Falscher Tisch: Spieler verzockt fremden Poker-Stack!

PokerStars Live Chips - EPT Barcelona

Ein ungewöhnlicher Zwischenfall sorgte vor kurzem in den USA für Aufsehen. Ein Spieler kehrte nach der Pause zurück, nahm jedoch versehentlich am falschen Tisch Platz und verlor dort beinahe den gesamten Stack eines anderen Teilnehmers.

Bekannt wurde der Vorfall durch Jason Patton, der in den sozialen Medien unter dem Namen „PapaPoker“ aktiv ist und ein Video zu der Situation veröffentlichte.

Damen treffen auf Könige und das mit falschen Chips

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch 27 Spieler im Turnier. Direkt in der ersten Hand nach der Pause geriet der vermeitliche Besitzer des Stacks mit Pocket Queens gegen Pocket Kings. Die Damen konnten sich nicht verbessern und fast alle Chips wanderten zum Gegner.

Erst anschließend stellte sich heraus, dass der Spieler weder auf dem richtigen Platz noch am richtigen Tisch gesessen hatte. Der tatsächliche Besitzer des verlorenen Stacks kam etwas später aus der Pause zurück und musste feststellen, dass seine Chips verschwunden waren.

Kurz zuvor war die Late Registration zu Ende gewesen. Da währenddessen noch neue Teilnehmer ins Turnier eingestiegen waren, fiel weder dem Dealer noch den anderen Spielern sofort auf, dass am Tisch ein unbekanntes Gesicht saß. Laut Patton erklärten die Beteiligten, dass sie ebenfalls gerade aus der Pause zurückgekehrt seien und wegen der Rebuys keinen Verdacht geschöpft hätten.

Turnierleitung prüft die Überwachungskameras

Das Turnier wurde für rund 20 Minuten unterbrochen, während die Verantwortlichen die Videoaufnahmen kontrollierten. Anschließend rekonstruierte die Turnierleitung den ursprünglichen Stack des verspätet zurückgekehrten Spielers.

Der Gewinner der Hand mit Pocket Kings durfte den Pot behalten. Der Mann, der versehentlich am falschen Tisch gespielt hatte, wurde dagegen aus dem Turnier genommen obwohl an seinem eigentlichen Platz am benachbarten Tisch noch einige Chips lagen.

In der Poker-Community wurde anschließend kontrovers darüber diskutiert, ob diese Entscheidung angemessen war.

Matt Savage unterstützt die Entscheidung weitgehend

Matt Savage, Executive Tour Director der World Poker Tour und Grüner der Tournament Directors Association (TDA) hielt das Vorgehen der Turnierleitung größtenteils für richtig. Seiner Ansicht nach müsse zunächst ausgeschlossen werden, dass die beiden Spieler gemeinsam gehandelt hätten.

Matt Savage (USA)

Danach sollten die ursprünglichen Chipstände nach Möglichkeit wiederhergestellt werden. Die irrtümlich eingesetzten Chips müssten dabei vom Stack des Spielers abgezogen werden, der am falschen Platz saß.

Falls ihm danach noch Chips verblieben, sollte er das Turnier fortsetzen dürfen. Reiche sein eigener Stack dagegen nicht aus, um den Schaden vollständig auszugleichen, müsse er ausscheiden und das Casino die fehlenden Chips ersetzen. Darüber hinaus empfahl Savage, auch die übrigen Spieler am Tisch wegen ihrer mangelnden Aufmerksamkeit zu ermahnen.