
Zwei Finaltische beim WSOP Main Event schaffen nur die wenigsten Pokerspieler. Kenny Hallaert gehört zu diesem exklusiven Kreis und blickt auf seine außergewöhnlichen Erfahrungen zurück. Der Belgier spricht über die Unterschiede zwischen seinen Finaltischteilnahmen 2016 und 2025, den enormen mentalen Druck während des Turniers und weshalb eine längere Pause vor dem Finale sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt.
Zwei Finaltische mit völlig unterschiedlichem Ablauf
Kenny Hallaert erreichte seinen ersten Finaltisch bei einem WSOP Main Event im Jahr 2016, als das berühmte November Nine Format noch bestand. Zwischen dem Erreichen des Finales und der Entscheidung lagen damals mehrere Monate. Im Jahr 2025 verlief alles deutlich schneller, denn nach nur einem freien Tag wurde bereits um den Weltmeistertitel gespielt.
Aus Sicht von Kenny Hallaert brachte das frühere Format den Vorteil mit sich, Familie und Freunde nach Las Vegas holen zu können. Gleichzeitig blieb genügend Zeit, um sich organisatorisch und mental auf den wichtigsten Tisch des Jahres vorzubereiten. Bei der Ausgabe 2025 war dies aufgrund der kurzen Pause kaum möglich.
Aufmerksamkeit für die Finalisten
Neben der zusätzlichen Vorbereitungszeit erinnert sich Kenny Hallaert vor allem an die enorme öffentliche Aufmerksamkeit während der früheren Finalphase. Durch die mehrmonatige Berichterstattung wurden die Finalisten weit über die Pokerszene hinaus bekannt.
Der Belgier berichtet, dass ihn Menschen sogar im Alltag oder auf Reisen erkannten und ihn um Fotos baten. Nach seiner Einschätzung blieben die Spieler durch die längere mediale Präsenz deutlich stärker im Gedächtnis der Pokerfans als bei den heutigen, deutlich schnelleren Abläufen.
Der mentale Kraftakt beim Main Event
Für Kenny Hallaert ist ein tiefer Lauf im WSOP Main Event trotz aller Erfolge vor allem eine körperliche und mentale Herausforderung. Mit jedem weiteren Turniertag steigen Anspannung und Schlafmangel, wodurch die Belastung immer größer wird.
Trotz dieser Strapazen beschreibt Kenny Hallaert das Main Event als den Traum jedes Turnierspielers. Die Möglichkeit, um den prestigeträchtigsten Titel im Poker zu kämpfen, mache den enormen Druck letztlich mehr als wett.
Neue Finaltischpause könnte idealer Kompromiss sein
Für die Zukunft sieht Kenny Hallaert Vorteile in der neuen Struktur der World Series of Poker. Vor dem Finaltisch des Main Events 2026 ist erstmals eine dreiwöchige Pause vorgesehen.
Nach seiner Einschätzung bietet dieses Modell ausreichend Zeit für Organisation und Vorbereitung, ohne dass die Geschichte des Turniers in Vergessenheit gerät. Gleichzeitig könnten Zuschauer und Medien die Finalisten besser kennenlernen, während die Spannung rund um den wichtigsten Pokertisch des Jahres erhalten bleibt.









