Rückblick: Hellmuth und Matusow wetteifern bei der Heads-Up Poker Championship

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Das waren noch Zeiten: 2013 sitzen sich Mike Matusow und Phil Hellmuth beim grandiosen Format der NBC National Heads-Up Poker Championship im Finale gegenüber und als Zuschauer weiß man gar nicht so recht, wem der beiden man den Sieg mehr (oder weniger) wünschen soll.

Matusow steht Hellmuth, der für sein übermütiges Verhalten am Pokertisch bekannt ist, in nichts nach. Beide wünschen sich den Sieg dieses Duells so sehr, dass es zeitweise unangenehm scheint, den beiden beim Spielen zuzuschauen. Matusow stand sichtlich unter Strom und Hellmuth versucht die Anspannung seines Mitspielers mit geschauspielter Coolness zu überbieten.

In vielen Teilen des Videos kann man aber nur auf der Seite von Hellmuth stehen, da Matusow mit abfälligen Kommentaren sich seines Sieges so sicher ist, dass das zu einem der wenigen Momenten zählt, in dem Hellmuth als den besonneneren Spieler bezeichnen kann – eine Seltenheit. Das Topkommentar auf Youtube schreibt:

„I always thought I hated Phil, but after watching this I really hate Mike“

Das Format in dem sich das geniale Spieler-Setup auftat, ist die National Heads-Up Poker Championship vom amerikanischen Sender NBC. Insgesamt 8 Ausgaben gab es in den Jahren 2005 bis 2013. Im Golden Nugget Casino in Las Vegas kamen auf Einladung die damals besten Spieler der Szene zusammen. Die Sieger der Reihe hießen damals neben Hellmuth und Matusow, Ted Forrest, Paul Wasicka, Chris Ferguson, Huck Seed, Annie Duke und Erik Seidel. In einer klassischen KO-Turnierstruktur mussten die Spieler ein Duell nach dem Anderen gewinnen. Nachdem man fünf Spieler hintereinander ausgenockt hat, galt es in einem Best-Of-Three im Finale seinen Gegner auszuschalten, um Titel zu gewinnen. In Deutschland wurde das Turnier 2005 und 2006 auf dem inzwischen eingestellten Sender Das Vierte übertragen und von Michael Körner kommentiert.

Vor allem die die Persönlichkeiten der Spieler bekamen in der Heads-Up Poker Championship angenehm viel Platz. Dadurch, dass dauerhaft nur zwei Spieler statt Sechs oder Neun sich gegenüber saßen und Mittelpunkt des Spiels waren, bekam man als Zuschauer mal richtig mit, was für eine Art Mensch sich hinter den Profis befand. Weiter hat das Heads-Up-Spiel im Poker seine ganz eigenen Finessen. Hier werden deutlich mehr Hände Preflop gespielt und die Spieler müssen sich dem Spiel ihres einzigen Gegners viel mehr anpassen.

Ein Format wie die Heads-Up Poker Championship wäre heute sicherlich wieder sehr interessant. Vor allem die oft schweigsamen High-Roller mit Online-Ursprung würde man in einem solche Art von Übertragung in eine Situation bringen, in dem sie alleine nur durch den Fokus, ein bisschen mehr über sich und ihre Spielerpersönlichkeit verraten müssten. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich eine der großen Veranstalter mal wieder zu einem Heads-Up-Format durchringen würde.

Hier das Finale der Heads Up Championship 2013 – Mike Matusow gegen Phil Hellmuth: