25. Oktober 2011 | 32 Kommentare
g.schrage
Deniz Yavuz und der unhygienische Werthan – Kein Hass bei Kang und mir wird übel
Deniz Yavuz mag ich. Daran ändert sich auch nichts. Zugegeben sein aktuelles Interview auf Pokerfirma stellt unsere knospende Freundschaft auf eine harte Prüfung. Aber harte Prüfungen sind nun mal dazu da, bestanden zu werden. Abgesehen davon, solange man mir nicht das Gegenteil beweist, gehe ich davon aus, dass man meinen Freund Deniz mit Waffengewalt zu diesem Gespräch gezwungen hat. Eine andere Erklärung kommt mir nicht in den Sinn. Bitte deshalb die werten Leser um Verständnis für ein paar persönliche Worte: Lieber Deniz bitte melde dich und ich helfe dir. Ja es stimmt, ich habe Probleme mit Höhen, mit Tunneln, mit Enge, mit Menschenmassen und ich wasche mir die Hände deutlich öfters, als es vernünftig wäre, aber ich habe keine Probleme mit dreckigen Witzfiguren samt blondierten Haaren und Brille. Mit was immer man dich bedroht, ich kriege das geregelt. Versprochen.
Der arme Thomas Kremser. So verteidigt möchte ich wirklich niemals werden. Dabei denkt sich Deniz vielleicht nicht einmal etwas böses dabei (hoffe ich zumindest), aber jedes Mal wenn Deniz Sätze sagt wie: "Die Leute sagen immer, schuld ist der Thomas Kremser, schuld ist der Deniz Yavuz, schuld ist der Tassilo Wik und verdienen sich die Taschen voll." - Diese scheinbare Verteidigung ist verheerend. Da wird mein lieber Kollege Thomas Kremser in ein Boot geholt, in das er selbstverständlich nicht hineingehört und niemals hineingehört hat. Thomas Kremser hat sich bei dem legendären runden Tisch eloquent und sachlich hervorragend erklärt. Ich war dabei und gleich vor Ort massiv beeindruckt. Niemand hat auf Thomas Kremser "geprügelt" und niemand wird es in Zukunft tun. Die öffentliche Umarmung könnte höchsten dazu dienen, sich an dem der es bereits zur weißen Weste geschafft hat (und dessen weiße Weste niemals ernsthaft in Zweifel stand) hoch zu ziehen. Nur das würde ich Deniz wiederum niemals unterstellen. Dazu hat er einfach zuviel Ehre und weiß was sich gehört. Da tippe ich lieber einmal auf sanften und temporären Realitätsverlust. Das vergeht wieder. Ich leide häufig unter solchen Symptomen. Immer wenn ich mich ärgere, immer wenn ich glücklich und mitunter aus lauter Langweile. Also praktisch fast immer.
Kommen wir zu Robert Werthan. Dem Mann mit dem Mikrophon. In meinem Lebensplan kam der eigentlich gar nicht mehr vor. Quasi ein nicht zu Kommentierender. Ganz manchmal sah ich mich in Handschellen vor Gericht, aber da wäre er nicht mehr wirklich unter uns gewesen und ich hätte gehofft, dass man mich nach elf Jahren wieder gehen lässt (da wäre ich immer noch jünger als Peer Steinbrück jetzt, also nicht wirklich alt). Wie auch immer. Irgendwie sollten wir Robert Werthan dankbar sein. Der journalistische Tiefpunkt im Fachbereich Poker ist für alle Zeit erreicht. Mehr an platter und dümmlicher Verantwortungslosigkeit ist nicht mehr möglich. Tiefer im Hintern von Quote, Klicks und Gegenüber ist undenkbar. Bemerkungen zum "Kang-Tribunal" und Fragen wie: "Warum hasst dich Ben Kang?" sind so unfassbar dreckig und unhygienisch. Man möchte sich fast übergeben. Und mir persönlich als Mitbesitzer von Pokerfirma (und ehemaliger Chefredakteur) geht das überhaupt nahe. Ich war vom ersten Pixel an dabei und habe quasi jeden Mitarbeiter persönlich gesucht und aufgenommen. Leider auch Robert Werthan. Hundert Jahre möchte ich alt werden, etwas blöderes wird mir in diesem Leben nicht mehr einfallen.
Ja es stimmt. An jenem Runden Tisch war Ben Kang ein klein wenig entfesselt. Irgendwie einen Film mit charismatischen Staatsanwälten zuviel gesehen im Leben und den scharfen Ankläger ausgepackt. Von Moderator war da nicht viel zu sehen und zu hören, nur "Hass" trifft es überhaupt nicht und danach sind wir alle zusammen an der Bar gestanden, wie es sich auch gehört. Dass bezüglich der Full Tilt Veranstaltung sowohl Thomas Kremser, wie auch Deniz Yavuz im Focus der Fragen stand, war doch wohl vorher absehbar und wenig überraschend. Und nachdem sich Thomas Kremser sachlich fundiert in kürzester Zeit verstanden hat aus Kangs Sperrfeuer zu nehmen, blieb der ganze Unrat der Full Tilt Challenge an Deniz hängen. - Ich habe sofort reagiert und als guter Gastgeber (und mit vollstem Herzen) alles getan, um Deniz beizuspringen. Wurde dafür übrigens in den Kommentaren auch böse kritisiert (mir nebenbei erwähnt, völlig egal). Was den sonst so schlauen Deniz reitet Sätze zu sagen wie: "Ich fand super wie sich Rosi eingesetzt hat, die versucht hat mich vehementest zu verteidigen. Danke." - Strategie oder massiver Irrglaube? Die erwähnte "Rosi" würde Deniz für ein Capt-Ticket und zwei Bannerschaltungen über jede Klinge der Welt springen lassen und Deniz weiß das auch (und ich weiß ganz sicher, dass er das weiß).
Der Rest des Interviews ist durchaus empfehlenswert. Was Deniz Yavuz über die Sicherheitsstandards sagt ist gut beobachtet und stimmt ganz sicherlich. Es mag vielen nicht gefallen, aber selbstverständlich sind es Veteranen wie Deniz, die wirklich wüssten, wie man die Turnier wieder halbwegs safe und sicher machen könnte. Seine Schilderungen decken sich zu weitgehendste mit denen, die wissen um was es geht und vor allen Dingen, wie es geht. Wenn sich Deniz ohne wenn und aber auf die saubere Seite der Pokermacht schlägt, ist er ein wertvoller und routinierter Mann. Nur seine Partner sollte er sich genau aussuchen und bevor er das nächste Mal in ein Mikrophon spricht, wäre es schlau darüber nachzudenken, wer ihm das Mikrophon vor die Nase hält. - Aber das sei ihm alles verziehen. Wenn es einmal so weit ist, wird Deniz zur Hochzeit meiner Tochter kommen. Das hat er mir versprochen und ich freue mich darauf. In diesem Sinne. Peace.
Götz Schrage
32 responses to “Deniz Yavuz und der unhygienische Werthan – Kein Hass bei Kang und mir wird übel” 
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hat jemand den link zum ersten teil des “table talk”?
danke
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pisces1967 25. Oktober 2011 um 10:59
@Depotleiche: Wer U. kennt, (und ich kann behaupten, das ich das tue), der weiss, das er U. ein Winzer ist, der seinen eigenen Alk produziert – und ja, manches von ihm “unverständlich” ist.
Aber eines macht er zu 100% nicht – sich selbst kommentieren. Das hat er nicht nötig.
Dafür kennst Du den U. zu schlecht.
In einem kann ich bestätigen – er kann mehr! Schreiben können viele, aber schreiben und sich zugleich vermarkten nur wenige.
Ich hoffe nur, Du bist keiner aus der Zunft des Schreibens, dem die Anerkennung fehlt, Depotleiche?
Alles Jute und viel mehr,
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Depotleiche 25. Oktober 2011 um 11:52
nein – ich bin kein Schreiber und ich stehe mit keinem der hier Beteiligten in irgendeiner Konkurrenz.
Dass er sich nicht selbst kommentiert – ok, glaub ich mal. Aber wer bitte ist das immer? Du?
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pisces1967 25. Oktober 2011 um 12:20
@Depotleiche: nein, auch nicht.
Es könnte ja wirklich mal User und Leser sein, die U. für seine Blogs lieben oder eben hassen.
Aber solange er polarisiert, macht er irgendetwas richtig, denke ich!
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tauchenderholländer 25. Oktober 2011 um 13:53
Offengestanden hab ich sehr wenig Ahnung über die Zusammenhänge, was etwa PBL, FT-Mio.-Challenge, sowie Konkurrenz innerhalb der Pokermedienbranche anbelangt.
Trotzdem möchte ich meinen Senf dazugeben und mit dem Sprichwort -WER EINMAL LÜGT DEM GLAUBT MAN NICHT, AUCH WENN ER DANN DIE WAHRHEIT SPRICHT- meine grds. Meinung ausdrücken.
a) Es ist einfach nur dämlich zur PBL zu rennen, auch wenn es dort fortlaufend zu Unregelmäßigkeiten kam, kommt und sicher kommen wird (na gut, dann werden die Schäfchen demnächst halt mit nem Porsche zur Schlachtbank gelockt…)
b) Poker-Veranstaltungen scheinen grds. viele Sicherheitslücken zu haben. Vom Veranstalter, hin zum Personal und sogar dem Pokerwerkzeug (-> Kartenproblematik bei der diesjährigen WSOP um nur ein Beispiel zu nennen). Es ist mir völlig schleierhaft wie eine Milliardenbranche keine vernünftigen Standards entwickeln kann oder will.
c) Konkurrenz belebt das Geschäft und das ist betriebswirtschaftlich gesehen auch vernünftig, allerdings finde ich nicht, dass Journalisten das Medium nutzen sollten um sich selbst zu produzieren oder Andere mit Halbwahrheiten zu denunzieren-ja es geht um die Story, aber doch bitte nur dort wo auch wirklich eine ist (Zitat Werbeslogan FOCUS: Fakten, Fakten, Fakten).
Wissen Sie Herr Schrage, abgesehen von Ihren teils zutreffenden, teils zur Belustigung benutzten Worte zu bestimmten Randgruppen (die man aber auch sehr leicht in den falschen Hals bekommen kann!) scheint es mir doch so, dass sie selbst reflektiert genug sind um der breiten Basis vernünftige greifbare (beweisbare) Informationen erfrischend zynisch aufbereitet zur Verfügung zu stellen.
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GermanHawke 25. Oktober 2011 um 18:24
Sollte natürlich Round Table heißen, in der Final Verson.
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Fluffi 26. Oktober 2011 um 12:13
@pisces1967: ich kann mich nicht erinnern, dass Götz Schrage jemals das Attribut “gut” für seinen Charakter reklamiert hätte. Allerdings, ich bilde mir ein, den Terminus “ausgeprägt” könnte GS durchaus schon adverbial in Verbindung mit Adjektiven wie “nachtragend”, “rachsüchtig” o. Ä. in Bezug auf ebendiesen Charakter verwendet haben.
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Depotleiche 27. Oktober 2011 um 11:12
“axel” spricht mir aus der Seele:
“werthan und gartenbach feiern sich selbst und spammen das internet voll mit schrott!”
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hm, ganz astrein kommt der deniz auch nicht rüber, liegt aber vielleciht auch daran, dass er rhetorisch irgendwie patschert ist.
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giga 25. Oktober 2011 um 03:12