Promis & Poker: „Auf Auswärtsfahrten regelmäßig gepokert“, Handball-Weltmeister Christian Schwarzer im Kurzinterview!

Christian Schwarzer - Darts meets Poker - Darts x Poker

Am Samstag findet zum dritten Mal die Poker Charity Gala „Darts meets Poker“ unter Federführung von PDC Europe und HAPEK statt. Hier treffen Pokerspieler auf mindestens einen Promi an jedem Turniertisch, zu denen viele Sportler gehören. Jemand, der dieses Event bereits als Promi bestritten hat ist der Handball-Ikone Christian „Blacky“ Schwarzer. Der Kreisläufer begann seine beeindruckende Laufbahn 1979 in Hamburg in den Teams der TSG Bergedorf und bei Wandsbek 72 und war in seiner Profi-Karriere für den VfL Fredenbeck, den TV Niederwürzbach, die Rhein-Neckar Löwen, in der Liga Asobal beim FC Barcelona und 8 Jahre beim TBV Lemgo aktiv.

TBV Lemgo 2002-03 mit Christian Schwarzer
TBV Lemgo 202/03

In 19 Jahren Bundesliga sorgte er als Kreisläufer nicht nur permanent für Unruhe in der generischen Verteidigung, sondern erzielte dabei in exakt 600 Spielen ganze 2.208 Tore. Seine nationale Titelsammlung umfasst sowohl den DHB- (2002) und den Spanischen Pokal (200), als auch die Deutsche (2003) und Spanische Meisterschaft (2000). International ist die Titelsammlung des gebürtigen Niedersachsen nicht weniger umfassend: So kann der gelernte Reiseverkehrskaufmann auf Titelgewinne im City Cup (1995), EHF-Cup (2006) und der Champions League (2000) zurückblicken.

Nicht nur im Vereinstrikot war der Handballer des Jahres 2001 erfolgreich, auch im Nationaltrikot. Mit dem Adler auf der Brust wurde Schwarzer 2004 Europameister, gewann bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Silbermedaille, und führte das DHB-Team 2007 zum Gewinn der Heimweltmeisterschaft, wofür er mit das Silberne Lorbeerblatt des Bundespräsidenten erhielt. 2003 wurde er beim Gewinn der Vizeweltmeisterschaft in Portugal als „MVP“ des Turniers ausgezeichnet, und ist seit 2023 Mitglied der Europäischen Hall of Fame. Der 1.98m große Handball-Hüne nahm insgesamt an 4 Olympischen Spielen teil und ist mit 966 Toren aus 319 Länderspielen der Rekordtorschütze des Deutschen Nationalmannschaft.

Darts meets Poker, Darts x Poker
Christian Schwarzer

Jan Schwarz: Hallo Christian! Ich hätte ja eher erwartet, dich auf einem Handballfeld als am Pokertisch zu sehen. Tauscht Du öfter den Ball gegen die Chips?

Christian Schwarzer: Auf den Auswärtsfahrten mit dem TBV Lemgo haben wir früher regelmäßig zum Spaß gepokert. In so einem Umfeld wie bei „Darts meets Poker“ zu spielen, war für mich eine komplett neue, und eine sehr schöne Erfahrung. Und das Beste daran ist, das Ganze auch noch für einen guten Zweck zu machen. Da macht man gerne neue Erfahrungen … auch wenn sie hinten raus vom Turnierergebnis her ein bisschen bitter waren.

Jan Schwarz: Was oder wer war denn der Grund für Dein Turnierende bei „Darts meets Poker“?

Christian Schwarzer: Max Kruse! Der hatte einfach einen Lauf! – Aber ist ist eine tolle Sache gewesen und hat einfach mal Spaß gemacht!

Jan Schwarz: Die Promis hatten alle spezielle Bountys auf sich selber ausgesetzt. Was hattest Du als Bounty dabei?

Christian Schwarzer: Ich hatte ein Trikot aus meiner aktiven Zeit als Bounty dabei. Das hat Max Kruse jetzt – da hat er zumindest endlich mal ein passendes Trikot! (lacht)

Jan Schwarz: Und was glaubst du, was Max Kruse jetzt mit dem erbeuteten Trikot von dir machen wird?

Christian Schwarzer: Vielleicht wird er es ja einer Charity zur Verfügung stellen. So wie ich mitbekommen habe, sind einige Pokerspieler begeisterte Handballer oder ehemalige Handballer, die sich über so ein Trikot sehr freuen würden. Max ist ein guter Junge, der wird schon die richtige Verwendung dafür haben.

Christian Schwarzer
Christian Schwarzer (Foto: Armin Kuebelbeck, GFLD, CC-BY-SA, 3.0)

Jan Schwarz: Hat man als Mannschaftssportler einen leichteren Zugang zu Poker oder ähnlichen Spielen, weil man ja immer direkt genug Spielkameraden um sich hat?

Christian Schwarzer: Wir haben zu den Auswärtsspielen Karten regelmäßig gespielt, ob Skat oder dann später Poker, und waren so eigentlich immer irgendwie in einer Weise am Zocken. Das ist in einer Gruppe oder Mannschaft natürlich einfacher, als wenn man im Sport ganz allein unterwegs ist, wie z.B. in der Leichtathletik Lars Riedel.

Jan Schwarz: Wäre Diskuswurf bei deinem starken Wurfarm nicht auch eine Überlegung für eine sportliche Karriere gewesen?

Christian Schwarzer: Ich habe genau deshalb eine Mannschaftssportart gewählt, weil mir neben dem Zusammen-Spielen auf dem Spielfeld, das Zusammen-Feiern abseits des Feldes Spaß gemacht hat. Das ist eine Qualität die Mannschaftssport mit sich bringt.

Jan Schwarz: Gibt es aus deiner Erfahrung heraus weitere Gemeinsamkeiten von Sport und Poker?

Christian Schwarzer: Es geht beim Poker ja auch um Konzentration und gewisse Fähigkeiten, die man auch im Leistungssport braucht. Natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu, aber abseits davon ist Poker ja auch eine Wissenschaft für sich, mit der man sich beschäftigen muss, um in dem Spiel weiterzukommen … was ich vergessen habe zu machen. (lacht) In jedem Fall gibt es Parallelen zwischen Poker und Leistungssport.

Jan Schwarz: Können sich Handballer etwas von Pokerspielern abschauen?

Christian Schwarzer: Wenn man sich die Leute am Tisch anschaut und auf Gestik und Mimik achtet, kann man viel über Körpersprache lernen. Jemanden besser lesen können, wie er sich in einer bestimmten Situation verhält, ist etwas was ein Sportler von einem guten Pokerspieler lernen könnte. Solches Wissen kann einem als Sportler ein kleines Plus über die Kontrahenten verschaffen.

Jan Schwarz: Dass du dich vor der Teilnahme an einem Pokerturnier gar nicht mit der Materie beschäftigt hast, glaube ich dir als wettkampforientiertem Sportler übrigens nicht…

Christian Schwarzer: Ich habe habe meinen Sohn Kian nach ein paar Tipps gefragt, der ist in Sachen Poker versierter. Im Großen und Ganzen muss man Erfahrung direkt am Pokertisch sammeln, und die habe ich zumindest bei „Darts meets Poker“ gewonnen. Und damit läuft es dann vielleicht bereits beim nächsten Mal besser.

Christian Schwarzer – (c) Darts meets Poker

Jan Schwarz: Konnte dich dein Pokercoach Kian bei „Darts meets Poker“ vor Ort etwas unterstützen?

Christian Schwarzer: Nein, der spielt selbst Handball, und ist dann mit den Eulen Ludwigshafen in der 2. Bundesliga unterwegs. Nicht beim Poker aber beim Darts in der KölnArena, wo ich mit Gerwin Price gespielt – und gewonnen – habe, war er dabei. Sowohl Darts als auch Poker sind Dinge, mit denen sich die heutige Jugend sehr viel beschäftigt, und davon nimmt man dann auch als Papa etwas mit.

Jan Schwarz: Was für einen Stellenwert hat die Charity Komponente von Pokerturnieren für dich?

Christian Schwarzer: Es macht superviel Spaß bei so etwas für einen guten Zweck mitzumachen. Für mich hat es oberste Priorität, wenn man Menschen helfen kann, die nicht so auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Christian Schwarzer
Christian Schwarzer (Foto: Klugschnacker, CC BY-SA 3.0)

Jan Schwarz: Wird man dich denn auch abseits von „Darts meets Poker“ am Pokertisch wiedersehen?

Christian Schwarzer: Das Pokerturnier hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht, und ich sag mal so: Es wird für mich nicht das letzte gewesen sein.

Jan Schwarz: Das hoffe ich und danke dir für das Interview!

Christian Schwarzer: Sehr gerne!

Christian Schwarzer
Christian Schwarzer(Foto: Sven Mandel, CC-BY-SA-4.0)
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Jan Schwarz

Jan Schwarz hat in Bamberg, Hannover und an der DJH in Aarhus (DK) Journalistik studiert. Er schreibt seit drei Jahrzehnten für Tageszeitungen, Sportmagazine und Sportagenturen. Vor allem seine Recherchearbeit zeichnet ihn aus. Seit 2006 war er für fast alle gängigen Pokermedien im Einsatz, u. a. als Chefredakteur von „donkmag“ und „Pokerblatt“. Am Pokertisch war und ist er rund um den Globus an den Turniertischen zu finden. Im WSOPE Main Event 2008 in London war er als 42. bester deutschsprachiger Teilnehmer. – Neben Poker verfolgt der sportbegeisterte Redakteur vor allem Motorsport, Radsport, Tennis und Politik. Außerdem ist er im Bereich Trading Cards und Collectibles ein wandelnder Almanach.