Steuerprozess gegen Star-Anwalt: Tobey Maguire könnte als Zeuge aussagen

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Tobey Maguire als Spider-Man
  • Möglicher Steuerbetrug: Goldstein soll Millionengewinne aus High-Stakes-Poker nicht versteuert haben.
  • Direkt aus Hollywood: «Spider-Man»-Star Tobey Maguire als möglicher Zeuge im Prozess.
  • Verrückte Summen: Milliardär Alec Gores verlor 26 Millionen Dollar gegen den Angeklagten.

In einem Gerichtssaal im US-Bundesstaat Maryland hat diese Woche ein Prozess begonnen, der die Pokercommunity in Atem hält. Tom Goldstein, einst einer der angesehensten Anwälte der Vereinigten Staaten, muss sich wegen mutmasslichen Steuerbetrugs verantworten. Die Vorwürfe drehen sich um Millionengewinne, die er an privaten Pokertischen erzielt haben soll.

Goldstein ist kein gewöhnlicher Angeklagter. Der 54-Jährige argumentierte mehr als 40 Fälle vor dem Supreme Court und gründete SCOTUSblog, eine renommierte Plattform für Analysen zum höchsten US-Gericht. Zu seinen Mandanten zählten Tech-Giganten wie Google und Epic Games. Im Jahr 2000 gehörte er zum Anwaltsteam von Al Gore während der umstrittenen Präsidentschaftswahl gegen George W. Bush.

Hollywood trifft High-Stakes-Poker

Die Staatsanwaltschaft kündigte jetzt an, dass Tobey Maguire vor Gericht erscheinen könnte. Der «Spider-Man»-Darsteller zahlte Goldstein einst 500’000 Dollar für juristische Dienste. 

Der Hintergrund: Maguire hatte im Dezember 2019 bei einer privaten Pokerpartie 15,6 Millionen Dollar gegen einen texanischen Milliardär gewonnen, der sich weigerte zu zahlen. Goldstein übernahm die Eintreibung der Schulden.

Die Staatsanwaltschaft behauptet jedoch, dass das Honorar von Maguire nicht ordnungsgemäss verbucht wurde. Es sei stattdessen an einen Immobilienmogul weitergeleitet worden, dem Goldstein selbst Pokerschulden geschuldet habe. Maguire selbst wird keine Verfehlung vorgeworfen.

Der Schauspieler ist in der Pokerszene keine unbekannte Grösse. Er spielte regelmässig bei der World Series of Poker und wurde später als mysteriöser «Player X» im Film «Molly’s Game» identifiziert.

Milliardär sagt als erster Zeuge aus

Als einer der ersten Zeugen trat Alec Gores vor die Geschworenen. Der Milliardär und Chef der Investmentfirma Gores Group verlor 2016 insgesamt 26 Millionen Dollar in Heads-up-Matches gegen Goldstein. Gores schilderte, wie er vor den Partien mit Goldstein kommuniziert habe, um finanzielle Garantien sicherzustellen.

Die Anklage umfasst 16 Punkte, darunter Steuerhinterziehung, Beihilfe zur Erstellung falscher Steuererklärungen und Falschaussagen bei Kreditanträgen. Ursprünglich waren es 22 Anklagepunkte. Goldstein plädiert auf nicht schuldig und hat bereits zweimal ein Angebot der Staatsanwaltschaft für eine Einigung abgelehnt.

Verteidigung spricht von Fehlinterpretation

Goldsteins Anwältin Stephany Reaves Couper wies die Vorwürfe in ihrem Eröffnungsplädoyer entschieden zurück. Ihr Mandant habe stets in gutem Glauben gehandelt und sich auf seine Buchhalter und Kanzleimitarbeiter verlassen. Die Staatsanwaltschaft habe lediglich einzelne Transaktionen aus einem «Ozean» herausgepickt, um daraus kriminelle Aktivitäten zu konstruieren.

Staatsanwalt Hayter Whitman zeichnete hingegen ein anderes Bild. Die Pokergewinne hätten einen «zunehmend verschwenderischen Lebensstil» finanziert. Es gehe um bewusste Täuschung und die Entscheidungen, die Goldstein getroffen habe.

Der Prozess vor Richterin Lydia Kay Griggsby soll etwa vier Wochen dauern. Goldstein zog sich bereits 2023 aus der aktiven Anwaltspraxis zurück. Seine Anklage im Januar 2025 erschütterte die Washingtoner Juristenszene, in der er als einer der besten Berufungsanwälte des Landes galt.

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