
Der Jugendschutz bei Sportwetten in der Schweiz weist erhebliche Schwächen auf. Das zeigt eine aktuelle Testkauf-Aktion der interkantonalen Geldspielaufsicht: 16- und 17-jährige Jugendliche konnten in 47,5 Prozent aller Versuche trotz Verbots Sportwetten abschließen. Besonders problematisch schnitten Selbstbedienungsautomaten ab, an denen Minderjährige teilweise in mehr als neun von zehn Fällen erfolgreich waren.
Die Ergebnisse sorgen für deutliche Kritik, da Sportwetten aufgrund ihres hohen Suchtpotenzials in der Schweiz erst ab 18 Jahren erlaubt sind.
Automaten als größte Schwachstelle
Für die Untersuchung wurden insgesamt 200 Testkäufe in den Kantonen Zürich und Waadt durchgeführt. Während Jugendliche in der Westschweiz in 39 Prozent der Fälle erfolgreich waren, lag die Quote im Kanton Zürich sogar bei 56 Prozent. Besonders alarmierend fiel das Ergebnis an Selbstbedienungsautomaten aus: Dort konnten Minderjährige im Kanton Zürich in 90,9 Prozent der Versuche Wetten platzieren.
Swisslos kündigt Verbesserungen an
Auch Swisslos räumte Handlungsbedarf ein. Der Anbieter kündigte an, Testkäufe künftig auszuweiten und Verkaufsstellen mit Verstößen gezielt anzusprechen. Zudem wird geprüft, an Wettterminals künftig technische Lösungen wie eine Ausweiskontrolle einzuführen.
Online gelten bereits strengere Regeln: Dort müssen sich Kunden registrieren und ihre Volljährigkeit mit einem amtlichen Ausweis nachweisen.
Weitere Maßnahmen möglich
Sollten sich die Ergebnisse bei zukünftigen Kontrollen nicht verbessern, behält sich die interkantonale Geldspielaufsicht ein offizielles Aufsichtsverfahren sowie weitere Maßnahmen vor. Gleichzeitig warnt Swisslos davor, den Zugang zu legalen Sportwetten zu stark einzuschränken, da dadurch illegale Anbieter profitieren könnten.









