Vom Garten- zum Bundesliga-Kicker – Das große Mario Mosböck Interview (Teil 1)!

Mario Mosböck Mosboeck - QUER (Formatänderung ChatGPT)
Mario Mosböck (AUT)

Triton Series und CoinPoker Ambassador Mario Mosböck hat sich mit uns zu einem exklusiven Interview getroffen, in dem der Österreicher ausführlich über seine Karriere als Profi-Fußballer, seine Pokerkarriere, den Sprung zu den Super High Stakes und seine Rolle als Pokerbotschafter spricht. – Im ersten Teil des großen Mario Mosböck Interviews verrät der Niederösterreicher wie er seine Leidenschaft für den Fußball entdeckte, was das Leben als Profi-Kicker mit sich brachte und was Leistungssportler für den Sprung ins Pokerbusiness prädestiniert.

Mario Mosböck Mosboeck in Aktion

Jan Schwarz: Lange bevor Poker ein Thema für dich war, hast du professionell gekickt. Wie bist du eigentlich zum Fußball gekommen?

Mario Mosböck: Das wird mit 5 oder 6 Jahren gewesen sein. Angefangen habe ich damit, mit Freunden im Garten zu spielen. Dann gab es beim SV Ratzersdorf eine U6 oder U7 Mannschaft, in der auch bereits ein Freund gespielt hat. Daraufhin haben meine Eltern mich gefragt, ob ich im Verein spielen möchte, was ich dann auch getan habe.

Jan Schwarz: Der Verein war bei dir vor der Haustür, wo du auch aufgewachsen bist?

Mario Mosböck: Genau. Ich komme aus St. Pölten und Ratzersdorf ist ein Stadtteil davon. Der dort ansässige SV war mein Jugendverein. Dort habe ich dann bis zur U10 gespielt und bin dann zum SKN gewechselt, was der Großstadtclub von St. Pölten ist. Angeschlossen war dort eine der 10 Fußballakademien von Österreich, die des Bundeslandes Niederösterreich konnte ich dort besuchen. Mit dem Besuch der Fußballakademie ist man dann quasi Profi. Man geht zwar noch zur Schule, ansonsten besteht der Alltag jedoch aus Fußball. In den U15, U16 und U18 Bundesligen kamen dort alle Talente Österreichs zusammen. Mit dem 18. Lebensjahr endete die Akademie dann und von dort wechselten die Spieler dann zu verschiedenen Vereinen.

Jan Schwarz: Mit dem Abschluss der Akademie bist du dann weiterhin beim SKN St. Pölten geblieben?

Mario Mosböck: Richtig. Beim SKN zu spielen war das Naheliegendste. Die 1. Mannschaft spielte in der 2. Bundesliga, die 2. Mannschaft in der drittklassigen Regionalliga. Das war perfekt, da auch bei Einsätzen in der 2. Mannschaft das Spielniveau immer noch sehr anspruchsvoll war. Mit 17, 18 Jahren habe ich Erfahrung in der Regionalliga sammeln können, so dass der Sprung in die 2. Bundesliga ein halbes Jahr später nicht mehr so groß war. Das war ein super Setup.

SKN St Pölten - NV ARENA
SKN St Pölten – NV ARENA

Jan Schwarz: Ist es auch dein Heimatverein gewesen, bei dem du nach deiner Profikarriere wieder angekommen bist?

Mario Mosböck: Ich bin nicht direkt zu meinem Heimatverein zurück, sondern zu Union Hofstetten-Grünau, einem Verein in der Nähe, wo ich mit Freunden in der 6. Liga gespielt habe. Das war fußballerisch mit Abstand meine schönste Zeit. Von vorne bis hinten war es toll. Die Spiele waren immer freitagabends und alle waren froh, wenn ich da war. Das war einfach eine schöne Dorfgemeinschaft dort in Hofstetten. Als dann einige, die schon älter waren, ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt haben, hat sich das ganze dann wieder etwas verlaufen. Und daraufhin bin ich dann zu meinem Jugendverein, dem SV Ratzersdorf zurückgewechselt. Da liegt heute auf jeden Fall mein Spielerpass, aktiv Spiele ich nicht mehr wirklich. Hin und wieder bin ich mal dabei, aber eigentlich habe ich da einen Schlussstrich gezogen, denn auch wenn gesagt wird, dass man ja nicht immer mitspielen müsse, hat man gegenüber der Mannschaft an 25 Wochenenden im Jahr dann doch eine Verantwortung.

Union Hofstetten-Grünau - FOTO MM GroundHopping
Union Hofstetten-Grünau – (Foto: MM, Groundhopping)

Jan Schwarz: Davor hast du jedoch ein Leben als Profi-Fußballer gelebt und bist in der 1. Bundesliga gelandet.

Mario Mosböck: Mit dem SKN St. Pölten sind wir 2015 Meister in der 2. Bundesliga geworden. Daraufhin habe ich mit dem SKN 2 Jahre in der 1. Bundesliga gespielt.

Jan Schwarz: Das hört sich nach einer richtigen Erfolgsstory an. Wieso haben sich 2017 dann eure Wege getrennt?

Mario Mosböck: Für mich war klar, dass sofern sich nichts verändern würde, ich an diesem Punkt auf keinen Fall weitermachen möchte. Nachdem ich meinen Vertrag gekündigt hatte, habe ich allerdings die geplante Pause vom Fußball etwas hinausgezogen, da der Tabellenführer der 2. Bundesliga, der SC Wiener Neustadt, unbedingt wollte, dass ich zu ihnen komme. Dort konnte ich dann abseits meines Stammvereins ein neues Umfeld kennenlernen. Das war dann auch anders, aber ich habe deutlich gemerkt, dass ich eigentlich ganz aus dem Profisport-Umfeld weg, und etwas anderes machen wollte. Falls ich mir nicht vorstellen könnte in dem Bereich weitere 15 Jahre zu durchzuziehen, wollte ich es lieber gar nicht mehr machen.

Mario Mosböck Mosboeck - SKN St Pölten

Jan Schwarz: Wie konkret war dann die Vorstellung „etwas anderes“ zu machen. Hat Poker da schon eine Rolle gespielt?

Mario Mosböck: Poker hat dabei quasi keine Rolle gespielt. Ich war zwar bereits ambitionierter Hobbyspieler, konnte damals schon profitabel pokern, es war jedoch definitiv keine Überlegung, dass ich Weltklasse-Pokerspieler anstatt Fußballprofi werden wollte. Fußball sollte es auf keinen Fall mehr sein, und was danach kam, wusste ich noch nicht. Natürlich war dann auf einmal viel Platz in meinem Leben, und den hat dann über die Jahre Poker immer mehr eingenommen, und dadurch hat sich dann mein Fokus auf Poker verschoben. Aber damals war Poker nicht so präsent.

Jan Schwarz: Was genau war es, was du nicht 15 Jahre weitermachen wolltest. Welchen Teil des Profi-Fußballer-Daseins wolltest du nicht in deinem Leben haben?

Mario Mosböck: Als Profisportler war ich so sehr in der Fußballspieler-Bubble, dass ich mich fußballerisch zwar laufend weiterentwickelt habe, als Persönlichkeit jedoch auf der Stelle trat. Und ich habe auch nicht gesehen, dass sich das in den nächsten 15 Jahren verändern könnte. Die einzigen Dinge in Aussicht waren immer größere Vereine, mehr Bekanntheit, mehr Geld. Daraufhin habe ich mit Spielern aus der deutschen Bundesliga und aus der englischen Premier League gesprochen, ob sich das ändern würde, wenn man in den großen Vereinen, im großen Geld, mit großer Bekanntheit angelangt wäre. Der Konsens war jedoch klar – ganz im Gegenteil: Man wird mit dem Aufstieg noch isolierter und echte Freundschaften gibt es im Profifußball auch kaum, das ist eher etwas, was man in der Jugend oder den Zweiten Mannschaften findet. Sobald man in dem professionellen Apparat drin ist, ist das reines Business, je höher du spielst, desto extremer. So wollte ich mein Leben nicht verbringen.

Jan Schwarz: Wie wolltest du dein Leben dann verbringen?

Mario Mosböck: Mir fehlte die Unbestimmtheit. Im Fußball war es relativ klar, wie die nächsten Jahre aussehen werden, dort war alles ausgemappt. Ich habe es dagegen gern, wenn ich Dinge verändern kann, verbessern kann. Der Anreiz war, allein die Möglichkeit zu haben, ein eigenes Business zu gründen, in eine andere Profession hineinzugehen, die mir vielleicht mehr Spaß macht, mich mehr erfüllt. Selbstverantwortlich zu sein und Dinge selber zu entscheiden, und damit mein Leben zum Positiven aber auch zum Negativen beeinflussen zu können, hat mir einfach gefehlt: Die Freiheit darüber zu entscheiden, was ich eigentlich möchte und die Flexibilität zu haben, dem auch nachgehen zu können.

Jan Schwarz: Und dem gehst du auch heutzutage nach?

Mario Mosböck: Das ist auch nach wie vor für mich noch eine hohe Priorität. Ich kann mich schnell auf Dinge einlassen, die mir Spaß machen und gehe denen dann auch obsessiv nach. Allerdings nicht bis die sich dann irgendwann trostlos anfüllen, sondern davor schaffe ich es, die richtigen Adjustments treffen, so dass ich nicht in die Lage komme, etwas herausgezögert zu haben, was ich schon früher hätte ändern können.

Jan Schwarz: Profifußball und Poker scheinen allerdings irgendeine Schnittmenge zu haben. Wenn ich hier in Deutschland sehe, dass Max Kruse, Sergej Barbarez, Thomas Brdaric, Andreas Krause sowohl auf dem Fußballplatz als auch am Pokertisch auf hohem Niveau spielen, frage ich mich, ob es da einen Zusammenhang gibt.

Mario Mosböck: Poker ist in den meisten Fußballmannschaften sehr beliebt! Egal ob bei Auswärtsfahrten im Bus, vor oder vor allem nach dem Training, wenn man am Abend zusammensitzt, war Poker immer ein präsentes Spiel. Bei uns ging es immer um zu vernachlässigende Cent-Beträge. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das bei den ganz großen Mannschaften auch anders sein kann. Poker ist in der Mannschaft einfach ein schönes Spiel, solange es nicht um essentielle Beträge geht. – Mir schreiben heute übrigens Spieler aus Österreich und Deutschland, darunter durchaus bekannte, dass sie meine Pokerturniere verfolgen, obwohl wie uns in während meiner Fußballzeit nicht kennengelernt haben.

Jan Schwarz: Du bekommst also aus der Bundesliga ab und zu eine Hand History geschickt und wirst um Rat gefragt?

Mario Mosböck: (lacht) Hand History habe ich bis jetzt noch keine bekommen, aber über Poker haben wir schon sehr viel gesprochen. Das kann dann auch in die genaue Analyse gehen. Z.B. habe ich mit Sergio Agüero ein paar seiner Hände analysiert … und da waren wilde Sachen dabei (lacht)!

Jan Schwarz: Verbindet das in einem Turnier dann auch, wenn andere Teilnehmer aus der Profi-Fußballszene kommen, oder langweilt das eher?

Mario Mosböck: So häufig passiert das nicht, aber wenn dann verbindet es eher. Es ist übrigens nicht so, dass Profi-Fußballer privat Bock haben über Fußball zu reden. Man braucht also keine Angst haben, dass man direkt oder ausschließlich über das nächste Derby reden muss, wenn man mit einem Fußballer in Kontakt ist. Die gemeinsame Fußballerfahrung ist aber definitiv ein Punkt, über den man connectet. Die gemeinsame Geschichte macht es deutlich einfacher eine Beziehung zu der Person aufzubauen.

Mario Mosböck Mosboeck

Jan Schwarz: Deine Trikotnummer beim Fußball war immer die Nummer 77, was hat es damit auf sich?

Mario Mosböck: Als ich als 17-Jähriger in die Profimannschaft gewechselt bin, ist dort die Nummer 7 freigeworden. Und die 10 oder 7 zu tragen, ist für einen jungen Spieler immer eine große Sache. Ein Kollege, denn ich auch außerhalb des Teams schon lange kannte, hat mich dann gefragt, ob er in seinem letzten aktiven Jahr die Nummer 7 von mir haben könnte, was für mich OK war. Daraufhin habe ich die Nummer 77 gewählt, die ich dann auch meine gesamte Karriere hindurch behalten habe.

Jan Schwarz: 7, 77 oder 777 sind ja bei Poker- oder Casinospielern durchaus beliebte Nummern. Wolltest du Lucky 7s immer bei dir tragen?

Mario Mosböck: Hmmm – ich glaube das war eher nicht der Grund. Vielleicht war es das aber unterbewusst (lacht). Die 77 ist auf jeden Fall meine Lieblingszahl!

Jan Schwarz: Ist 77 auch deine Lieblingshand?

Mario Mosböck: (lacht) Nein, Lieblingshand habe ich nicht wirklich eine.

Jan Schwarz: Gibt es Eigenschaften, die Fußballer für das Pokerspiel mitbringen, die ihnen dort helfen oder einen Sprung ins Pokerspiel erleichtern?

Mario Mosböck: Das ist eine spannende Frage, denn alle Jungs aus dem „Grindhouse I“ waren meine Buddies aus der Fußballakademie, bzw. Sportler aus dem Skispringen oder vom Eishockey. Als Profisportler ist man grundsätzlich einmal ehrgeizig und auch diszipliniert, das hilft. Dass man speziell als Fußballer unter den Sportlern irgendwelche Vorteile beim Poker hat, sehe ich eher nicht so, vielleicht sogar im Gegenteil. Aber jemand der sehr smart ist, und aus dem Sport kommt, hat einfach gute Voraussetzungen, weil er gewohnt ist, an sich zu arbeiten, gewohnt ist, sich zu verbessern, gewohnt ist, zu trainieren. Wenn du ambitionierter oder Profi-Sportler bist, ist das gang und gäbe. Und das hilft dann ungemein im Poker.

Jan Schwarz: Du hast während deiner aktiven Fußballzeit bereits Poker gespielt. In der deutschen Presse wird so etwas typischerweise dann kritisch oder abfällig kommentiert. Wie war das bei dir in Österreich?

Mario Mosböck: Poker habe ich zu meiner aktiven Zeit immer ziemlich low-key gehandhabt. Live habe ich gerade einmal ein Turnier gespielt, die EPT 2015 zusammen mit Fedor Holz und Rainer Kempe. Zudem hatte ich als Fußballspieler jetzt keine so große Bekanntheit wie z.B. Max Kruse in Deutschland, und ich glaube in Österreich sind die Leute sogar eher froh darüber, wenn die Fußballer am Wochenende am Computer sitzen und gamblen, als dass sie in den Club gehen und sich besaufen.

Rainer Kempe + Fedor Holz
Rainer Kempe & Fedor Holz

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