„Glück im Spiel“ und „Dirty Trip“ – Zwei Flops, ein Geheimtipp

0

Pokerfilme haben es im Mainstream nicht einfach, selbst ein Klassiker wie „Rounders“ hat Ende der 90er Jahre gerade einmal $23 Millionen eingespielt, „Molly’s Game“ vor drei Jahren zumindest rund $59 Millionen. Und dann gibt es Produktionen, die man ganz neutral wohl als absolute Flops bezeichnen muss, wobei nicht jeder Flop ein schlechter Film ist.

Völlig auf dem Holzweg war man bei Warner Bros und Village Roadshow mit „Lucky You“, der in Deutschland unter dem Titel „Glück im Spiel“ in die Kinos kam. Mit einer Liebesgeschichte zwischen einem Pokerspieler, der am Main Event der World Series of Poker teilnehmen möchte, und einer Sängerin, die ihr Glück in Las Vegas sucht, wollte man offensichtlich auf den Zug des 2003 entfachten Pokerbooms aufsteigen. Die Hauptrollen waren mit Eric Bana und Drew Barrymoore auch prominent besetzt und mit Curtis Hansen war ein Regisseur am Werk, der mit L.A. Confidential in den 90er Jahren ein Meisterwerk abgeliefert hatte.

Doch die Rechnung ging überhaupt nicht auf. Ursprünglich war die Premiere für die $58 Million teure Produktion für Dezember 2005 geplant, doch der übliche Test vor Publikum verlief so schlecht, dass der Film mehrfach überarbeitet wurde und erst am 4. Mai 2007 in Konkurrenz zum Blockbuster „Spider Man 3“ an den Start ging.

Die Folge war eine desaströse Premiere mit einem Einspielergebnis von $2.710.445, das dann auch noch einen Negativ-Rekord darstellte, denn nie zuvor war ein Film, der in über 2.500 Kinos gespielt wurde so hart gefloppt. Weltweit wurden schließlich rund $8,3 Millionen eingespielt – davon in Deutschland ca. $193.000. In Summe steht somit ein Verlust von geschätzten $80 Millionen, denn Warner Bros hatte auch noch über $30 Million in die Werbung zum Filmstart gesteckt.

Um euch selbst ein Bild zu machen, müsst ihr leider Geld in die Hand nehmen, denn der Film ist kostenpflichtig bei YouTube und Amazon Prime Video verfügbar.

Ein Flop war auch der Film „Mississippi Grind“, der in Deutschland unter dem Titel „Dirty Trip“ gelaufen ist. Zwei Zocker und Pokerspieler, verkörpert durch Ben Mendelsohn und Ryan Reynolds, wollen bzw. müssen bei einem Pokerturnier in New Orleans groß abräumen. Auf dem Weg dorthin kommt es zu einigen Verwicklungen mit Kredithaien, Zuhältern und sonstigen Kriminellen.

Premiere feierte der Film im Januar 2014 beim Sundance Film Festival, spielte trotz guter Kritiken letztlich aber nur $422.746 ein, was vor allem aber daran lag, dass er im Gegensatz zu „Lucky You“ nur in ausgewählten Kinos zu sehen war und so über den Status eines Independent-Films nicht hinaus kam. Dafür waren aber auch die Produktionskosten mit $7,1 Millionen deutlich überschaubarer.

Für mich persönlich auf jeden Fall ein Geheimtipp, der die Leihgebühr bei YouTube (ab €2,99 in SD) und Amazon Prime Video (€3,98 in HD) durchaus wert ist.

Hinterlasse eine Antwort

Please enter your comment!
Please enter your name here