Pokervorsätze fürs neue Jahr – Weniger, aber bewusster!

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Der Jahreswechsel ist auch im Poker traditionell die Zeit der guten Vorsätze. Mehr Disziplin, weniger Tilt, bessere Ergebnisse. Doch wie so oft liegt das Problem nicht im Willen, sondern in der Umsetzung. Wer sich für das neue Jahr im Poker wirklich verbessern will, sollte nicht an den Symptomen herumdoktern, sondern an den Grundlagen arbeiten. Vier Vorsätze stechen dabei besonders hervor.

1. Klare Bankroll-Trennung – das wahre Bankroll-Management

Wenn von Bankroll-Management die Rede ist, denken viele sofort an Stakes und Buy-ins. Das ist richtig – greift aber zu kurz. Der wichtigste Punkt wird oft übersehen: die saubere Trennung der Poker-Bankroll vom restlichen Geld.

Poker-Geld ist Poker-Geld. Punkt.
Kein „ich leihe mir kurz selbst was zum Pokern“, kein Ausgleichen von Alltagsausgaben, kein Vermischen mit dem Girokonto. Wer seine Poker-Bankroll emotional oder praktisch mit dem restlichen Leben vermengt, setzt sich selbst unter unnötigen Druck – und Druck führt fast immer zu schlechteren Entscheidungen.

Eine klare Trennung sorgt nicht nur für Übersicht, sondern vor allem für mentale Entlastung. Verluste fühlen sich weniger existenziell an, Gewinne weniger nach „Spielgeld“. Genau das ist die Voraussetzung für ruhige, rationale Entscheidungen am Tisch.

2. Weniger Volumen, bessere Entscheidungen

Mehr Volumen gilt im Poker noch immer als eine Art Leistungsnachweis. Mehr Tische, mehr Turniere, mehr Action. Doch gerade hier lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Realität.

In Deutschland sind Online-Spieler ohnehin auf maximal vier Tische gleichzeitig begrenzt. Trotzdem zeigt sich: Selbst das kann in vielen Situationen schon zu viel sein. Autopilot, Zeitdruck, verpasste Spots – alles bekannte Effekte, auch bei scheinbar moderatem Multitabling.

Der Vorsatz fürs neue Jahr sollte daher lauten: bewusst weniger spielen, statt zwanghaft alles mitzunehmen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, nur einen oder zwei Tische zu öffnen. Im Gegenteil: Wer merkt, dass Fokus und Entscheidungsqualität steigen, gewinnt langfristig mehr als durch hektisches Klicken.

Poker ist kein Wettbewerb um Bildschirmfläche, sondern um gute Entscheidungen.

3. Ergebnisse tracken – aber nicht obsessiv

Tracking gehört zum modernen Poker dazu. Daten liefern wertvolle Hinweise, Trends und Lernansätze. Doch zwischen sinnvoller Analyse und selbstzerstörerischer Ergebnisfixierung liegt ein schmaler Grat.

Wer nach jeder Session nur auf Graphen, Cashes oder verlorene Buy-ins starrt, trainiert vor allem eines: Frust. Sinnvolles Tracking richtet den Blick stattdessen auf die Qualität der Entscheidungen. Habe ich mein A-Game gespielt? Gab es wiederkehrende Leaks? War ich mental präsent?

Ergebnisse sind wichtig – aber sie sind eine Folge, kein Steuerungsinstrument. Wer Tracking als Werkzeug nutzt und nicht als emotionale Bewertung, schafft die Basis für echte Verbesserung.

4. Pausen nutzen – nicht am Handy versacken

Pausen sind im Poker kein Luxus, sondern Teil des Spiels. Trotzdem werden sie oft verschenkt: ein kurzer Blick aufs Handy, Social Media, Nachrichten – und der Kopf ist voller Reize, bevor die nächste Session beginnt oder das Turnier weitergeht.

Gerade hier liegt enormes Potenzial. Eine gute Pause bedeutet Abstand vom Bildschirm, Bewegung, bewusstes Durchatmen. Ein mentaler Reset statt Dopamin-Dauerbeschallung. Wer Pausen richtig nutzt, spielt konzentrierter, erkennt Muster schneller und bleibt emotional stabiler – online wie live.

Poker wird nicht nur am Tisch entschieden, sondern auch abseits davon.

Fazit

Gute Poker-Vorsätze müssen nicht spektakulär sein. Im Gegenteil: Die größten Fortschritte entstehen oft durch weniger Volumen, klarere Strukturen und bewusstere Entscheidungen. Wer im neuen Jahr nicht „mehr“, sondern besser spielen will, findet in diesen vier Punkten eine solide Grundlage – unabhängig von Limits, Format oder Erfahrung.

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