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21. Juni 2011 | 8 Kommentare



Casinosterben in Deutschland

Der Fall Magdeburg hat es gezeigt: Es wird immer schwieriger ein Casino in Deutschland rentabel zu betreiben. Viele Casinos in der gesamten Provinz schreiben mittlerweile rote Zahlen. Das liegt natürlich in erster Linie an der erdrückenden Steuerlast. Diese liegt zwischen 70-90% je nach Bundesland. Trotzdem waren diese Casinos jahrelang echte Cashmaschinen. Das lag natürlich auch daran, dass das Geld früher deutlich lockerer saß. Im Casino Hittfeld, an der Hamburger Stadtgrenze, trafen sich regelmässig Rotlichtgrössen und zockten um Millionen. Diese Zunft ist mittlerweile so gut wie ausgestorben. Starke Kontrollen der Finanzsysteme, Querprüfungen der Finanzämter und die totale Tranparenz der Banken haben es so gut wie unmöglich gemacht Schwarzgelder einzunehmen. Eben diese Schwarzgelder wurden früher halt auch locker im Casino ausgegeben. Versteuertes Geld ist nur noch halbes Geld und sitzt nicht mehr so locker in der Tasche.

Wenn man sich die Einkünfte der Casinos anschaut, muss man festellen, dass das klassische Spiel ( Roulette, Black Jack, usw.), im Gegensatz zu der allgemeinen Volksmeinung, lange nicht die grossen Profite für das Casino bringt. Der Großteil der Gewinne wird im Automatenbereich erzielt. Und genau dort liegt das Problem. Früher konnte man in der Gaststätte um die Ecke mal eine 5 Mark Münze oder später auch mal einen Zwanziger in den Geldspielgeräten riskieren. Um höher zu spielen musste man dann in die Spielbank. Heutzutage, in Zeiten von Novoline und Co., sind Einsätze und Gewinne im vierstelligen Bereich kein Problem mehr. Zwar sind diese Automaten auf einen Einsatz von 80 Euro pro Stunde beschränkt, in Spielhallen mit teilweise bis zu 96 Automaten ist es aber kein Problem an mehreren Automaten gleichzeitig zu spielen und so mal eben Tausende zu verlieren. Hat man früher am Automaten die Risikoleiste bis Anschlag gedrückt, konnte man sich über einen Gewinn von maximal 200-300 DM freuen. Die neue Generation der Spielautomaten wurden gerade auf einen Höchstgewinn von 1000 Euro beschränkt. Allerdings beginnen die Automaten bereits bei einem Betrag über 400 Euro im Gewinnspeicher mit dem Zwangscollect. Der Gewinnspeicher wird dann Stück für Stück in den Münzspeicher gebucht, so dass hier wieder Platz für neue Gewinne ist.

Ein weiteres Problem ist das Rauchverbot. In Teilen Deutschlands ist dieses zwar auch bereits für Spielhallen bindend, allerdings fällt ein Großteil der Spielhallen nicht unter das Rauchverbotsgesetz, da hier keine Speisen und Getränke verkauft werden. In den deutschen Casinos hingegen findet immer ein Getränkeverkauf statt und somit gilt auch striktes Rauchverbot. Das kostet einen Großteil der Spieler, da die Raucher unter ihnen nicht darauf verzichten wollen und sich dann zum Automatenspiel in der Spielhalle einfinden.

Der vielleicht stärkste Grund für die rückläufigen Umsätze im Automatenbereich war eine Klage eines Spielers vor ca. 3 Jahren. Dieser Spieler hatte sich für ein Casino sperren lassen. Diese Selbstsperren zählten zum damaligen Zeitpunkt nur für den Bereich des klassischen Spiels. Den Automatenbereich konnte man in nahezu jedem Casino ohne Ausweisvorlage betreten. Eben dieser Spieler besuchte im selben Unternehmen, in dem er für das klassische Spiel gesperrt war, weiterhin regelmässig den Automatenbereich. In der Klage verklagte er, bzw. Familienangehörige, das Casino auf Schadensersatz und erhielt Recht. Aufgrund dieses Vorfalles änderte man den Glücksspielstaatsvertrag und machte den Casinos zur Auflage ebenfalls den Automatenbereich mit einer Ausweispflicht zu belegen. Man glaubt kaum wieviele gesperrte Spieler es tatsächlich gibt. Behauptungen zufolge brachte alleine die Einführung der Ausweispflicht im Automatenbereich Umsatzeinbußen im zweistelligen Prozentbereich. Das eigentliche Ziel der Spielsuchtprävention hat man damit allerdings verfehlt. Diese gesperrten Spieler können nach wie vor in jeder Spielhalle weiterhin ohne Ausweis spielen.

Diese Tendenz hat man natürlich auch mittlerweile in der Regierung erkannt und so gibt es bereits mehrere Ansätze und Entwürfe um die Spielhallen stärker zu regulieren.


 

8 responses to “Casinosterben in Deutschland” RSS icon

  • Tja Deutschland geht Schritt für Schritt immer weiter vor die hunde…Hauptsache die politiker hauen sich die Taschen voll

    Hot debate. What do you think? Thumb up 9 Thumb down 11

  • es gibt immer noch genug Casinos… und wenn sie doch nach und nach schliessen, dann hat der normale Bürger wenigstens weniger Möglichkeiten dem STAAT sein hart verdientes Geld in den Rachen zu schmeißen!
    es gibt 3% winning Player, der Rest verliert… ein Teil kann es sich leisten zu verlieren und macht es aus spass… der andere Teil kommt täglich und ist eigentlich schon broke…die casino verantwortlichen wissen genau, welche Spieler yunkees sind, würden aber nie etwas unternehmen. es wird gewartet bis sich die Spieler selbst sperren. wenn sie sich nicht selbst sperren, werden sie , wissend!, bis zum Ruin gerupft!
    Casino-Business Sucks!!!

    Well-loved. Like or Dislike: Thumb up 13 Thumb down 1

  • Schwachsinn… im Casino gibt es keine Winningplayer… Das ist im klassischen Spiel unmöglich. Vom Poker kann kein Casino leben sondern nur ein paar ranzige Cardrooms in Österreich…

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  • Als würde von Casinos und Glücksspiel das Wohl des Landes und der Welt abhängen.
    Dafür gibt es Massen an Spielhallen in den Städten. Die Zeit wandelt sich eben.
    Glücksspiel stürzt die Leute eh nur ins Unglück. Casinos sind eh nicht auf Gewinn der Spieler ausgelegt und jeden Euro den die nicht einnehmen, ist ein gewonnener Euro für die Spieler.

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  • Ich denke mal, dass die Masse der Casinos und Spielotheken etc auch ein Problem dabei ist, ich glaube nicht, dass früher eine so große Konkurrenz bestand wie heute in dieser Branche. Im Umkreis von 20km von mir zu Hause sind unzählige Spielbanken usw. ist ja klar, dass da welche auf der Strecke bleiben…..

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  • Kein Mitleid mit den Mitleidlosen. Ich hab mal in einem Casino gesehn wie ein junger Mann 3-4 mal zur Kasse gegangen ist und alles verloren hat. Wieviel Existenzen haben die auf dem Gewissen ? Wenn ich eine Möglichkeit hätte denen den Todesstoss zu versetzen, ich würds tun.

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  • schallundrauch

    stimmt ja, im klassischen spiel verlieren alle, aber beim poker sind alle weit im plus

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  • Da ein Lob für Vegas und Reno,

    schaut Euch doch mal da ein Casino an was für einen Service diese Casino’s bieten um Spieler an sich zu binden.
    In Deutschland gibt es Casino’s die wollen Eintritt da frage ich mich was soll das und dann 6.- € für einen Kaffee ist natürlich sehr kundenfreundlich.

    Der “dresscode” in den Casino’s ist auch super kundenfreundlich.

    Liebe Casinobetreiber fliegt doch einfach mal nach Vegas… und legt die Tradition ab und ändert was in Euren Casino’s

    Gruss
    Marc

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