
Das Casino Neuenburg hat vor dem Bundesgericht eine Niederlage erlitten. Die höchste Schweizer Instanz bestätigte eine Geldstrafe von rund 570.000 Franken gegen die Spielbank. Hintergrund sind Verstöße beim Spielerschutz, die bereits bei einer Kontrolle vor einigen Jahren festgestellt worden waren.
Der Fall zeigt erneut, wie ernst die Schweizer Behörden Verstöße gegen Vorgaben zur Prävention von problematischem Spielverhalten nehmen. Besonders brisant: Mehrere betroffene Spieler hätten nach Ansicht der Gerichte deutlich früher geschützt oder gesperrt werden müssen.
Neun problematische Spieler standen im Fokus der Ermittler
Auslöser des Verfahrens war eine Inspektion der Eidgenössischen Spielbankenkommission. Dabei wurden Unterlagen von Spielern mit besonderem Sozialschutzstatus überprüft. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass das Casino in mehreren Fällen Warnsignale übersehen oder nicht ausreichend berücksichtigt hatte.
Laut den Gerichten hätten die Verantwortlichen erkennen müssen, dass einige Gäste deutlich mehr Geld einsetzten, als es ihre finanzielle Situation zuließ. Zudem seien notwendige Abklärungen zur wirtschaftlichen Lage teilweise nicht erfolgt. In mehreren Fällen wurde auffälliges Spielverhalten trotz häufiger Casinobesuche nicht ausreichend hinterfragt. Besonders schwer wog, dass drei Spieler sogar selbst einen Ausschluss beantragt hatten, ohne dass darauf angemessen reagiert wurde.
Schweizer Behörden bleiben bei Spielerschutz konsequent
Die Eidgenössische Spielbankenkommission hatte das Casino bereits 2023 sanktioniert. Die Strafe entsprach vier Prozent des Bruttospielertrags aus dem Jahr 2021 und belief sich auf 570.850 Franken. Nachdem sowohl das Bundesverwaltungsgericht als auch nun das Bundesgericht die Entscheidung bestätigten, ist das Verfahren praktisch abgeschlossen.
Der Fall reiht sich in mehrere Verfahren gegen Schweizer Casinos ein. In den vergangenen Jahren mussten verschiedene Betreiber hohe Strafen akzeptieren, weil sie nach Auffassung der Behörden ihre Pflichten beim Spielerschutz nicht ausreichend erfüllt hatten. Die Schweizer Justiz macht damit deutlich, dass Versäumnisse in diesem Bereich erhebliche finanzielle Folgen haben können.









