
Bei einem Raketenstart muss alles passen, vom richtigen Zeitfenster über das Wetter bis hin zu Material und Technik – erst Recht, wenn es noch 53 Jahren Pause erstmalig wieder zum Mond für die Menschheit geht. Doch eine Sache hätte der Artemis II Crew beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht, nämlich das mögliche Kartenglück von Kommandant Reid Wiseman.

Artemis II schreibt Geschichte
Die Artemis 2 Mission schickte nach der Apollo 17 Mission im Jahre 1972 nicht nur erstmalig wieder Menschen in den Mondorbit, sondern auch so weit von der Erde entfernt wie nie zuvor (406.765 km). Die Startplanungen dazu begannen bereits im Jahr 2021 und der Start erfolgte wie geplant am 1. April 2026 um 17:35 Uhr Ortszeit vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral.
Die Besatzung wurde 2023 ausgewählt und bestand aus den 4 Astronauten Victor Glover (Pilot), Christina Koch (Missionsspezialistin), Jeremy Hansen (Missionsspezialist) und dem Kommandanten Reid Wiseman. Glover, Koch und Wiseman sind Astronaut*innen der NASA, Hansen ein Raumfahrer der CSA.

Das Missionsziel der Artemis II war der bemannte Testflug des Orion-Raumschiffs, das auch für die Missionen Artemis 3 bis 6 genutzt werden soll, die dann ab 2028 drei Mondlandungen durchführen sollen. Nach zwei Erdumrundungen machte sich die Raumfähre auf die 4-tägige Reise zum Mond, den sie umrundete, ehe sie wiederum 4 Tage lang zur Erde zurückkehrte.
Vor den Augen von Millionen Zuschauern an den Bildschirmen fand nach 9 Tagen und anderthalb Stunden der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre statt. Unmittelbar zuvor trennte sich die Kapsel vom in Deutschland gebauten Europäischen Servicemodul, das für Antrieb und Versorgung verantwortlich war. Die Orion-Kapsel sank zunächst an 2 stabilisierenden Drogue Fallschirmen und dann an den großen 3 Bremsfallschirmen in den Pazifik vor San Diego, Kalifornien, wo die Crew von der US Navy geborgen wurde.

Ohne Pokerspiel kein Start!
Ganz gleich wie ausgefeilt die Technik und wie eng das Startfenster auch sein mochte, letztendlich hing das Startprozedere von einem Pokerspiel ab. Denn vor jedem NASA-Start wird einem Ritual nachgegangen, bei dem nur fortgefahren werden kann, wenn der Kommandant der Mission die Hand verliert.
Damit soll der Kopf der Mission das Pech, das ihn im Kartenspiel ereilt, auf der Erde lassen, während ihm im All dann das Glück hold ist: Also Pech im Spiel, Glück in der Rakete!

Für das abergläubische Abflug-Ritual hatten die 4 Astronaut*innen sogar mit dem All-erfahrenen Astronauten Scott Tingle einen eigenen NASA-Dealer. Unserer Ansicht nach gewannen bei dem High-Card-wins-Game der Reihe nach Victor Glover, Jeremy Hansen, Christina Koch und im Heads-Up gegen den NASA-Dealer wird wahrscheinlich Reid Wiseman verloren haben, da wir ja alle gesehen haben, wie die Crew anschließend zum Mond geflogen ist.

Nur, ob bei diesem Spiel vor laufenden Kameras alles mit rechten Dingen zugegangen ist, können wir nicht genau sagen. Am besten ihr schaut euch die Fingerfertigkeiten des Dealers Scott Tingle und den Ausgang der Partie einmal selbst im Video an.

Das entscheidende Pokerspiel im NASA-Video










