
Thomas C. Goldstein, der mehr als 40 Mal vor dem US Supreme Court plädierte, ist am 24. Juli 2026 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 56-Jährige hatte über Jahre Pokergewinne in Millionenhöhe vor dem Fiskus verschwiegen und dabei ein System aus Bilanzfälschung, Hypothekenbetrug und verdeckten Konten aufgebaut.
Billionäre als Gegner und 77 Millionen Dollar über dem Tisch
Goldsteins Doppelleben war in der US-Anwaltszunft kaum bekannt. Während er tagsüber Mandanten vor den höchsten Gerichten des Landes vertrat, nahm er abends an Hocheinsatz-Pokerrunden teil, an denen Milliardäre wie Andy Beal und Alec Gores sowie Hollywood-Star Tobey Maguire zugegen waren.
Allein gegen Gores soll er knapp 77 Millionen Dollar gewonnen haben. Zwischen 2016 und 2023 verschwieg er dem Finanzamt Einnahmen von über 25 Millionen Dollar und hinterging den Staat um mehr als 9,5 Millionen Dollar an Steuern. Hinzu kam Hypothekenbetrug: Bei einem 1,98-Millionen-Dollar-Kredit für ein Luxusanwesen in Washington verschwieg er Verbindlichkeiten von über 14 Millionen Dollar sowie offene IRS-Schulden.
Suchtargument gescheitert und direkt aus dem Gerichtssaal abgeführt
Goldsteins Verteidigung versuchte mit einer schweren Spielsucht zu punkten und argumentierte, ihr Mandant sei weder reich genug gewesen, um mit Milliardären mitzuhalten, noch gut genug im Poker, um gegen Profis zu bestehen. Richterin Lydia Kay Griggsby ließ das nicht gelten und bezeichnete den Fall als eindeutig.
Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor auf Goldsteins Lebensstil verwiesen: Bentleys, Luxusurlaube und Uhren im Wert von 200.000 Dollar. Neben der Haftstrafe muss er Schadensersatz von über drei Millionen Dollar leisten und steht nach der Entlassung fünf Jahre unter Bewährungsaufsicht. Die Kaution wurde widerrufen, Goldstein wurde noch im Gerichtssaal in Handschellen abgeführt. Er plant Berufung. Ob das Rechtsmittel Erfolg hat, dürfte angesichts des klaren Urteils und der umfangreichen Beweislage als unwahrscheinlich gelten.









