
- CHF 36’000 Preispool: Léo Dafflon krönt sich zum Swiss Poker Champion 2025.
- GCPS Million im Grand Casino Liechtenstein: Garantiert erstmals CHF 1’000’000
- Neuer Standort: Swiss Poker Series feiert Premiere in Basel.
Was für ein Jahr liegt hinter der Schweizer Pokerszene! 2025 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem sich die Alpenrepublik endgültig als ernstzunehmende Kraft auf der europäischen Poker-Landkarte etabliert hat.
Neue Turnierserien, spektakuläre Garantien und Rekordteilnehmerzahlen prägten die vergangenen zwölf Monate. Doch 2025 brachte auch tiefgreifende Veränderungen in der Casino-Landschaft mit sich. Zeit, die Highlights Revue passieren zu lassen.
Die Schweizer Casino-Landschaft im Umbruch
Das Jahr 2025 markierte einen Wendepunkt für die Schweizer Spielbanken. Im April schloss das Casino St. Moritz nach über 20 Jahren überraschend und endgültig seine Türen. Die Hauptaktionärin Casinos Austria International zog sich aus wirtschaftlichen Gründen zurück, 31 Mitarbeitende verloren ihre Anstellung. Im August entzog die Eidgenössische Spielbankenkommission der Casino St. Moritz AG formell die Konzession. Eine Neuausschreibung für die Zone Südbünden ist frühestens 2028 zu erwarten. Das höchstgelegene Casino der Schweiz auf 1’850 Metern ist damit Geschichte.
Auch in Schaffhausen endete eine Ära. Am 13. Oktober 2025 schloss das Swiss Casino Schaffhausen nach über zwanzig Jahren. Der Grund war jedoch eher erfreulicher Natur, denn der Betrieb wurde zugunsten des neuen Standorts in Winterthur eingestellt.
Am 12. Dezember 2025 feierte das Swiss Casino Winterthur seine Eröffnung in der denkmalgeschützten Lokfabrik im Sulzer-Areal. Mit einer Investition von 20 Millionen Franken entstand auf 2’600 Quadratmetern das nach eigenen Angaben modernste Casino Europas. Ein über 15 Tonnen schwerer Kronleuchter, der schwerste des Kontinents, thront über der öffentlichen Bar «Lok».
Wenige Tage später, am 15. Dezember 2025, öffnete auch das Casino Davos nach monatelanger Schliessung wegen eines Standortwechsels wieder seine Türen. Das neue Domizil am Arkadenplatz verbindet klassisches Casinospiel mit der öffentlich zugänglichen «777 Sportsbar» und bietet neben 61 Spielautomaten auch einen Pokertisch. Damit hat Graubünden nach dem Verlust von St. Moritz zumindest wieder eine Spielbank mit Live-Poker.
Juni: Dafflon holt sich die Krone in Zürich
Einer der emotionalsten Momente des Jahres ereignete sich Mitte Juni im Swiss Casino Zürich. Bei der fünften Ausgabe der Swiss Poker Championship sicherte sich Léo Dafflon den Titel des Schweizer Pokermeisters. Der Weg ins Finale führte über mehr als 600 Online-Qualifikationsturniere, an denen insgesamt 3’750 Spieler teilnahmen. Nur 27 von ihnen schafften es an die Live-Tische.
Nach zwei intensiven Spieltagen einigten sich die letzten drei Verbliebenen auf einen Deal über CHF 36’000. Dafflon nahm neben dem Titel auch ein Barcelona-Ticket im Wert von 5’300 Euro mit nach Hause. Kevin Röthlisberger und Shiro Mangold komplettierten das Podium. Insgesamt flossen bei der Championship rund CHF 550’000 an Preisgeldern.
Das ganze Jahr über: Luzern als verlässliche Konstante
Während neue Formate für Schlagzeilen sorgten, bewies das Grand Casino Luzern einmal mehr seine Klasse als traditionsreichste Poker-Location der Schweiz. Gleich vier Ausgaben der Poker Circle Swiss Open fanden 2025 statt. Marcel Maurer eröffnete den Reigen im März mit seinem Triumph bei der 34. Edition, wo 478 Entries einen Preispool von CHF 239’000 generierten.
Der absolute Höhepunkt folgte aber im August. Die 35. Ausgabe verzeichnete mit 641 Entries einen neuen Teilnehmerrekord. Im Oktober kämpften bei der 36. PCSO erneut über 500 Spieler um CHF 263’500. Jan Kurzmeyer und Proudex teilten sich am Ende die Spitze. Das Poker Circle Autumn Festival und das Christmas Special rundeten ein erfolgreiches Jahr im Panoramasaal ab.
Frühling bis Herbst: Die Swiss Poker Series auf Expansionskurs
Die Swiss Poker Series powered by PokerStars wuchs 2025 zur festen Grösse im Turnierkalender heran. Nach dem erfolgreichen Stopp in Montreux im Mai stand Ende August ein besonderer Moment an: Die SPS feierte ihre Premiere im Grand Casino Basel.
Die Rheinstadt empfing die Pokercommunity mit offenen Armen und schon der erste Flight übertraf alle Erwartungen. Das CHF 440+60 Main Event avancierte zum Publikumsmagneten.
Oktober: Frauenpower in Dietlikon
Ein weiteres Highlight des Herbstes fand am 4. Oktober im Prestige Poker Club Dietlikon statt. Die 8. Swiss Poker Ladies Championship zog erneut Spielerinnen aus der gesamten DACH-Region an.
Neben den begehrten SPLC-Trophäen für die Top-3 lockten attraktive Sponsorenpreise: Tickets für die Poker Circle Swiss Open, die Ladies Europameisterschaft in Velden und die CAPT Seefeld.
365 Tage Action: Die Club-Szene floriert
Abseits der grossen Casino-Events erlebte auch die Schweizer Club-Szene ein starkes Jahr. Die Helvetic Series of Poker organisierte regelmässig gut besuchte Turniere in Zizers, während der Another Poker Club in der Region Basel mit einem dichten Kalender aufwartete.
Die 2019 eingeführte Regelung für kleine Pokerturniere ausserhalb von Casinos hat sich bewährt und ermöglicht mit einem maximalen Buy-In von CHF 200 einen niederschwelligen Einstieg für Hobby-Spieler.
Blick über die Grenze: Liechtenstein als Poker-Powerhouse
Nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt hat sich das Grand Casino Liechtenstein in Gamprin-Bendern 2025 endgültig als einer der wichtigsten Poker-Standorte der Region etabliert. Der GC Pokerroom bot das ganze Jahr über täglich Cash Games in den Varianten NLH, PLO, Stud und OFC für alle Limits.
Auch der Turnierkalender im Fürstentum war prall gefüllt. Im März gastierte etwa die Swiss Poker Series powered by PokerStars für zehn Tage und sorgte für volle Tische.
Das unbestrittene Highlight fand aber im Herbst statt. Die neu lancierte Grand Casino Poker Series setzte mit ihrem innovativen Konzept aus drei aufeinander aufbauenden Festivals neue Massstäbe. Das GCPS Master im September garantierte CHF 300’000 im Main Event, die GCPS Championship im Oktober legte mit einer halben Million nach.
Der krönende Abschluss folgte vom 5. bis 17. November: Die GCPS Million bot erstmals eine garantierte Million Franken im Main Event. Insgesamt schüttete das Grand Casino Liechtenstein allein bei diesem Festival über CHF 1,2 Millionen aus.
Das festivalübergreifende Leaderboard mit mindestens CHF 100’000 für die Top-10 sorgte dafür, dass viele Spieler aus der Schweiz und dem gesamten DACH-Raum alle drei Serien besuchten.
Ausblick: 2026 wartet schon
Die Schweizer Pokerszene hatte ein erfolgreiches Jahr. Dennoch gönnt sie sich jetzt keineswegs eine Verschnaufpause.
Die Swiss Poker Champions Week 2026 im Grand Casino Baden ist bereits für den 23. bis 31. Januar terminiert, die Satellites laufen seit Dezember. Mit der CHF 2’500 NLH-Meisterschaft und der CHF 777 PLO-Meisterschaft warten zwei Titel auf ihre neuen Träger.
Auch im benachbarten Liechtenstein geht es Schlag auf Schlag weiter. Nach dem Festival ist vor dem Festival. So sehen das auch die Macher des GCLI rund um Yalcin Dündar. Ab dem 7. Januar steht mit dem Winter Poker Open der erste Knaller des neuen Jahres an. Los geht es mit einem CHF 50+10 Satellite, bei dem mindestens sechs Turniertickets im Wert von jeweils CHF 250 vergeben werden.
Am 8. Januar fällt dann der Startschuss zum CHF 220+30 Main Event mit 50’000 Chips und Re-Entry-Option. Vier Flights führen ins Sonntagsfinale, bei dem CHF 75’000 garantiert sind, inklusive drei Tickets für den WSOP Circuit, der im Februar erstmals im Fürstentum gastiert.
Die neuen Casinos in Winterthur und Davos könnten zusätzliche Impulse für die Schweizer Szene setzen. Mit der erfolgreichen Etablierung neuer Turnierserien stehen die Zeichen auf weiteres Wachstum.
Die Pokerszene in der Schweiz und dem angrenzenden Liechtenstein blickt also selbstbewusst nach vorne. 2025 war grossartig, 2026 soll noch besser werden. Bis dahin wünscht Ihnen die hochgepokert-Redaktion einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr.







