
Die World Series of Poker 2026 sorgt erneut für hitzige Diskussionen. Diesmal steht jedoch keine spektakuläre Hand im Mittelpunkt, sondern eine umstrittene Entscheidung der Turnierleitung. Poker-Profi Patrick „Pads“ Leonard verlor kurz vor der Geldrang-Bubble einen entscheidenden Pot, nachdem ein bereits für „tot“ erklärtes Blatt seines Gegners überraschend doch noch gewertet wurde. Der Vorfall löste in der Poker-Community massive Kritik an der WSOP aus.
Sechs Minuten Bedenkzeit – dann die Kontroverse
Die Szene ereignete sich beim $2.500 No-Limit Hold’em Event. Nachdem Leonard seinen Gegner am River All-in gesetzt hatte, ließ sich dieser rund sechs Minuten Zeit. Daraufhin wurde von einem Mitspieler die Uhr gerufen. Ein Floor-Mitarbeiter startete den offiziellen 30-Sekunden-Countdown und erklärte die Hand nach Ablauf der Zeit eindeutig für „dead“.
Nur wenige Sekunden später sagte der Gegner dennoch „Call“. Statt die zuvor getroffene Entscheidung durchzusetzen, ließ die Turnierleitung den verspäteten Call überraschend gelten. Leonard verlor den anschließenden Showdown und schied wenig später aus dem Turnier aus
Dealer widerspricht der Entscheidung
Besonders brisant: Laut Leonard widersprach sogar der Dealer am Tisch der Entscheidung des Floors. Auch mehrere Spieler bestätigten, dass der Call erst nach Ablauf des Countdowns und nach der offiziellen „Dead“-Ansage erfolgt sei. Trotzdem bestätigte ein höherer Floor die ursprüngliche Entscheidung zugunsten des Gegners.
Der Vorfall entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einem der meistdiskutierten Themen der laufenden WSOP.
Leonard bleibt trotz Ärger fair
Obwohl ihn die Entscheidung einen riesigen Pot und möglicherweise einen tiefen Turnierlauf kostete, verzichtete Patrick Leonard auf persönliche Vorwürfe gegen seinen Gegner. Stattdessen kritisierte er ausschließlich die Turnierleitung.
Nach eigenen Aussagen habe sich sein Kontrahent unmittelbar nach der Hand entschuldigt und sogar angeboten, einen Teil seiner späteren Gewinne mit Leonard zu teilen. Seinen Ärger richtete der britische Profi ausschließlich gegen die Verantwortlichen am Turniertisch.
Poker-Community fordert Konsequenzen
In den sozialen Medien sorgte das Ruling für eine Welle der Empörung. Viele Profis sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall. Wenn offizielle Countdowns und eindeutige Entscheidungen der Floor-Mitarbeiter nachträglich geändert werden können, drohe Unsicherheit bei der Anwendung der WSOP-Regeln.









