Phil Ivey und der Edge Sorting Skandal – Können diese Augen lügen?

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Phil Ivey hatte sich im Vorfeld zu den Prozessen rund um den Edge Sorting Skandal in einem Interview dazu geäußert und seine Sicht der Dinge erklärt. Mittlerweile haben die Gerichte in den USA ja entschieden, dass Ivey die im Borgata erspielten Gewinne wieder zurückzahlen muss.

Die aktuelle Situation ist also einigermaßen geregelt, auch wenn Ivey erklärt, das Geld nicht zahlen zu können. Wir hingegen haben uns noch einmal mit diesem Interview beschäftigt, viel mehr wir haben den Mimik- und Körpersprache-Experten Guy Overmann gebeten, das für uns zu übernehmen.

Mit dem Wissen von heute hat Guy das Video und die darin getätigten Aussagen von Phil Ivey unter die Lupe genommen und zieht daraus durchaus spannende Erkenntnisse. Hier zur Einstimmung noch einmal das Interview in voller Länge:

Guys Analyse des Video-Interviews

Es wird versucht, Phil Ivey aufgrund seiner Mimik im Gespräch mit dem Journalisten zu analysieren. Dabei macht man sich vorab einmal ein Bild davon, wie er aussieht, wenn er stressfrei erzählt, ohne Druck. Danach werden diese Eindrücke Schritt für Schritt mit den Aussagen verglichen, wenn es zum Thema Baccarat kommt, um daraus dann eventuelle Rückschlüsse ziehen zu können.

Es wird bewusst darauf verzichtet, Ivey der Lüge oder des Betrugs zu bezichtigen, da die vorliegende Analyse keinerlei Beweiskraft hat und nur eine Einschätzung geben kann. Es geht also um eine rein informative Analyse. Zu Beginn des Interviews erzählt Ivey ziemlich entspannt wie er ursprünglich zum Pokern kam, dass er ein Spiel im Hinterzimmer seines Opas gesehen und dieser ihm dann das Pokerspiel beigebracht hatte.

Augen- und Mundpartie sind total entspannt, keinerlei Hinweise auf Stress (linkes Bild). Ivey zieht die Augenbrauen kurz hoch (rechtes Bild), beim Sprechen ist dies ein Hinweis darauf, dass der Sprechende etwas betonen will (wie hier, dass er als erstes Pokerspiel 5 Card Stud lernte) und wir sehen weiterhin ein Gesicht ohne jegliche Anspannung.

Dieses Bild zeigt Ivey nachdem er zugibt, bereits mit 15/16 Jahren Casinos besucht zu haben und hierbei einen gefälschten Ausweis vorlegte. Eher schelmisches Grinsen, da Ivey sich sehr wohl bewusst ist, damals etwas Illegales getan zu haben, ihn jedoch heute keine Strafe mehr für dieses Vergehen erwartet. Keinerlei Sorge oder Ängste in seinem Gesicht.
Sobald sich die Fragen um das Thema Baccarat drehen, sieht man Ivey den Stress deutlich an. Die Mundwinkel sind angespannt, die Augen weit geöffnet, Unsicherheit und Sorge sind klar zu erkennen. Verstärkt werden diese noch durch das sogenannte „Verschinden“ der Lippen, welches ein sehr deutliches Anzeichen dafür ist, dass dem Betreffenden etwas nicht gefällt. Das kann eine Bemerkung, eine Frage oder ein Umstand sein, der ihm erheblich missfällt.

Wie auch in folgendem Bild, als Ivey auf die Frage des Reporters nach dem Grund für das Einsetzen eines asiatischen Dealers gefragt wurde. Er antwortet daraufhin sichtlich und auch akustisch ziemlich nervös, dass seine Begleiterin (die Spielerin Cheung Yin „Kelly“ Sun) asiatisch gewesen sei.
Ich finde, dieses Bild ist ziemlich aussagekräftig, was den Wahrheitsgehalt der Aussagen von Ivey in diesem Kontext angeht. Ich überlasse es jedem Leser selbst, dies zu interpretieren…

Auf die abschließende Frage, ob Ivey irgendetwas Falsches oder Illegales getan hätte entgegnet er, dass er absolut und zu 100% nichts Falsches oder Illegales getan hätte. Hier sein Gesichtsausdruck während dieser Aussage:

Auffällig ist hier wieder das Zusammenpressen der Mundwinkel (linkes Bild) sowie das leichte Absenken des Kopfes nach der Aussage. Außerdem zieht er abschließend nochmal die Augenbrauen hoch (in den laufenden Bildern besser zu erkennen), um seine soeben gemachte Aussage noch stärker zu untermauern.

Auch hier überlasse ich es gerne dem Leser, seine Schlussaussage zu bewerten und sich seine eigene Meinung zu bilden. Meine Entscheidung, ob er hier die Wahrheit sagt oder eben nicht, steht jedenfalls fest. Allerdings bitte ich um Verständnis, dass ich diese hier nicht öffentlich kundtun werde.