Geschenk oder Skandal: The Venetian (not so?) Lucky Shot Poker Series & Drawing

0

Die Glückskomponente in Pokerformaten kann seinen Reiz haben, z.B. wenn man in kürzester Zeit einen Shot auf einen großen Gewinn erdrehen will, oder sowieso dem ein oder anderen Gamble nicht abgeneigt ist. Mittlerweile gibt es in der Pokerwelt fast nichts, was es nicht gibt: Ausgewürfelte Prize Pools, Random Power-Ups, Anonyme Gegner, Run it Twice, Insurance, und noch mehr. Wie wäre es allerdings, wenn auch das Rake ausgewürfelt würde, oder zumindest nicht bekannt oder abzuschätzen wäre? – So oder so ähnlich passiert es bei der $225.000 Lucky Shot Poker Series und der zugehörigen Verlosung vom 21. bis 27. Oktober im Venetian Las Vegas.

$150.000 Prize Pool-Garantie für das Turnier, $48.000 für die Side-Events und $52.000 für die Verlosung

Neben dem $150.000 Prizepool für das Hauptturnier, gibt es auch noch einen Prizepool für eine Verlosung. Für jedes $250 Buy-In erhält der Spieler nämlich ein Los. Am 27. Oktober, dem Ende des Turniers, werden dann Preise im Wert von garantierten $52.000 ausgelost. So weit so gut – der zweigeteilte Prizepool kann die Teilnahme an der Turnierserie mit sieben $125 NLH Side Events und dem $250 Main Event mit sechs Starttagen durchaus spannender machen. Der Teufel liegt aber im Detail, schaut man in das Kleingedruckte!

“Garantie” hier mit der Bedeutung: Maximales Payout

In Punkt “9.” steht: “100% of all funds collected will go to meet the $150.000 Total Prize Pool.” – Richtig gelesen: 100%, es gibt also kein Rake. Aber verteilt das Venetian wirklich solche Geschenke an seine Spieler? Nicht unbedingt, denn weiter heißt es unter Punkt 9: “Any funds collected above and beyond the total prize pool will be the sole property of The Venetian Poker Room.” – Bitte was?
Das heißt im Klartext, wird die Garantiesumme von $150.000 erreicht, fließt kein Dollar mehr in den Prizepool, dafür jedoch jeder weitere in die Tasche des Venetians!

Rake richtet sich nach Anzahl der Teilnehmer

Damit richtet sich das Rake nach der Anzahl der Teilnehmer. Konkret heißt das, dass es bei unter 600 Teilnehmern ein Overlay für die Spieler gibt. Zwischen 600 und 750 Entries sind alle Spieler teil eines günstigen Turniers mit einem umgerechneten Rake, das kleiner wäre als das standardmäßige $200+50. – Aber was passiert darüber hinaus. Bei einem Turnier mit 6 Starttagen und Unlimited Rebuys in den ersten 8 der 30-minütigen Levels kann, gerade im Venetian, auch ein vielfach größeres Starterfeld zusammenkommen. Bei 900 Entries würde das Rake umgerechnet bereits 33% betragen, bei 1.200 Entries unverschämte 50%, was das Gegenteil eines Geschenks an die Spieler wäre! Ein Skandal!

Pokerspieler nehmen in den Sozialen Medien kein Blatt vor den Mund

Youtuber and ACR Pro Jeff Boski machte in mehreren Tweets auf das spezielle Turniermodell des Venetian aufmerksam und bekam aus der namhaften Pokercommunity viele Reaktionen darauf.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Ben Lamb äußerte sich wie folgt:

Und natürlich wurde darüber diskutiert, ob man die Pokercommunity so konditionieren könnte, das sich eben nicht viele Spieler anmelden würden, worauf Mike “Timex” McDonald an den PokerStars-Boycott-Versuch erinnerte, und wie dieser exploitet wurde:

Und das war noch nicht alles…

Wie das Venetian diese neue Turnieridee jetzt weiter bewirbt, und wie sich die Pokercommunity verhält, bleibt mit Spannung zu beobachten. Dass Buy-Ins ab einem bestimmten Volumen nicht mehr im Prizepool landen, war jedoch nicht die einzige Besonderheit, die für Kopfschütteln sorgte…

Egal wieviel Entries, nur 81 Spieler kommen in the money

Wer jetzt gedacht hatte, dass bei so einem Turnierformat, die weiteren Details etwas spielerfreundlicher seien, sah sich getäuscht. Ganz klar wurde in Regeln und Schedule festgelegt, dass maximal 81 Spieler im Preisgeld landen werden. Im Falle eines riesigen Starterfeldes mit überdimensioniertem Rake würden zudem nur wenige Prozent des Teilnehmerfeldes überhaupt ins Preisgeld kommen.

Und Frühaufsteher muss man sein!

Zu guter Letzt gibt es ja noch den $52.000 großen Verlosungspreispool. Um diesen spielt man schon ab einem $250 Buy-In mit – allerdings nicht ganz automatisch! Denn um dabei zu sein, muss man sein(e) Ticket(s) am 27. Oktober zwischen 09:30 und 11:30 Uhr im Venetian abholen und sie selber und die Lostrommel werfen, um dann um 12:30 Uhr auch wirklich gezogen werden zu können. Wenn man sonst nichts zu tun hat…



Dieser Artikel ist im übrigen nicht zum 1. April erschienen. Was haltet ihr von diesem Format. Schreibt uns eure Meinung in den Kommentaren.