
20 Tage Pause haben die 9 Finalisten vom $10.000 WSOP 2026 Main Event, ehe sie vom 3. bis 5. August in die entscheidenden Spieltage 9 bis 11 gehen. Vom 2. Juli an hatten sie an 4 Start- und 8 Spieltagen 9.199 der 9.208 Entrys hinter sich gelassen. Damit hat jeder der „August Nine“ bereits $1.000.000 von den insgesamt $85.634.400 Preisgeld sicher. Auf den Sieger der $10k No Limit Hold’em World Championship wartet jedoch noch eine Null mehr in der Payouttabelle, nämlich sage und schreibe $10.000.000!
Bunte Mischung am Finaltisch
Die neun Finalisten, die aufgrund der Ausstrahlungsmodalitäten von ESPN in „November Nine“-Manier auf ihren finalen Einsatz warten mussten, stellen in jeder Hinsicht eine bunte Mischung dar. Zum einen treffen Short Stacks wie die von Evagoras Evagorou (15 BBs) oder Han Feng (17 BBs) auf einen der überragendsten Chipleader in der Geschichte der WSOP, Lucas Jumalon mit 129 BBs. Der Average am Finaltisch liegt bei 41 Big Blinds, über dem außer ihm nur noch Rami Hammoud (53 BBs) liegt.
Mehrfache Braceletgewinner wie Michael Gagliano (4x) oder Greg Mueller (3x) haben es mit 7 Spielern zu tun, die im WSOP Main Event gerne ihr erstes World Series of Poker-Geschmeide ums Handgelenk legen würden.
Auch geographisch gibt es eine klare Zweiteilung. Die sechs Nordamerikaner treffen am Finaltisch mit Mario Boos (Frankreich), Lauri Saaskilahti (Finnland) und Evagoras Evagorou (Zypern) auf drei Europäer.
Und auch der Pokerhintergrund der einzelnen Spieler könnte nicht unterschiedlicher sein: Gestandenen Pros wie Gagliano, Mueller, Han Feng, Boos oder Lucas Jumalon sitzen vollberufstätige Gelegenheitsspieler wie der Sales Manager Saaskilahti, der Analytiker Hammoud (der diese Woche gerade einen neuen Job angetreten hat), der Geschäftsinhaber Jamie Shaevel, oder der Optiker Evagorou gegenüber.
Zudem ist der Finaltisch generationenübergreifend. Ältester Spieler am Tisch ist mit 55 Jahren Greg Mueller, jüngster mit gerade einmal 22 Lenzen der Chipleader Lucas Jumalon.
Die Chipcuonts zum Start des WSOP Main Event Final Tables:
| Seat | Player | Country | Chip Count | Big Blinds |
| 1 | Lauri Saaskilahti | Finland | 37.500.000 | 25 |
| 2 | Michael Gagliano | United States | 46.500.000 | 31 |
| 3 | Mario Boos | France | 44.000.000 | 29 |
| 4 | Greg Mueller | Canada | 48.500.000 | 32 |
| 5 | Jamie Shaevel | United States | 56.000.000 | 37 |
| 6 | Han Feng | United States | 25.000.000 | 17 |
| 7 | Rami Hammoud | Canada | 79.000.000 | 53 |
| 8 | Evagoras Evagorou | Cyprus | 22.500.000 | 15 |
| 9 | Lucas Jumalon | United States | 194.000.000 | 129 |
Die verbleibenden Payouts:
| Place | Player | Prize (USD) |
| 1 | $10.000.000 | |
| 2 | $6.000.000 | |
| 3 | $3.750.000 | |
| 4 | $2.750.000 | |
| 5 | $2.250.000 | |
| 6 | $1.750.000 | |
| 7 | $1.500.000 | |
| 8 | $1.250.000 | |
| 9 | $1.000.000 |
Die Finalisten:
Seat 1 – Lauri Saaskilahti (FIN): 37.500.000 Chips

Der 39-jährige finnische Sales Manager hat seit 2017 bislang $138.453 an getrackten Poker Earnings. Dabei landete er erst einmal an einem Final Table.
Sicher ist ihm bereits die Auszeichnung als bester Finne im Main Event, die vor ihm bislang bei Rang 25 aus dem Jahr 1997 lag. Saaskilahti, der mittlerweile in Spanien wohnt, fiel im Main Event durch seine typisch finnische Coolness auf, an der auch die Wüstentemperaturen Nevadas nichts ändern konnten.
Die dreiwöchige Vorbereitungszeit auf den Finaltisch verbrachte er auf einer Rundreise von Las Vegas über San Diego nach Beverly Hills und ins Disneyland. Mit finnischer Unterstützung an den Rails könnte es nächste Woche laut rund um den Finaltisch werden.
| Day | Chip Count | Position |
| 1d | 129,700 | 449/3,638 |
| 2d | 239,000 | 406/2,034 |
| 3 | 224,000 | 893/1,389 |
| 4 | 2,100,000 | 38/533 |
| 5 | 4,345,000 | 43/174 |
| 6 | 8,100,000 | 29/62 |
| 7 | 15,600,000 | 17/21 |
| 8 | 37,500,000 | 7/9 |
Seat 2 – Michael Gagliano (USA): 46.500.000 Chips

Der 41-jährige US-amerikanische Poker-Pro weist seit 2008 bislang $2.296.144 an getrackten Poker Earnings auf. Dabei landete er 27-mal an einem Final Table, und besitzt 1 WSOP Ring und 4 WSOP Bracelets (3x Live, 1x Online).
„Gags“ konnte bislang 2x im WSOP Main Event cashen, war aber auch über das Ergebnis seines besten Auftritts bei der NLH World Championship im Vorjahr mit Rang 148 von 9.735 nicht glücklich. Auf die Frage seiner Freunde, wann er das endlich einmal im Main Event sei, antwortete er diesen damals „unter den besten 9“!
Gagliano geht sehr dankbar und entspannt in das Finale, wo ihm das Karma-Farming vielleicht ein besonders gutes Endresultat einbringt. Das muss er gegenüber den deutschsprachigen Pokerfans auch tun, schließlich war er die Nemesis von Hossein Ensan, den er auf Rang 13 aus dem Main Event warf. – Vollblutprofi Gagliano ist außerdem Erfinder der „Summer Poker Calender App“.
| Day | Chip Count | Position |
| 1b | 93,000 | 250/759 |
| 2abc | 135,000 | 683/1,260 |
| 3 | 736,000 | 189/1,389 |
| 4 | 300,000 | 489/533 |
| 5 | 5,215,000 | 29/174 |
| 6 | 11,675,000 | 19/62 |
| 7 | 19,300,000 | 14/21 |
| 8 | 46,500,000 | 5/9 |
Seat 3 – Mario Boos (FRA), 44.000.000 Chips

Der 32-jährige französische Poker-Pro hat seit 2018 bislang $239.888 an getrackten Poker Earnings. Dabei landete er 13-mal an einem Final Table.
Der bisher besten Resultate des Franzosen mit einem ABI von $300-$500 stammen aus dem King’s Resort Rozvadov, wo er das Deutsche Poker Tour High Roller Event gewann (€7.860) und im Italian Poker Sport Main Event 6. wurde (€52.500). Mit seinem Platz am Finaltisch tun sich für den MTT-Grinder ganz neue Dimensionen auf, für die er nach dem 8. Spieltag keine echten Worte fand.
Boos erntete viel Respekt, als er auf der Final Table Bubble seinen gesamten Stack riskierte, obwohl er damit vielleicht das Bustout von Shortstack Malcom Trayner hätte aussitzen können. Der Franzose möchte die 3 Wochen Pause nutzen, um Schlaf nachzuholen, im Fitnessstudio zu trainieren und ganz gewiss den Finaltisch zu studieren.
Dem Franzosen sind auf den ersten Blick nur Außenseiterchancen zuzurechnen, allerdings macht er den Eindruck, dass er als einer der motiviertesten und am besten vorbereiteten Spieler in das Finale am 3. August gehen wird.
| Day | Chip Count | Position |
| 1d | 27,000 | 2,377/3,638 |
| 2d | 165,500 | 817/2,034 |
| 3 | 91,200 | 96/1,389 |
| 4 | 800,000 | 296/533 |
| 5 | 7,850,000 | 6/174 |
| 6 | 17,950,000 | 4/62 |
| 7 | 24,300,000 | 11/21 |
| 8 | 44,000,000 | 6/9 |
Seat 4 – Greg Mueller (CAN), 48.500.000 Chips

Der 55-jährige kanadische Poker Pro besitzt seit 2003 bislang $3.540.270 an getrackten Poker Earnings. Dabei landete er 22-mal an einem Final Table und konnte 3 WSOP Bracelets gewinnen.
Den älteren Pokerspielern dürfte Gregor Müller, wie er in seiner Schweizer Geburtsurkunde heißt, als Full Tilt Pro Greg „FullBlownTilt“ Mueller bekannt sein. Den noch älteren sogar als Pro in der Eishockey-Bundesliga (heute DEL) u. a. beim EC Hedos München.
Als WSOP Limit World Champion von 2009 weiß er genau, wie es geht, ein Weltmeisterschaftsevent in Las Vegas zu gewinnen. Wie es geht Party zu machen und den gesamten Tisch zu unterhalten, weiß der Kanadier ebenfalls noch – letzteres konnte man an den Feature Tables der vorausgegangenen Spieltag gut sehen und hören.
Zwischenzeitlich hatte Mueller laut eigener Aussage schon die Freude am Poker verloren (so wie inzwischen den Umlaut im Pass), hat sie aber eindeutig wiedergefunden. Er ist sich sicher, dass das Finale mit seinen Freunden u. a. aus Vancouver eine große Party wird! – Ob er es pünktlich zum Final Table schafft, für eine Side Bet 10kg in den 3 Wochen zu verlieren, werden wir am 3. August im TV sehen.
| Day | Chip Count | Position |
| 1d | 100,000 | 936/3,638 |
| 2d | 175,000 | 735/2,034 |
| 3 | 1,124,000 | 41/1,389 |
| 4 | 1,500,000 | 118/533 |
| 5 | 4,415,000 | 40/174 |
| 6 | 10,000,000 | 24/62 |
| 7 | 13,200,000 | 19/21 |
| 8 | 48,500,000 | 4/9 |
Seat 5 – Jamie Shaevel (USA), 56.000.000 Chips

Der 39-jährige US-amerikanische Geschäftsinhaber hat seit 2009 bislang $451.177 an getrackten Poker Earnings gesammelt. Dabei landete er 9-mal an einem Final Table.
Der Business Owner ist Cashgame-Spieler durch und durch und spielt im Prinzip jedes Jahr nur das WSOP Main Event als einziges Turnier, da es am Anfang eine dem Cashgame ähnliche tiefe und Struktur besitzt. Dass er bei dem einzigen Turniereinsatz des Jahres bereits 8-mal im Geld gelandet ist, zeigt die Klasse von Shaevel. Dennoch glaubt er irgendwann „aufzuwachen“, da es sich bei Turnier und Ringgame und zwei völlig unterschiedliche Formate handelt, was sich bei immer kürzer werdenden Stacks besonders bemerkbar machen könnte.
Am achten und bisher letzten WSOP Main Event Spieltag war Shaevel für das Bustout des besten deutschsprachigen Spielers, Tolga Karakaya, auf Rang 11 verantwortlich:
| Day | Chip Count | Position |
| 2abc | 144,000 | 644/1,260 |
| 3 | 311,000 | 705/1,389 |
| 4 | 955,000 | 247/533 |
| 5 | 1,900,000 | 119/174 |
| 6 | 15,525,000 | 12/62 |
| 7 | 17,100,000 | 15/21 |
| 8 | 56,000,000 | 3/9 |
Seat 6 – Han Feng (USA), 25.000.000 Chips

Der 27-jährige US-amerikanische Poker Pro besitzt seit 2021 bislang $1.993.830 an getrackten Poker Earnings. Dabei landete er 36-mal an einem Final Table.
Feng ist der wohl derzeit aktivste Tournament Grinder unter den verbleibenden neun Spielern. Mit dem Spielvolumen und seinen Ergebnissen konnte er 2024 den Titel als GPI Mid-Major Player of the Year gewinnen.
Mit 17 Big Blinds ist er einer der beiden Spieler, die Ausschau nach einem frühen Double-Up halten werden, vor allem da er sich (erst) ab einem Stack von 20 BB richtig zuversichtlich spielt.
Sein Deep Run im WSOP Main Event machte ihm allerdings seine Reiseplänen zunichte, die ihn eigentlich auf unbestimmte Zeit zum Pokern und Reisen nach Europa führen sollten.
| Day | Chip Count | Position |
| 1b | 73,400 | 380/759 |
| 2abc | 172,000 | 526/1,260 |
| 3 | 419,000 | 514/1,389 |
| 4 | 2,550,000 | 24/533 |
| 5 | 6,565,000 | 11/174 |
| 6 | 12,850,000 | 17/62 |
| 7 | 24,000,000 | 12/21 |
| 8 | 25,000,000 | 8/9 |
Seat 7 – Rami Hammoud (Kanada), 79.000.000 Chips

Der 36-jährige kanadische Analytics Manager hat seit 2012 bislang $512.438 an getrackten Poker Earnings. Dabei landete er 19-mal an einem Final Table.
Rami Hammoud hatte eine der lautstärksten Rails im bisherigen Main Event, die zu einem Teil auch aus Spielern des Playground Poker Clubs bestand, wo er vor den Toren Montreals zu den Stammspielern gehört. Die Errungenschaft, es an den WSOP M.E. Finaltisch geschafft zu haben, kann dem Kanadier niemand mehr nehmen, und dessen ist er sich sehr bewusst. Das gilt jedoch nicht für einen evtl. noch größeren Geldsegen – darüber hat er sich noch keine Gedanken gemacht. Er ist der Meinung, Geld kommt und geht, doch ein WSOP Main Event Final Table bleibt für immer.
Spielerisch hat Hammoud an den 8 Tagen überzeugt wie kaum ein anderer. Zum einen mit seiner wohldosierten und bestens getimten Aggressivität. Er war keineswegs verlegen, all seine Chips all-in zu stellen, wofür er an den richtigen Stellen im Turnier, u.a. auch von Shaun Deeb, die beabsichtigten Folds bekam. Andererseits war Hammoud sich auch nicht zu schade – korrekterweise – Pocket Queens zu folden.
| Day | Chip Count | Position |
| 1c | 62,000 | 672/1,166 |
| 2abc | 281,000 | 221/1,260 |
| 3 | 697,000 | 218/1,389 |
| 4 | 1,490,000 | 121/533 |
| 5 | 2,630,000 | 89/174 |
| 6 | 17,400,000 | 6/62 |
| 7 | 41,500,000 | 2/21 |
| 8 | 79,000,000 | 2/9 |
Seat 8 – Evagoras Evagorou (Zypern), 22.500.000 Chips

Der 48-jährige zypriotische Optiker besitzt seit 2009 bislang $253.488 an getrackten Poker Earnings. Dabei landete er 14-mal an einem Final Table.
Der Shortstack des Final Tables hat bereits den inoffiziellen Titel des besten zypriotischen WSOP Main Event Finishers inne, der zuvor für einen 92. Platz im Main Event vergebn wurde. Dabei ist es seine erste Teilnahme an der $10k NLH Championship, die ihn gleich an den finalen Tisch brachte. Zum Poker kam er über Sportwetten. Home Games und schließlich Spiele in den Casinos auf Zypern machten ihn zu einem passionierten Grinder.
Auf den Finaltisch bereitet er sich in Zypern vor, wohin ihn einige geschäftliche Dinge zurückholten, ehe er mit der Familie im August zurück nach Vegas reist.
| Day | Chip Count | Position |
| 1d | 83,000 | 1,399/3,638 |
| 2d | 198,000 | 600/2,034 |
| 3 | 546,000 | 355/1,389 |
| 4 | 1,565,000 | 101/533 |
| 5 | 2,260,000 | 101/174 |
| 6 | 7,475,000 | 31/62 |
| 7 | 38,200,000 | 4/21 |
| 8 | 22,500,000 | 9/9 |
Seat 9 – Lucas Jumalon (USA), 194.000.000 Chips

Der 22-jährige US-amerikanische Poker Pro hat seit 2023 bislang $180.888 an getrackten Poker Earnings gesammelt. Dabei landete er 11-mal an einem Final Table.
Jumalon ist der absolute Favorit auf den WSOP Main Event Titel in diesem Jahr. Dafür sprechen nicht nur seine Pokerskills, sondern auch der riesige 129 Big Blinds deepe Monsterstack. Es bleibt abzuwarten, wie der Nordamerikaner damit im Finale umgeht, und vor allem mit der Erwartungshaltung, die auch durch zahlreiche Medien, Interviews und Internetberichterstattungen (so wie dieser) an ihn herangetragen wurde.
Sollte er auch nach dem 11. Tag noch auf Platz 1 der Ergebnisliste stehen würde er sich mit 22 Jahren (nach Joe Cada) zum zweitjüngsten WSOP M.E. Champion aller Zeiten küren. Jumalon fiel in der bisherigen Coverage nicht nur durch seine riesigen Chiptürme, sondern auch durch eine enthusiastische Rail auf, um die er sich mindestens so gut kümmerte, wie sie sich um ihn.
Eine Errungenschaft nimmt dem jungen US-Amerikaner 2026 niemand mehr. Mit 35,08% aller im Umlauf befindlichen Chips, hat er den bisherigen Rekord der 9-handed-Final-Table-Era (seit 2001) von Hossein Ensan (34,38%) übertroffen und auch den für den größten Abstand vor dem nächsten Verfolger (20,79% Vorspung, im Gegensatz zu den $15,09 von Ensan 2019).
| Day | Chip Count | Position |
| 1b | 7,4000 | 758/759 |
| 2abc | 146,0000 | 631/1,260 |
| 3 | 467,0000 | 449/1,389 |
| 4 | 2,065,000 | 39/533 |
| 5 | 4,435,000 | 38/174 |
| 6 | 15,875,000 | 10/62 |
| 7 | 40,800,000 | 3/21 |
| 8 | 194,000,000 | 1/9 |
Die Wettquoten:
Der WSOP Main Event Final Table im TV:

Event #82: $10.000 WSOP Main Event NLH World Championship – Turnierdaten:


Alle Informationen zur WSOP und zur WSOP 2026 findet Ihr auf deren Homepage.











