Ambassador-Chaos: WPT Global unter massivem Druck

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Die Pokerwelt diskutiert erneut über Integrität, Vorbildfunktion und unglückliche Entscheidungen auf Operator-Seite. Im Zentrum der aktuellen Debatte steht WPT Global – und ein Ambassador-Signing, das weitreichendere Folgen hatte als offenbar geplant.

Auslöser ist die Verpflichtung vom chinesischen Pro Tony ‚Ren‘ Lin als neuer WPT-Global-Ambassador. Lin war zuvor Teil des GGPoker-Teams, wurde dort jedoch nach einem Regelverstoß im Zusammenhang mit Online-Poker-Ghosting nicht mehr als Ambassador geführt.

Ren Lin

Umso größer fiel die Überraschung aus, als WPT Global Lin nun offiziell als neuen Markenbotschafter präsentierte. Die Botschaft, die bei vielen Spielern ankam: Vergangenes Fehlverhalten scheint kein Ausschlusskriterium zu sein, solange der Name Aufmerksamkeit verspricht.

Diese Entscheidung blieb nicht ohne Konsequenzen. Mit Dara O’Kearney und David Lappin verließen gleich zwei profilierte Ambassadors das Team aus Protest. Beide erklärten öffentlich, dass sie die Entscheidung nicht mittragen könnten. Besonders pikant: O’Kearney und Lappin betreiben gemeinsam den etablierten Poker-Podcast The Chip Race – der Rückzug erfolgte also nicht leise, sondern sichtbar und mit klarer Haltung.

Xuan Liu

Damit war das Thema jedoch noch nicht erledigt. Kurz darauf meldete sich auch Xuan Liu öffentlich zu Wort. Die Spielerin erklärte auf Instagram, dass sie nicht mehr Teil des WPT-Global-Ambassador-Teams sei, gleichzeitig aber weiterhin auf offiziellem Werbematerial des Anbieters erscheine und dafür keine Bezahlung bekommt.

Sie erhielt keine Entschuldigung, sondern es wurde gesagt, es war ein Fehler der Designer. Dabei wurde ihr Bild trotzdem einfach weiter genutzt und sie wurde nicht von den offiziellen Kommunikationen als Ambassadorin entfernt. Ein Umstand, der Fragen nach internen Abläufen, Kommunikation und Professionalität aufwirft – und der das Bild weiter trübt. Liu muss nun überlegen, rechtliche Schritte einzugehen.

In der Summe entsteht ein Eindruck, der für WPT Global problematisch ist: Nicht ein einzelnes Signing sorgt für Kritik, sondern eine Serie suboptimaler Entscheidungen, die mangelnde Sensibilität für Community-Wahrnehmung und Ambassador-Management erkennen lässt. Gerade in Zeiten, in denen Vertrauen, Transparenz und Vorbildfunktion im Online-Poker zentrale Themen sind, wiegt dieser Imageschaden schwerer als jeder kurzfristige Marketingeffekt.

WPT Global 

Ob WPT Global auf die Kritik reagiert oder die Linie bewusst weiterfährt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die aktuelle Diskussion dreht sich längst nicht mehr nur um Ren Lin – sondern um die Frage, welche Werte ein Pokeranbieter mit seinen Ambassadors tatsächlich vertreten will.

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