
Federico Brunato macht keinen Hehl aus seiner Kritik. Der CEO des King’s Resort Rozvadov hält viele Veranstalter für strategisch blind und sieht in der Nachahmung von Mitbewerbern einen der größten Fehler im heutigen Live-Poker-Business.
Langfristige Strategie statt kurzfristiger Garantien
Brunato, seit September 2018 zunächst als Poker Director und später als CEO im King’s Resort Rozvadov verantwortlich, hat von Beginn an eine klare Marschroute verfolgt: eigene Ideen entwickeln, Trends setzen statt kopieren, und mit einem Plan B und C in der Hinterhand agieren.
Seine Hauptkritik gilt Veranstaltern, die ihre Festival-Kalender an den Aktivitäten der Konkurrenz ausrichten statt an einer eigenständigen Identität. Besonders die Fixierung auf Garantiesummen als alleiniges Verkaufsargument stört ihn. Früher seien Communities rund um das Erlebnis entstanden, heute werde zu oft gehofft, dass eine hohe Garantie das Feld von allein füllt.
Europa führt und Amerika kämpft mit eingefahrenen Strukturen
Brunato sieht Europa klar im Vorteil gegenüber dem amerikanischen Markt. In den USA sei Poker seit Jahrzehnten tief verwurzelt, was die Bereitschaft bremse, bewährte Formate und Strukturen aufzugeben. Europa hingegen suche aktiv nach neuen Trends und Innovationen und könne dadurch jüngere Generationen schneller ansprechen.
Konkret meint er damit kontinuierliches Experimentieren mit Startstack-Größen, Levelzeiten, Spielvarianten und neuen Turnierformaten. Das King’s Resort steht dabei als Beispiel: von einer weitgehend unbekannten Destination zur einer der meistbesuchten Pokeradressen Europas. Ob andere Veranstalter Brunatos Ansatz aufgreifen oder weiter auf bewährte Formeln setzen, wird der Markt in den kommenden Jahren beantworten.









