
Dabei verlief die eigentliche Qualifikation alles andere als schlecht: Sechs Siege aus acht Spielen sprechen eine klare Sprache. Ausschlaggebend für das Verpassen des direkten Tickets waren jedoch zwei deutliche Niederlagen gegen Norwegen, jeweils mit drei Toren Differenz. Die Erinnerungen an die Play-off-Aus gegen Schweden und Nordmazedonien sitzen tief – doch unter Trainer Gennaro Gattuso zeigt die Formkurve nach oben. Fünf Siege aus sechs Partien und eine offensivstarke Bilanz mit mindestens drei Treffern in vier Spielen liefern Grund zur Zuversicht.
Ganz anders die Ausgangslage bei den Gästen: Nordirland Nationalmannschaft reist zwar mit Rückenwind durch den Gewinn der Nations-League-Gruppe an, blieb in der WM-Qualifikation jedoch hinter den Erwartungen zurück und wurde nur Dritter. Das Team von Michael O’Neill kämpft zudem mit offensiven Problemen – nur sieben Tore in sechs Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Zwei torlose Niederlagen in den letzten drei Partien unterstreichen diese Schwäche zusätzlich.
Auch auswärts präsentiert sich Nordirland alles andere als stabil: Nur ein Sieg aus den vergangenen zehn Pflichtspielen in der Fremde (bei zwei Remis und sieben Niederlagen) – und selbst dieser gelang lediglich gegen Luxemburg.
Vor heimischer Kulisse in Bergamo steht Italien daher unter Zugzwang. Alles andere als ein kontrollierter Sieg der Azzurri wäre eine Überraschung und es ist daher mit einem Handicap-Sieg zu rechnen.

Mit Craig Bellamy an der Seitenlinie, der nach der verpassten EM das Ruder übernommen hat, orientieren sich die „Dragons“ an den jüngsten Erfolgen unter Vorgänger Rob Page. Damals kämpfte sich Wales in den Play-offs gegen Österreich und die Ukraine durch und sicherte sich so das WM-Ticket 2022. Auch diesmal dürfte die leidenschaftliche „Red Wall“ zum entscheidenden Faktor werden: Nur zwei Niederlagen in den letzten 14 Heimspielen (8 Siege, 4 Remis) sprechen eine klare Sprache. Ein möglicher Finalgegner wäre Italien oder Nordirland.
Bosnien und Herzegowina reist jedoch keineswegs als Außenseiter ohne Ambitionen an. Nach dem bitteren 1:1 gegen Österreich – ein spätes Gegentor kostete die direkte Qualifikation – hofft das Team, die Pause sinnvoll genutzt zu haben. Die Formkurve zeigt nach oben: Seit vier Spielen ist Bosnien ungeschlagen (2 Siege, 2 Unentschieden), eine identische Bilanz gab es zuletzt auch auswärts.
Mit entsprechendem Selbstvertrauen geht es nach Cardiff, wo die Mannschaft die Chance auf die erst zweite Turnierteilnahme als unabhängige Nation nach der WM 2014 am Leben halten will. Allerdings spricht die Vergangenheit gegen die Gäste: In den Play-offs zog Bosnien bislang stets den Kürzeren – sowohl auf dem Weg zur WM 2010 als auch bei den letzten vier EM-Qualifikationen.
Trotz der Favoritenrolle für Wales deutet vieles auf ein intensives Duell hin. Die Barbarez-Elf dürfte alles in die Waagschale werfen – und ein torreiches Spiel scheint keineswegs ausgeschlossen.










