
Ermittlungen gegen Maccabi-Haifa-Spieler
Ein weiterer Skandal erschüttert die Fußballwelt. Wie jetzt bekannt wurde, haben die israelischen Behörden bereits im Juni einen Fußballspieler wegen des Verdachts auf Spielmanipulation, illegales Glücksspiel, Geldwäsche und Steuerdelikte festgenommen. Nachdem die ersten Ermittlungen zunächst offenbar keine konkreten Ergebnisse gebracht hatten, ist nun eine weitere Strafverfolgungsbehörde in den Fall involviert.
Im Mittelpunkt steht dabei Omer Dahan, ein 25-jähriger Spieler des israelischen Erstligisten Maccabi Haifa. Er wurde von einer auf Sportwetten und Korruptionsdelikte spezialisierten Abteilung der israelischen Polizeieinheit Lahav 433 verhaftet und in Gewahrsam genommen.
Lahav 433 ist eine Spezialeinheit der israelischen Polizei, die sich insbesondere mit schwerer und organisierter Kriminalität beschäftigt. Nach Angaben der Behörden soll Dahan Verbindungen zu einer mutmaßlichen kriminellen Gruppe unterhalten haben. Diese Kontakte waren bereits im vergangenen Jahr Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.
Wie israelische Zeitungen berichten, erfolgte Dahans Festnahme im Rahmen einer großangelegten Verhaftungsaktion, die aus den laufenden Ermittlungen hervorging.
Auch der israelische Fußballverband (IFA) reagierte auf die Vorwürfe. Der Verband beantragte bei einem Disziplinarausschuss, Dahan für mindestens 60 Tage vom Spielbetrieb auszuschließen (…süß). Als Begründung wurden die „gegen den Verdächtigen laufenden Ermittlungen“ genannt.
Nach einer Woche in Gewahrsam wurde Dahan wieder freigelassen. Anschließend wies der Fußballer die Anschuldigungen über Instagram zurück. Er erklärte, er habe keiner Mannschaft, für die er gespielt habe, jemals geschadet.
Glücksspiel in Israel stark eingeschränkt
Der israelische Fußballverband sieht trotz der Freilassung weiterhin Handlungsbedarf. Nach Ansicht des IFA würde Dahans weiterer Einsatz während der laufenden Ermittlungen einen Schatten auf die Liga werfen. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe werden von offiziellen Stellen als äußerst schwerwiegend eingestuft.
Darüber hinaus besteht die Sorge, dass eine Fortsetzung seiner Karriere während der Ermittlungen die Integrität des Wettbewerbs beeinträchtigen könnte.
Der Fall macht zugleich deutlich, dass auch kleinere Fußballmärkte nicht vor Sportwetten- und Manipulationsskandalen geschützt sind.
Die israelische Premier League, in der auch Maccabi Haifa spielt, gehört im internationalen Vergleich zu den kleineren Profiligen. Laut Haaretz verdienen Topspieler dort üblicherweise zwischen $200.000 und $500.000 US-Dollar, während die Gehälter in den unteren Spielklassen natürlich deutlich niedriger ausfallen.
Besonders interessant ist der Fall vor dem Hintergrund der strengen Glücksspielregeln in Israel. Die meisten Formen des Glücksspiels sind sowohl online als auch offline verboten. Auch Pferdewetten wurden 2018 untersagt.
Eine Ausnahme bildet das Israel Sports Betting Board (ISBB), das über das exklusive Recht verfügt, Sportwetten im Land zu organisieren und zu regulieren. Das Angebot ist allerdings stark eingeschränkt.
Erlaubt sind unter anderem privates Pokerspiel und die staatliche Lotterie, während nahezu alle anderen Formen des organisierten Glücksspiels verboten sind. Trotz dieser Einschränkungen hat sich Israel zu einem wichtigen Standort für die internationale Glücksspielbranche entwickelt.
Sportwetten-Skandale nehmen weltweit zu
Der Fall um Omer Dahan ist dabei nur der jüngste Sportwetten-Skandal. Auch in den USA haben zahlreiche Fälle aus dem Profi- und College-Sport in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen gesorgt.
Die Zahl der Ermittlungen nahm insbesondere nach 2018 zu. Damals hob der Oberste Gerichtshof der USA das faktische bundesweite Verbot von Sportwetten außerhalb Nevadas auf.
Auch die US-Bundesbehörden beschäftigen sich weiterhin mit einem umfangreichen NBA-Wettskandal, der im vergangenen Oktober bekannt wurde. Im Februar wurde zudem der ehemalige MLB-Star Yasiel Puig schuldig gesprochen, weil er Bundesermittler im Zusammenhang mit einer Untersuchung zu illegalen Sportwetten belogen hatte.
Für Aufsehen sorgte außerdem ein Fall aus dem College-Sport. Brendan Sorsby, ein Quarterback, der von den Indiana Hoosiers zu Texas Tech gewechselt war, begab sich in Behandlung, nachdem er eingeräumt hatte, während seiner Zeit bei den Hoosiers zahlreiche Wetten platziert zu haben.
Wegen seines Wettverhaltens wurde Sorsby für die Saison gesperrt. Zudem verzichtete die NFL auf einen sogenannten Supplemental Draft, sodass der Quarterback bis zum regulären Draft im kommenden Jahr warten muss, um seine Football-Karriere fortzusetzen.
Der Fall Omer Dahan zeigt damit erneut, wie eng Sportwetten, mögliche Spielmanipulationen und organisierte Kriminalität miteinander verbunden sind und man will gar nicht wissen, was hinter den Kulissen noch so alles abgeht.











