Pius Heinz auf allen Kanälen – Wirres Zeug – Wenn ich einmal reich wär

„Go go go – Push him away – No no no – Don’t let him stay“   – The Cure

Pius Heinz bei Stefan Raab. Pius Heinz bei Stern TV. Pius Heinz bald bei der TV Total Pokerstars.de Nacht (wenn das wahr ist?). Pius Heinz bald bei den German High Rollern (was ganz sicher wahr sein wird.) Pius Heinz auf jeder relevanten Pokerseite im Interview. Pius Heinz wird vom immer unerträglichen, aber teilzeitwortgewaltigen Franz Josef Wagner getadelt und vom immer wortgewaltigen und teilzeitunerträglichen Udo Gartenbach verteidigt.  -Ich will den alten Pius Heinz zurück. Den wunderbaren schüchternen, scheuen Pius Heinz. Den Pius Heinz, der während seines ersten WSOP-Sommers ständig auf der Flucht war vor uns Journalisten. Der bis zum letzten Tag meiner lieben Kollegin Natalie Hof widerstehen konnte, bevor er bereit war ein kurzes Interview zu geben.  –  Mach dich rar, dann bis du mein Star oder so ähnlich.

Dabei haben Pius und ich doch soviel gemeinsam – wenn man glauben darf, was in den Medien so berichtet wird. Wir kaufen uns jetzt beide „keinen Lamborghini“. Wir wurden beide von keinem „FBI-Profiler“ trainiert und würden beide unseren Mütter am liebsten „ein Haus kaufen“ (und unseren Schwestern einen Mini). Meine Verwandtschaft muss aus pekuniären Gründen tatsächlich noch ein wenig warten. Bei Pius wird man sehen und was auch passiert, man wird es in der BILD lesen. Ich freue mich schon auf die extralange Schlagzeile: „Mutter von Pokerpapst Pius bekommt Haus. Schwester mit neuem Mini auf Besuch“. – Wahrscheinlich ist das nur der Neid. Niemand interessiert sich für mich und meine Befindlichkeiten. Keiner fragt mich, wie ich das wieder geschafft habe beim Pokerstars Red Spad Open unter die Top 3000 zu kommen. Die Rheinische Post titelt in ihrer Online-Ausgabe: „Poker WM London: Deutschland siegt auch ohne Pius Heinz“. Dass ich auch kein bisschen mitgespielt habe war auch wichtig und wird nirgendwo erwähnt. Es ist einfach ungerecht.

Hätte ich acht Millionen Dollar gewonnen, ich wäre so ein großartiger Champion. Ich würde mit überhaupt niemandem mehr sprechen. Außer den wenigen, die ich von Herzen gerne mag. Ein übersichtliches Grüppchen von verwegenen Geistern, nebenbei bemerkt. Einen Riesenzaun würde ich bauen um mein Grundstück und ein Gewehr kaufen wie Hunter S. Thompson. Anwälte wären damit beschäftigt jeden zu klagen, der mich nur anruft. Ich würde mir ein Motorboot kaufen mit einem Plattenspieler, weil da noch kein Mensch überhaupt auf die Idee gekommen ist und würde auf dem Stillen Ozean (wenn der wirklich so still ist?) meine Cure-Platten hören. Jeder der ein Bild von mir veröffentlicht, bekommt eine Abmahnung und immer, wenn ich selbst ein Bild von mir abgedruckt haben will  – etwa „Pokerpapst Götz kocht Dillkartoffeln“ kaufe ich mir einfach eine Doppelseite zum vollen Anzeigenpreis. Udo Gartenbach würde meine Biographie schreiben mit einer kleinen Klausel im Autorenvertrag. Für jedes Mal „Rotwein“, „Betsson“ oder „Mau Mau“  im Text gäbe es 5000.-E Pönale. Realistisch bin ich dann um weitere 500 000.-E reicher und die spende ich dann für wohltätige Zwecke oder so.

Doch wer weiß, vielleicht kommt jetzt alles ganz anders. Prognosen waren noch nie meine Stärke, besonders bei denen in die Zukunft tue ich mir so schwer . Könnte doch sein, dass Pius Heinz der Pokerheiland ist auf den Deutschland immer schon gewartet hat. Gute Manieren, wortgewandt und nervenstark. Das könnte endlich die Wende bringen. Dinge ändern sich manchmal und Gesetze ändern sich noch deutlich häufiger. Es müsste sich nur das konservative Geld an die Materie wagen, die Politik eilt dann willfährig hinterher. Eine Bitburger Pokertour, eine Porsche-Challenge, ein Allianz Open und ein Mc Donalds Poker Kinderinternat und alles wird gut. – Wenn Pius Heinz der Mann ist, dem wir das alles zu verdanken haben, dann werde ich auch zum Jünger und verspreche kein Interview und kein Portrait mehr zu versäumen. Großes Veltins-Ehrenwort.

Götz Schrage

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