
Der WSOP Circuit Marrakech scheint ein prächtiges Pflaster für die deutschsprachigen MTT-Cracks zu sein. Nachdem Andreas Froehli den Ring im €465 WSOPC No-Limit Holde’em Opener (Event #01) gewonnen hatte, ging des World Series of Poker Geschmeide im €560 Pot-Limit Omaha (Event #15) an den Dresdner Fabian Bartuschk!
283 Entrys waren in das 7. der 13 Ring-Events im Casino de Marrakech für €465 Buy-In gestartet. Damit kam im einzigen Omaha-Tournament der WSOPC Marrakech ein Preispool von etwa €134.465 (1.443.300 MAD) für die Top-39 zusammen. Zu denjenigen, die dem Event lange Zeit ihren Stempel aufgedrückt hatten, gehörten sowohl Andreas Froehli aus der Schweiz, als auch Fabian Bartuschk aus Deutschland. Auf der Final Table Bubble war es dann Andreas Froehli, der als 10. den Weg zur Kasse antreten musste. In der Endlos-Session des 1-Day-Tournaments war er gegen 04:30 Uhr morgens ausgeschieden, sichtlich unzufrieden mit seinem Play, das ihm den Rang des FT-Bubble-Boys eingebracht hatte. Damit konnten die verbleibenden Spieler zur frühen Morgenstunde mit sicheren 40.000 Marokkanischen Dirham (MAD) am Finaltisch Platz nehmen. Dazu gehörte auch Fabian Bartuschk, der als zweifacher WSOPC-Ringbesitzer weiß, was es braucht und wie es ist, ein Ringevent des WSOP Circuits zu gewinnen. Und genau das sollte der Turnierspezialist auch ausspielen. Gegen 08:00 Uhr morgens lagen die Chips aller 283 Entrys schließlich vor ihm, was er mit dem WSOPC Fingerschmuck und 250.00 MAD Siegprämie, umgerechnet €23.185, und einer Flasche Chivas zur Frühstückszeit feiern konnte – falls er nicht zu müde dafür war.

Ein paar Momente Schlaf hat Fabian Bartuschk auch geopfert, um hochgepokert nach dem Sieg Rede und Antwort zu stehen. Was der frischgebackene dreifache WSOPC-Ringbesitzer über das Event und die WSOPC Marrakech zu sagen hatte, verraten wir euch hier:
HGP: Glückwunsch zum Ringgewinn, Fabian! Hast du eigentlich irgendwann zwischen Final Table, Bootcamp und dem nächsten Spieltag mal schlafen können?
FB: Dankesehr. Eine Stunde war es tatsächlich nur, und natürlich habe ich die Müdigkeit am Tag dann gemerkt.
HGP: Du bist einer der größten Live-Trophäen-Sammler, den es im Pokerzirkus gibt – was hat der WSOP Circuit Ring zwischen all den anderen Trophys für einen Stellenwert für dich?
FB: Generell haben die WSOP Circuit Events einen großen Bekanntheitsgrad und damit vielleicht etwas mehr Prestige als lokale Turniere. Für mich ist es vor allem schön, dass es nach den NLH und OFC Erfolgen mein erster Sieg in einem PLO Turnier ist.
HGP: Wie lief das PLO Event? Gab es Schlüsselstellen, an denen sich das Blatt stark gegen dich oder zu Deinen Gunsten gewendet hat? Ab wann hattest du das Gefühl, es könnte mit dem Ring klappen?
FB: Mir fallen da zwei Key Spots ein. Ich war an der Softbubble für mein Turnierleben auf dem Flop all-in in einem Bigstack-gegen-Bigstack-Szenario, als leichter Favorit mit Top Set gegen einen Combo Draw. Mein Gegner traf am Turn sogar den Nut Flush, aber der River gab mir Quads. Der Pot hat mich zum massiven Chipleader am Tisch aufsteigen lassen, und danach hatte ich mehr Möglichkeiten für Bubble Pressure, was mir dann einige weitere Chips eingebracht hat.
So richtig interessant wurde es nochmal am Final Table, als ich zwischenzeitlich zurückgefallen und nur noch 8/8 in Chips war. Etwas über eine Stunde später, nach einem erfolgreichen Semi Bluff und ein paar weiteren kleinen gewonnenen Pötten, war ich dann erstmals Turnierchipleader, und ab da hatte ich ein gutes Gefühl und mir hohe Chancen auf den Sieg ausgerechnet.
HGP: Du warst bis zu 10 Spielern left nicht die einzige deutschsprachige Hoffnung im Titelrennen. Wie war es gegen Andreas zu spielen, als ihr beide ziemlich deepstacked wart?
FB: Wir beide haben nur kurz miteinander am Tisch gesessen, und soweit ich mich erinnere, keine nennenswerten Pötte gegeneinander gespielt. Dafür haben wir uns in den Pausen oft unterhalten und die ein oder andere Info geteilt. Ich respektiere Andreas‘ Spiel sehr.
HGP: Der Final Table startete ja erst gegen 04:30 Uhr morgens. Wie hast du das empfunden? War das eher eine Ausnahmeerscheinung in deiner Pokerkarriere oder business-as-usual?
FB: Ich war nicht das erste Mal in der Situation, zu dieser Uhrzeit nach über 12 Stunden Spielzeit noch im gleichen Turnier am Tisch zu sitzen – aber es kommt äußerst selten vor. Organisatorisch fand ich es nicht gut gelöst. Man hätte z.B. den Final Table am nächsten Tag spielen lassen können, wie etwa im Highroller, und das wäre für alle Beteiligten die angenehmere und gesündere Lösung gewesen.
HGP: Wie viele Stunden hattest du nach der letzten gespielten Hand im Turnier verbracht?
FB: Im PLO Event alleine mit Pausen letztendlich 15 Stunden. Rechnet man das NLH Turnier von Mittag noch mit ein, komme ich auf über 19 Stunden, die ich an dem Spieltag an den Tischen verbracht habe.
HGP: Verlaufen die Payouts reibungslos, oder ist der Währungstransfer von MAD zu EUR/GBP/USD hinderlich?
FB: Die Währung und die Gesetze in Marokko machen die Geldtransfers etwas komplizierter, da hilft es, wenn man Kontakte hat.
HGP: Hattest du am Final Table jemanden an deiner Rail, oder waren alle schon im Bett?
FB: Keine Rail für mich. Aber meine Heads-Up Gegnerin hatte zumindest ihren Mann dabei. Als ich um 8 Uhr das Turnier gewonnen hatte, sind die ersten aus unserer Gruppe aber schon aus ihrem Schlaf erwacht, und so habe ich nach wenigen Minuten die ersten Gratulationen erhalten.
HGP: Du bist ja nicht nur zum Selber-Pokerspielen in Marrakesch, sondern auch für das Pokercode Bootcamp. Was ist das für eine Erfahrung den MTT-Grind, die Coachings, und das Zusammensein mit einer großen Community vor Ort zu vermischen?
FB: Meine Entscheidung nach Marrakesch zu kommen, wurde unter anderem durch das Bootcamp beeinflusst. Pokercode ist eine großartige Community und man spürt diese gegenseitige Unterstützung in der Gruppe. Die Coaches Fabi und Greg vermitteln jeden Tag Wissen, von dem glaube ich jeder einen Mehrwert hat.
HGP: Wie waren die Reaktionen von der Bootcamp-Community auf deinen Sieg?
FB: Einige hatten mir schon persönlich gratuliert, und zu Beginn des Coachings um 10:30 Uhr haben dann alle nochmal applaudiert als Fabi meinen Sieg erwähnt hat, und mich zudem dafür gelobt hat, dass ich trotz der langen Nacht 2,5 Stunden später dort erschienen bin.
HGP: Du planst deine Pokertrips immer sehr genau und so weit wie möglich im Voraus. Wie kam es zur Entscheidung in Marrakesch an den Start zu gehen.
FB: Dazu bewogen haben mich, wie bereits erwähnt, der Faktor Community, aber auch das angenehme Wetter zu der Jahreszeit, und das gute Schedule.
HGP: Würdest du die WSOPC Marrakech denjenigen empfehlen, die für 2027 mit dem Gedanken spielen selber hinzufliegen?
FB: Dafür müsste ich wissen, was für Ziele diejenigen haben. Marrakesch kann für manche Spieler auch kulturell herausfordernd sein. Eine allgemeine Empfehlung möchte ich daher nicht pauschal aussprechen.
HGP: Was steht jetzt noch für dich am und abseits des Pokertisches in Marrakesch auf dem Plan – und wohin geht es danach?
FB: Der Fokus liegt auf den weiteren Bootcamp Sessions, dem Main Event und den weiteren Ring Events. Ab Montag werde ich dann für ca. 2 Wochen etwas durch den DACH-Raum touren.
HGP: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, Fabian! Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und – wenn das irgendwie möglich ist – auch genügend Schlaf!
FB: Danke, gerne.
Das Interview führte Jan Schwarz

Die Payouts am Final Table vom €560 Pot-Limit Omaha (Ring Event #15):
| Rank | Name | Payout (MAD) | Payout (EUR) |
| 1 | 250.000 | 23.185 | |
| 2 | 180.000 | 16.693 | |
| 3 | 133.000 | 12.334 | |
| 4 | 100.000 | 9.274 | |
| 5 | 81.000 | 7.512 | |
| 6 | 66.000 | 6.120 | |
| 7 | 54.500 | 5.054 | |
| 8 | 46.500 | 4.312 | |
| 9 | 40.000 | 3.709 |
Aller guten Dinge sind drei! Die beiden ersten WSOPC Ringe von Fabian Bartuschk bekommen jetzt Gesellschaft:


Heute bei der WSOPC Marrakech:

Alles Weitere zum WSOPC Marrakech findet ihr auf der entsprechenden WSOP.com Seite des Festivals!









