
Die Schweizer Behörden verschärfen ihr Vorgehen gegen illegale Glücksspielangebote im Internet. Neue Zahlen der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) zeigen, dass die Aufsicht im vergangenen Jahr deutlich häufiger gegen nicht lizenzierte Anbieter vorging. Neben zahlreichen Hausdurchsuchungen wurden hunderte Domains gesperrt, um den Zugang zu unerlaubten Online-Casinos und Glücksspielplattformen zu unterbinden.
Hintergrund ist das Schweizer Glücksspielgesetz, das Online-Casinospiele ausschließlich konzessionierten Schweizer Spielbanken erlaubt. Ausländische Betreiber ohne entsprechende Zulassung dürfen ihre Angebote in der Schweiz nicht legal bereitstellen.
Deutlich mehr Domain-Sperren
Nach Angaben der ESBK wurden im Jahr 2025 insgesamt 580 neue Domains gesperrt. Das entspricht einem Anstieg von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Parallel dazu führte die Behörde 28 Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit illegalem Glücksspiel durch.
Mit den Sperren soll verhindert werden, dass Spieler auf nicht genehmigte Glücksspielangebote zugreifen können. Die Maßnahmen richten sich insbesondere gegen internationale Plattformen, die ihre Dienste ohne Schweizer Konzession anbieten.
Online-Casinos bleiben streng reguliert
Ende 2025 verfügten in der Schweiz insgesamt 20 Spielbanken über eine Konzession für den stationären Betrieb. Neun davon boten zusätzlich legale Online-Casinospiele an. Gleichzeitig kam es zu strukturellen Veränderungen auf dem Markt: Mehrere Casinos stellten ihren Betrieb oder ihr Online-Angebot aus wirtschaftlichen Gründen ein.
Trotz dieser Entwicklungen bleibt das Online-Glücksspiel ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Während die Erträge der klassischen Spielbanken zurückgingen, legte das Online-Geschäft erneut leicht zu. Insgesamt erwirtschafteten die Schweizer Casinos 2025 einen Bruttospielertrag von rund 878 Millionen Schweizer Franken.
Auch Sportwetten stehen im Fokus
Nicht nur Online-Casinos geraten ins Visier der Behörden. Für Sportwetten ist in der Schweiz die interkantonale Aufsichtsbehörde Gespa zuständig. Sie geht ebenfalls gegen nicht lizenzierte Anbieter vor und verweist darauf, dass ausschließlich konzessionierte Angebote wie jene von Swisslos oder Loterie Romande legal betrieben werden dürfen. Auch internationale Plattformen wie Polymarket oder Kalshi stehen dabei im Fokus der Aufsicht.
Wer ohne Genehmigung Sportwetten oder andere Geldspiele in der Schweiz anbietet, muss damit rechnen, dass Webseiten gesperrt oder weitere aufsichtsrechtliche Maßnahmen eingeleitet werden.
Schweiz hält an ihrem Regulierungskurs fest
Mit den aktuellen Zahlen unterstreichen die Schweizer Behörden ihren konsequenten Kurs gegen illegale Glücksspielangebote. Domain-Sperren, Hausdurchsuchungen und eine enge Marktüberwachung sollen sicherstellen, dass das Glücksspiel ausschließlich innerhalb des gesetzlichen Lizenzsystems angeboten wird.
Für internationale Glücksspielunternehmen bedeutet dies weiterhin hohe regulatorische Hürden. Spieler in der Schweiz müssen dagegen damit rechnen, dass der Zugang zu nicht zugelassenen Plattformen konsequent eingeschränkt wird.









