zeigt, wie schnell selbst formale Details zum Gesprächsthema werden, wenn sie nicht klar eingeordnet werden – besonders bei einem polarisierenden Spieler wie Martin Kabrhel.

2 Kommentare

  1. Ich bleibe dabei, wer sich nicht benimmt und permanent sich unsportlich verhält muss gesperrt werden. Martin Kabrhel ist in meinen Augen Asozial.

  2. Martin Kabrhel sollte für sein Verhalten grundsätzlich gesperrt werden, wieviel Augen will man noch zudrücken

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