
Die 2001 von Matt Savage gegründete Tournament Directors Association (TDA) sorgt für einen Branchenstandard, der Pokerturnieren weltweit ein Regelwerk zur Orientierung bietet.
2.500 Mitglieder aus 63 Ländern weltweit sind Mitglied bei der TDA – aber der Einfluss reicht weit über den Teilnehmerkreis hinaus. Das Ziel der TDA mit ihrem Regelwerk ist, dass, egal wo gespielt wird, die gleichen Regeln erwartet werden können.
Alle zwei Jahre werden die Regeln neu überprüft und diskutiert, so auch in diesem Jahr 2026 – und es gibt zahlreiche Updates im Katalog. Wir haben einen Überblick über die Änderungen!
Es gibt nun klarere Regeln für den Fall, dass am Tisch Sprache verwendet wird, die dort keinen Platz haben sollte – beispielsweise wenn Spieler beleidigt und verhöhnt werden.
Weiter kann man nicht mehr aktiv ins Spiel eingreifen, wenn man zuvor passiv – ohne dran zu sein – agiert hat. Heißt: Kündigt man an zu folden, obwohl man nicht dran ist, kann man das nicht mehr in einen Call oder ein Raise ändern.
Wer All-In geht, muss ab sofort entscheiden, ob er alle oder keine Chips in die Mitte bringt. Einen, oder ein paar Chips in die Mitte werfen und All-In aussprechen, wird damit passé. So soll klarer zwischen einem Call und All-In unterschieden werden können.
Eine weitere Änderung betrifft den Dealer-Button. Wenn vorher ein Spieler auf Platz 5 saß und ein toter Button auf Platz 4 lag, hätte der Spieler ausgesetzt. Säße der Spieler auf Platz 4, hätte er den Button bekommen. Ab sofort wird der Dealer Button einfach vorgeschoben und der Spieler ist mit dabei, damit so viele Spieler wie möglich mit dabei sind.
Wenn nicht vollständig All-In gegangen und ein Chip zurückgehalten wird, sollen Dealer das dem Tisch ansagen. Wer den Chip versteckt, kann bestraft werden.

Eine weitere Regel betrifft den Spieleinstieg. Wenn Spieler Chips in ihren Händen oder einem Rack haben, müssen sich sofort wieder an den Tisch sitzen und dürfen nicht auf den Button warten, bevor wieder gedealt wird.
Chipstacks sollen immer in 20er Einheit gestapelt werden. Keine kreativen Türme mehr, um dem ganzen Tisch es zu erleichtern, einzuschätzen, wie groß der Count ist.
Dem Floor soll ab sofort laut TDA-Regelwerk es nun auch möglich sein, Spieler mit Chip-Entnahme zu bestrafen. Nicht nur Aussetzen und den Stack mit Blinds schmelzen ermöglichen es nun, die Spieler zu bestrafen, sondern auch den ein oder anderen Big Blind direkt aus dem Stack zu entfernen.
Neue Technologien waren ein großes Thema beim TDA Summit. Noch ist nichts entschieden, die Mitglieder waren sich aber sehr einig, dass Meta’s neue Kameragläser verboten werden sollten. Bei Turnieren mit Livestream wird Spielern vorgegeben, ihre Karten vor dem Flop zeigen zu müssen.
Weiter wurde viel Zeit mit Mixed Games verbracht. Die größte Änderung hier ist bei der „Seventh Street“. Wenn eine Karte offenliegt, wird diese sofort wieder in den Stack gemischt und neu gedealt. Es wird nicht zu Ende gedealt und danach wieder gemischt.
Im raren Fall, dass zwei Spieler in der gleichen Hand rausfliegen, wird die Big Blind Ante mit einberechnet, bevor die Chipstacks gezählt werden, um klar zu machen, wer auf welchem Platz in der Turniertabelle sitzt – nicht der Chipstack vor der Hand. Kleiner, aber feiner Unterschied.
Viel Zeit ohne Ergebnis brauchte die Diskussion um den Begriff Womens oder Ladies Event.
Viele Themen werden auch beim nächsten Treffen wieder auf der Agenda stehen, wenn die Turnierdirektoren sich 2028 beim TDA Summit treffen.











