Sonnenbrillen und Masken verboten: Elite-Festival auf Zypern greift durch – und in der Schweiz?

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Der Onyx Club auf Zypern folgt einem internationalen Trend.
  • Während aktiver Hände: Die Onyx High Roller Series auf Zypern untersagt ab sofort Sonnenbrillen, Masken und Schals.
  • Seit 2024: Die Regelung folgt einem internationalen Trend, den die Poker Tournament Directors Association angestossen hat.
  • Sonnenbrillen und Kopfbedeckungen: In der Schweiz setzt das Grand Casino Bern bereits auf ein striktes Verbot.

Wer sich beim Poker hinter dunklen Gläsern, Kapuzen und Schals versteckt, hat bei der kommenden Onyx High Roller Series auf Zypern schlechte Karten. Das Festival mit insgesamt USD 29 Millionen an Preisgarantien hat jetzt nämlich klare Regeln angekündigt: Sobald ein Spieler aktive Karten hält, sind Sonnenbrillen, Masken, Schals und jegliche bewusste Gesichtsverdeckung untersagt.

Die Massnahme trifft in der High Roller-Szene einen Nerv. Jahrelang gehörten tief ins Gesicht gezogene Kapuzen, verspiegelte Sonnenbrillen und um den Hals geschlungene Tücher zum festen Repertoire vieler Profis. Die Absicht dahinter: keine Tells preisgeben, die Mimik vor den Gegnern verbergen. Kritiker wie Daniel Negreanu bemängeln jedoch immer wieder, dass diese Vermummung dem Spiel die menschliche Komponente raubt und das Lesen der Spieler erschwert.

Schweiz als Vorreiter

Was auf Zypern nun für Schlagzeilen sorgt, ist in Teilen der pokerverrückten Schweiz ebenfalls schon Realität. Das Grand Casino Bern formuliert in seinen Hausregeln unmissverständlich: Gäste dürfen zwar Kopfhörer tragen, jedoch keine Sonnenbrillen oder Kopfbedeckungen. Auch das Grand Casino Baden bittet seine Pokergäste ausdrücklich darum, auf Kopfbedeckungen zu verzichten.

Die Schweizer Casinos setzen damit auf eine Linie, die international zunehmend Anhänger findet. Die einflussreiche Poker Tournament Directors Association hat 2024 ihre Regularien entsprechend angepasst. Die zentrale Passage lautet: Spieler müssen jederzeit klar erkennbar sein und das Turnierpersonal kann verlangen, dass Gegenstände wie Sonnenbrillen, Kapuzen oder andere Gesichtsbedeckungen entfernt werden.

Transparenz statt Poker Face

Die Befürworter solcher Regeln argumentieren mit Fairness und Spielintegrität. Wenn alle Beteiligten ihr Gesicht zeigen, entsteht ein ehrlicherer Wettbewerb. Gegner können Reaktionen lesen, menschliche Interaktion findet statt. Zudem wird die Arbeit des Sicherheitspersonals erleichtert, wenn Spieler zweifelsfrei identifiziert werden können.

Bei der Onyx High Roller Series, die vom 30. Januar bis 12. Februar im Merit Royal Diamond stattfindet, werden zudem Shot Clocks ab der ersten Hand eingesetzt und alle Events mit sieben Spielern pro Tisch ausgetragen. Die Buy-ins reichen von USD 10’000 bis USD 100’000, wobei allein das Main Event und das High Roller Championship jeweils USD 5 Millionen garantieren.

Ob weitere Schweizer Casinos den Beispielen aus Bern, Baden und Zypern folgen werden, bleibt abzuwarten. Der internationale Trend deutet jedenfalls darauf hin, dass das klassische Pokerface künftig wieder ohne Hilfsmittel auskommen muss.

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