Barney Frank – Verfechter von Online-Poker stirbt mit 86 Jahren!

Barney Frank (USA)

Der ehemalige US-Kongressabgeordnete Barney Frank ist Anfang dieser Woche im Alter von 86 Jahren in seinem Zuhause in Ogunquit im Bundesstaat Maine in den USA an den Folgen einer Herzinsuffizienz verstorben.

Der Demokrat galt über viele Jahre als einer der prominentesten politischen Befürworter von legalem Online-Poker in den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus machte er sich als Verfechter von LGBTQ+-Rechten sowie als Mitverfasser des Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act aus dem Jahr 2010 einen Namen.

Einsatz für legales Online-Poker

Barney Frank setzte sich während seiner Zeit im US-Repräsentantenhaus wiederholt für die Legalisierung und Regulierung von Online-Poker ein. Gleichzeitig kämpfte er gegen den Unlawful Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA), der 2006 verabschiedet worden war und den Betrieb von Online-Pokerseiten in den USA massiv einschränkte.

Bereits 2007 brachte der Politiker aus Massachusetts einen Gesetzesvorschlag ein, um den UIGEA wieder aufzuheben. Später folgte mit H.R. 2267, dem Internet Gambling Regulation, Consumer Protection, and Enforcement Act, ein weiterer Versuch, Online-Glücksspiel auf Bundesebene zu regulieren. Frank vertrat dabei stets die Position, dass Poker ein Geschicklichkeitsspiel sei.

Auch bei der World Series of Poker 2009 äußerte er sich öffentlich gegenüber Medien zu seiner positiven Haltung gegenüber Online-Glücksspiel.

Wegbereiter für spätere Regulierung

Zwar war Frank nicht mehr im Amt, als 2013 die ersten legalen Online-Pokerangebote in Delaware, Nevada und New Jersey an den Start gingen, dennoch gelten seine politischen Vorstöße als wichtiger Schritt auf dem Weg zur späteren Regulierung in einzelnen Bundesstaaten.

Der Demokrat unterstützte außerdem offen die damals einflussreiche Poker Players Alliance (PPA). Frank war überzeugt, dass ein regulierter Online-Pokermarkt dem Staat Milliarden an Steuereinnahmen bringen könnte.

Während seiner letzten Amtszeit gab er allerdings Wahlkampfspenden von Führungskräften von Full Tilt Poker zurück. Hintergrund war der „Black Friday“-Skandal, der die US-Online-Pokerbranche schwer erschütterte.

Auch wenn seine Bemühungen zu Lebzeiten nicht zu einer landesweiten Legalisierung führten und sich die Branche in den USA bis heute nicht vollständig von Black Friday erholt hat, halfen seine Initiativen dabei, den Weg für regulierte Online-Pokermärkte in einzelnen Bundesstaaten zu ebnen.

Mehr als drei Jahrzehnte im Kongress

Barney Frank wurde am 31. März 1940 in Bayonne im Bundesstaat New Jersey geboren. Seine erste Wahl in den US-Kongress gewann er 1980 gegen den republikanischen Kandidaten Richard A. Jones.

Danach folgten zwölf Wahlsiege in Folge, bevor er 2012 entschied, nicht erneut zu kandidieren. Zu seinen wichtigsten Ämtern gehörte der Vorsitz des House Financial Services Committee, den er zwischen 2007 und 2011 innehatte.

Neben seinem politischen Engagement für die Pokerbranche galt Frank auch als einer der ersten offen homosexuellen Mitglieder des US-Kongresses und als wichtiger Wegbereiter für LGBTQ+-Rechte in den USA.

Barney Frank