
Die Razzia im The Lodge Card Club in Texas zieht weiter Kreise. Ein nun veröffentlichter Durchsuchungsbeschluss zeigt, wie umfangreich die Ermittlungen sind und worauf sich die Behörden konzentrieren.
Auslöser war ein Hinweis auf ungewöhnliche Geldbewegungen. Bereits im Juni 2024 begann die Texas Alcoholic Beverage Commission (TABC) mit Untersuchungen. Besonders im Fokus stehen hohe Transfers: In den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 sollen rund $1,35 Millionen aus dem Club über einen internen Cash-Vault auf ein Konto von Tempus Holdings geflossen sein. Zusätzlich wurden zwischen dem 1. Januar und dem 28. Februar 2025 etwa $808.000 von diesem Konto auf ein weiteres Sweep-Konto weitergeleitet.
Parallel dazu führten Ermittler ab April 2025 mehrere Undercover-Einsätze durch und spielten selbst im Club. Beim ersten Besuch erhielten sie jeweils $600 Spielkapital und nahmen unter anderem an einem $1/$2 No-Limit Hold’em Cash Game teil, mit Buy-ins von $200 beziehungsweise $100. Die Einsätze wurden detailliert dokumentiert, inklusive Spielverlauf, Ausgaben und Sicherheitsmaßnahmen. Solche Einsätze fanden mehrfach statt, zuletzt noch am 30. Januar 2026.

Ein zentraler Punkt der Ermittlungen ist die rechtliche Situation von Poker in Texas. Cardrooms dürfen nur dann operieren, wenn sie keinen klassischen Rake erheben, sondern über Mitgliedschaften oder Sitzgebühren arbeiten. Genau hier sehen die Behörden mögliche Verstöße. In einem Fall konnte ein Ermittler offenbar ohne Mitgliedschaft spielen, was Zweifel an der Einhaltung der Vorgaben aufkommen lässt.
Die Vorwürfe wiegen schwer und reichen von Geldwäsche bis hin zum Betrieb eines illegalen Glücksspielangebots. Gleichzeitig richtet sich der Fokus auch auf die Struktur hinter dem Club. Über Tempus Holdings halten Doug Polk, Jake Abdalla und Jason Levin gemeinsam 63,3 Prozent der Anteile, während insgesamt 18 weitere Investoren beteiligt sind, darunter bekannte Namen aus der Pokerszene. Gegen diese Minderheitsinvestoren wird derzeit jedoch nicht ermittelt.

Die eigentliche Razzia fand am 10. März 2026 statt, an der rund 20 Beamte sowie weitere Behörden wie das Sheriff’s Office und der IRS beteiligt waren. Seitdem ist der Standort in Round Rock geschlossen, während der Club in San Antonio weiterhin geöffnet bleibt.
Trotz der umfangreichen Maßnahmen wurden bislang keine Anklagen erhoben. Doug Polk erklärte zudem öffentlich, nichts von möglichen Geldwäscheaktivitäten zu wissen. Wie es weitergeht, ist offen – klar ist nur, dass der Fall das Potenzial hat, die Pokerlandschaft in Texas nachhaltig zu beeinflussen.









