
Nach 3 Wochen Pause ging es (wie in „alten Zeiten) erst nach dieser Turnierunterbrechung im WSOP Main Event nach 8 gespielten Tagen mit dem Final Table in den Paris & Horseshoe Casinos Las Vegas mit der Entscheidung im wichtigsten Pokerturnier des Jahres weiter. Mit sicheren $1.000.000 waren von 9.208 Startern die letzten 9, die sogenannten „August Nine“, zurück an den No-Limit Hold’em World Championship Finaltisch der 57. World Series of Poker gekehrt, um an 3 Tagen den Pokerweltmeister und Gewinner von $10.000.000 aus dem $85.634.400 Preispool zu küren. Neben dem 22-jährigen Monsterchipleader Lucas Jumalon, waren auch noch der in der Schweiz geborene Ex-Bundesliga-Eishochkeyspieler Greg „FBT“ Müller und der Elsässer Mario Boos mit im Kampf um den Einzug in die Pokerannalen!
Hier findet ihr die gesamte hochgepokert-Berichterstattung der WSOP 2026!

Das $10.000 WSOP Main Event (Event #82) im Überblick
- Event: #82 – $10,000 WSOP Main Event NLH World Championship
- Termin: 2. bis ? Juli
- Buy-In: $10.000
- Format: No-Limit Hold’em
- Late Registration: 7 Levels (2 Levels in den Tagen 2)
- Starting Stack: 60.000 Chips
- Leveldauer: 120 Minuten
- Sieger 2025: Michael Mizrachi ($10.000.000)
- Entrys 2025: 9.735
- Preisgeld 2025: $90,535,500
Das sind die „August Nine“
So liefen die 8 Spieltage vor dem Final Table im WSOP Main Event
Die Chipcounts zum Start des WSOP Main Event Final Tables

| Pos (CC) | Player | Country | Chip Count | Big Blinds | Seat |
| 1 | Lucas Jumalon | United States | 194.000.000 | 129 | 9 |
| 2 | Rami Hammoud | Canada | 79.000.000 | 53 | 7 |
| 3 | Jamie Shaevel | United States | 56.000.000 | 37 | 5 |
| 4 | Greg Mueller | Canada | 48.500.000 | 32 | 4 |
| 5 | Michael Gagliano | United States | 46.500.000 | 31 | 2 |
| 6 | Mario Boos | France | 44.000.000 | 29 | 3 |
| 7 | Lauri Saaskilahti | Finland | 37.500.000 | 25 | 1 |
| 8 | Han Feng | United States | 25.000.000 | 17 | 6 |
| 9 | Evagoras Evagorou | Cyprus | 22.500.000 | 15 | 8 |
Tag 3 vom WSOP Main Event Final Table
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war alles für das große Finale der $10.000 No-Limit Hold’em World Championship, dem WSOP Main Event 2026, angerichtet. Vor dem 11. und letzten Spieltag hatten sich unter 9.208 Teilnehmern, die besten 2 ins epische Heads-Up durchgeschlagen. $6.000.000 waren ihnen jeweils aus dem $85.634.400 Preispool sicher, für den Sieg sollte 10 Millionen Dollar und den Weltmeistertitel geben. Dabei hatte das Main Event der 57. World Series of Poker allein an den 3 Final Table Spieltagen alles gesehen, was Poker ausmacht – Bad Beats, Lucky Draws, Poker nach Lehrbuch, Entscheidungen aus dem Bauch heraus, Table Bullies (OK, eigentlich davon nur einen), Cinderella Stories, jede Menge Drama und sehr sehr viel Geld! An Tag 11 sollte letzteres dann in typischer WSOP-Manier auf dem Finaltisch aus Geldziegeln drapiert sein, zusammen mit dem Weltmeisterschafts-Armband, das allein schon einen Wert von über $500k besitzt.

Das WSOP Main Event ist quasi seit seiner Geburtsstunde ein Event der immer neuen Rekorde. In der Nacht sollte nicht nur die Entscheidung über den letzten $4M-Payjump, sondern auch darüber fallen, ob es mit dem 22-Jährigen Lucas „JumaLu“ Jumalon den zweitjüngsten (nach Joe Cada) Main Event Champion aller Zeiten, und dabei evtl. den ersten Start-Ziel-Sieg am Finaltisch seit Koray Aldemirs Erfolg 2021 geben würde. – Oder eben darüber, ob es mit Business Owner und Hobbyspieler Lauri Saaskilahti den ersten finnischen WSOP Main Event Champion zu feiern gebe. Zudem würde er damit den Pokerpros einen Strich durch die Rechnung machen und mit seinem eher intuitiven Spiel, zur Freude der Zuschauer, für einen Außenseitersieg sorgen. Die Chance dafür standen besser denn je, denn mit einem Chipdefizit von „nur“ 75:109 Big Blinds war er Jumalon so dicht auf den Fersen wie seit Tagen (bzw. durch die Pause vor dem FT, seit Wochen) niemand mehr!


Unterstützung erhielten die letzten beiden Gladiatoren des Main Events lautstark von ihren Rails. Aus Skandinavien waren Freunde und Familie von Lauri Saaskilahti angereist, u.a. auch seine Ehefrau. Für Lucas Jumalon standen neben seinen Eltern viele Freunde an der Rail, die sich für ihn in T-Shirts mit den Aufdrucken „Baby MaLu Crew“ oder, frei nach Kobe Bryant, „Unfinished Business“ geworfen hatten. Darunter war auch CoinPoker Pro Patrick „pads“ Leonard, der als Pokerjam-Erfinder auch in der Rolle des Zuschauers und Mentors am Ende eine entscheidende Rolle spielen sollte.


Das ikonische „Shuffle up and deal!“ kam am 11. und letzten Tag des WSOP Main Events von niemand Geringerem als dem Vorjahressieger Michael „The Grinder“ Mizrachi selbst. Er hatte 2025 nicht nur 9.374 Kontrahenten hinter sich gelassen und damit die $10M Siegprämie gewonnen, sondern sich nach seinem vorausgegangenen Erfolg bei der Players Championship dadurcg spontan in die Poker Hall-of-Fame katapultiert. Wenn ihm Chipleader Lucas Jumalon einmal dorthin folgen möchte, müsste dieser jedoch noch mindestens 18 Jahre warten, da die illustre Ruhmeshalle erst ab 40 Jahren für Nominierungen geöffnet wird. – Mizrachi war es auch, der mit denselben ikonischen Worten am 2. Juli die ersten Karten im WSOP Main Event in die Luft brachte!

Mit einem für Livestream-Verhältnisse großen Delay startete ab 04:30 Uhr MEZ die TV-Übertragung, in den USA auf ESPN2, in Europa auf Eurosport – für die deutschsprachigen Zuschauer kommentiert von Michael Körner. Für die Endphase eines MTTs immens deep gingen Saaskilahti (225.000.000 Chips / 75 BBs) und Jumalon (328.000.000 Chips / 109 BBs) ins entscheidende Duell. Die Blinds in Level 42 lagen bei 1,5M/3M-3M, was allein 50 Starting Stacks à €10.000 (= $500.000) an Ante entspricht!

Die ersten 13 Hände gingen ausgeglichen an beide Spieler (7 an Jumalon, 6 an Saaskilahti), doch in der Chipbilanz stellte sich das ganz anders da. Während Jumalon in der Regel nur kleine Pots verlor, wanderten Saaskilahtis Chips immer wieder in den Händen an seinen Gegenüber, in denen er zunächst Gegenwehr gezeigt hatte. Dabei hatte er die Bets von Jumalon gecallt, bzw. nahezu immer gesetzt wenn er mal von dem US-Amerikaner angecheckt wurde. Postflop musste der in Barcelona beruflich tätige Finne die Hände dann trotz angewachsenen Pots in der Regel niederlegen. Mit seiner loose-passive Spielweise geriet Saaskilahti bis hierhin mit 131.000.000:422.000.000 ins Hintertreffen.
Die Hole Cards der letzten beiden World Championship Contender ließen für die Zuschauer bereits vermuten, dass es zwischen ATo (beim Finnen) und A9o (beim US-Amerikaner) zum All-In kommen würde. Nach dem 2,5BB Open-Raise von Saaskilahti stellte Jumalon ihn für weitere 30 BBs all-in, was der Finne („Ich fühle mich, als würde ich in dieser Hand aufdoppeln“) mit seiner starken und auch dominierenden Starthand bezahlte. Die Stimmung in der „The Mothership“ getauften TV-Arena vom Horseshoe und Paris Casino kochte bei diesem ersten Matchball für Jumalon, auch wenn er dabei 23%:67% hinten lag. Das sollte sich jedoch schlagartig ändern, als nach dem AQ4-Flop eine 9 auf dem Turn erschien. Allerdings pickte Saaskilahti mit dem dritten Karo auch einen Flush Draw auf, der ihm mit A und T insgesamt noch 15 Outs bescherte. Zur überbordenden Freude seiner Rail, und sicher auch vieler Zuschauer, materialisierte sich ein helfendes Karo auf dem River und bescherte ihm das Double-Up. Mit 266:287 Millionen Chips (was 67:72 BBs entsprach) war Jumalon so kurz davor seinen Chiplead zu verlieren wie noch nie am Final Table. Und mit effektiv 67 BBs deep könnte es von nun an an stundenlanges Heads-Up werden.












Doch was in der allernächsten Hand, der 167. des WSOP Main Event Final Tables, passierte, wird die Pokerwelt wohl noch lange beschäftigen. Mit dem Momentum des Double-Ups im Rücken und vielleicht auch in dem Wissen mit dem nächsten Pot-Gewinn erstmalig die Führung zu übernehmen, callte der Finne im Big Blind mit J3s das übliche Minraise des Amerikaners, der Q5o hielt. Auch die Min-C-Bet auf dem AK4-Flop wurde von passionierten Hobbyspieler gecheckcallt. So weit so gut. Als dann jedoch der Bube auf dem Turn auftauchte und damit auch bereits das dritte Pik, setzte der angecheckte Jumalon satte 40 Millionen in den 20M-Pot. Auch hier fand der Finne mit dem getroffenen 3rd Pair den Call, und das auch gegen mögliche Straight- und Flush- und womöglich sogar Royal Flush Draws. Der River komplettierte mit der Pik-6 dann tatsächlich die Flush Draws, von denen „JumaLu“ mit der Pik-Dame jetzt den Nut Flush Draw getroffen hatte. Nach einem weiteren Check, ließ der 22-Jährige dann auf dem River die Bombe platzen und setzte 180.000.000 in den 100M-Pot, ein (nahezu) klassischer Powerjam! Dieser Overbet-Spielzug ist der Signature Move von Patrick „pads“ Leonard, der ebenfalls im Lager des US-Amerikaners an der Rail stand und die Action haargenau verfolgte. Trotz der (Royal)Flush- und Straight-Möglichkeiten und zwei Overcards, und der Chance, dass möglicherweise eine in einen Bluff verwandelte Hand ihn sogar im Showdown schlagen könnte, überlegte Saaskilahti den polarisierenden Powerjam seines Gegenübers zu callen. Dabei setzte er wie immer seine Sonnenbrille ab und begann sich in die Hand mit seinem Buben-Treffer hineinzureden. Dabei sagte er sogar, dass er Jumalon nur ein Ass geben würde, und ihm nach weiteren Minuten Bedenkzeit, dass er eine gute Hand hätte, jedoch nur den Buben getroffen habe. Während bei einem nachvollziehbaren Fold Saaskilahtis Stack mit 54 Bbs weiter intakt wäre, würde er mit einem erfolgreichen Hero Call zum 124:15 BBs Chipleader aufsteigen, wenn er falsch läge allerdings mit nur noch 8,5 BBs gecrippelt mit stumpfen Waffen zurückbleiben. Doch genau zu Letzterem sollte es kommen, als sich der mutige Finne zum absoluten Hero Call entschied und unter dem frenetischen Jubel von Jumalos Rail die Nuts vom Amerikaner gezeigt bekam.












Für alle, die noch nicht wissen, was ein Powerjam ist, erklären wir es in diesem Artikel!
Der 10-Mlllionen-Dollar Hero Call im Video:
Mit dem Rücken zur Wand, und einem 8,5:130 BBs Rückstand, erhielt er tragischerweise nach der verlorenen marginalen Hand als nächstes AKs! Mit dem Preflop-Limp und der anschließenden Minbet auf dem A92-Flop war jedoch hiermit bei Jumalon, der mit 64s foldete, kein Chip zurückzuholen.
Die Chance ergab sich dafür in der 169. Hand des Finaltisches, in der Lucas Jumalon kurz und schmerzlos vom Button mit K6o all-in ging, und ohne Zögern von Lauris Saaskilahti mit der besseren Hand in Form von A7o bezahlt wurde. Zwar war „JumaLu“ auch bei seinem zweiten Matchball erst einmal im Hintertreffen, doch hatte er sich mit dem kontinuierlich aufgebauten Riesenstack für diese Situationen mehrere Fallschirme gebastelt. Seine 35%ige Siegchance wurde dann mit einer 6 im Flop und einer bereits entscheidenden am Turn zu einer 100%igen und machte den 22-jährigen äußerst verdient zum Gewinner der $10.000.000 auf dem Tisch.






Lauri Saaskilahti gratulierte seinem Gegenüber direkt zum Gewinn des Main Events und bedankte sich nach einer Runde an seiner eigenen Rail auch sportlich fair persönlich bei allen Zuschauern an Jumalons-Rail per Handschlag. Das Gleiche tat auch Lucas Jumalon an der finnischen Rail, nachdem er sich aus dem Umarmungsgewirr seiner Anhänger befreien konnte.

Der Finne hatte sich bereits am ersten der drei Finaltage als der Spieler herauskristallisiert, der sich nicht um ICM oder Payjumps schert, und damit viele Zuschauerherzen und vor allem viele Chips gewonnen. Dass er so nahe an den Mega-Chipleader Jumalon, wie nach Hand 166, herankommen würde, hätten ihm die wenigsten zugetraut, den anschließenden Hero Call mit 3rd Pair auch nicht viele. Doch Lauri Saaskilahti wäre wahrscheinlich niemals in die Position gekommen, den inkorrekten Hero Call zu machen, wenn er nicht genau so intuitiv gespielt hätte, wie er das Main Event bestritten hat. Der Lohn für die beeindruckende leisten über 11 Spieltage waren 6 Millionen Dollar Runner-Up Prämie.

Neuer Pokerweltmeister im No-Limit Hold’em und damit WSOP Main Event Champion für die Ewigkeit wurde nach nur 1 Stunde Spielzeit am 11. und finalen Tag Lucas „JumaLu“ Jumalon. Der Run, die Abgebrühtheit und das Gefühl und Kalkül für die jeweiligen Situationen, gepaart mit dem erarbeiteten Kartenglück machten den 22-Jährigen zum verdienten Champion.


Im Prinzip ist es eine riesige Sensation, dass ein Spieler, der erst seit einem Jahr überhaupt Casinos in den USA besuchen darf das WSOP Main Event in so beeindruckende Art und Weise gewinnt – nur konnten sich natürlich Pokerfans und Medien aufgrund seines Mega-Chipleads 3 Wochen lang an diese Option gewöhnen.

Zwei Geldbündel von dem 10-Millionen-Dollar-Gewinn wurden von Jumalon direkt einer Echtheitsprüfung unterzogen. Und auch im Siegerinterview war weiterhin viel von seinem ungemeinen Selbstbewusstsein zu spüren, als er sagte, dass er hoffe mit seinem Sieg den Effekt auf Poker zu haben, den 2003 Chris Moneymaker seinerzeit ausgelöst hate.

Hier ist das Highlight Video vom Heads-Up:
Das Endergebnis vom WSOP Main Event Final Table 2026:


Die weiteren Payouts (10-1382) findet ihr in zugehörigen hochgepokert Artikel von Event #82!
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Tag 2 vom WSOP Main Event Final Table

Wahnsinn, it’s Mueller Time! Millionen-Drama und die finnische Faust an Tag 2!
Tag 1 des WSOP Main Event Final Tables sah das Schaulaufen in den besten Outfits, das Auf und Ab von Hobbyspieler Lauri Saaskilahti, die Cinderella-Story von Han Feng, das Um-die-Wette-Singen der Fans an der Rail, die Bustouts von Evagoras Evagorou und dem Elsässer Mario Boos, die One-Man-Show von Lucas Jumalon und vor allem das Klettern um Payjumps im Wert von weiteren $500.000.
Hier ist das Highlight Video von Tag 2:
Damit gingen nur noch die letzten 7 von 9.208 Entrys in den Kampf um den Weltmeistertitel im No-Limit Hold’em, und um die $10.000.000 Siegprämie aus dem $85.634.400 Preispool. Klarer Chipleader war weiter Lucas „JumaLu“ Jumalon aus den USA mit 85 BBs vor dem Stehaufmännchen Han Feng mit 42 BBs und dem finnischen Gelegenheitsspieler Lauri Saaskilahti mit 33 BBs. Shortstack war der in der Schweiz als Gregor Müller geborene Ex-Eishockey-Pro Greg „FBT“ Mueller mit 11 BBs.

Neben der Frage nach den gigantischen Payouts, wurden auch an FT-Tag-2 noch einige andere Fragen gestellt, und es gab auch einige Antworten. Nachdem das Ziel auf 6 Finalisten herunterzuspielen gestern nicht geklappt hatte, war das Ziel am Dienstag nicht mehr die letzten 3 für das große Finale am heutigen Mittwoch zu bestimmen, sondern 4 Spieler sollten geplant den Tag überleben. Wie unberechenbar Poker sein kann, zeigte sich dann jedoch damit, dass weder auf 4, noch auf 3, sondern direkt bis zum Erreichen des Heads-Ups gespielt wurde.
Jung oder alt?
Eine weitere Frage, die im Raum stand, war die, ob es mit dem 22-jährigen Lucas Jumalon den zweitjüngsten oder mit dem 55-jährigen Greg Mueller den drittältesten Champion in der Geschichte der World Series of Poker geben würde. Zumindest eine der beiden wurde in den frühen Morgenstunden (deutscher Zeit) im Livestream beantwortet.


4 NBA Championship Ringe … und 1 WSOP Main Event Bracelet?
Noch bevor die Karten an Tag 2 in der Luft waren, wurde auch aufgelöst, aus wessen Mund die legendären Worte „Shuffle up and Deal“ kommen sollten. Es war NBA-Star Draymond Green, der genau weiß wie sich die Championship Ringe der NBA anfühlen (der Power Forward besitzt gleich 4 davon) – das WSOP Main Event Bracelet mit einem Materialwert von über $500k wurde von dem Golden State Warrior jedoch auch einmal zur Probe angelegt.

Wie laut kann die Rail von „FBT“ sein? JAAA!
Von der ersten gegebenen Hand an lag das Hauptaugenmerk auf Greg „FullBlownTilt“ Mueller. Auf einen Move des Shorties und dadurch bestenfalls sein Bustout, warteten seine 6 verbleibenden Kontrahenten und damit auf den nächsten $250.000-Payjump. Der Deutsche Eishockey Meister (1993/94 mit dem EC Hedos München) war dann auch als erster an Tag 2 all-in mit KJo und sah zu seinem und dem Entsetzen seiner Rail, dass Caller Lauri Saaskilahti ihn nicht nur coverte, sondern mit AK auch dominierte. Während die Spieler am Tisch und die Zuschauer des ESPN2-Streams (in Deutschland live übertragen auf Eurosport) die Luft anhielten, sorgte die Rail von „FBT“ trotz oder gerade ob der scheinbar aussichtslosen Situation für mächtig Stimmung – wie in einem Eishockey-Stadion. Als sich dann im Board ein Bube materialisierte, gab es kein Halten mehr. Es war „Mueller Time“! Das Suckout des Kanadiers katapultierte ihn vom 7. und damit letzten Chiprang auf Platz 3 im Chipcount. – Damit waren zwei weitere Fragen nach kürzester Zeit beantwortet: Sollte Greg Mueller als erster an Tag 2 ausscheiden? Nein! Und ist die Rail von „FBT“ die lauteste aller Zeiten? Ja!












Jamie Shaevel wird 7. ($1.500.000)
Mit dem Aufstieg von Greg Mueller war Jamie Shaevel auf den letzten Platz im Chipcount gerutscht. Für sein absehbares All-In erwischte der US-Amerikaner jedoch leider den falschen Spot, die falschen Karten und den falschen Gegner. Sein Raise mit K6o callte Lucas Jumalon, der im Big Blind ohnehin schon Chips investiert hatte und außerdem mit KTo eine starke und sogar dominierende Hand besaß.

Das All-In von Shaevel mit seinen letzten 2 BBs checkcallte Jumalon auf dem 7-4-3 Flop und lag damit wieder einmal überraschend oder perfekt kalkuliert meilenweit vorne. Die bessere Hand hielt und warf den sichtlich traurigen Jamie Shaevel mit $1.500.000 aus dem Main Event. Das sollte bereits der 8. WSOP M.E. Cahs des US-Amerikaners sein, der vielleicht auch deswegen das Kobe Bryant Trikot mit der „8“ übergeworfen hatte.

Mueller Time, die Zweite – „Wayne Gretzky“ scoret das Double-Up!
Im nächsten All-In & Call war wieder Kufenstar Greg Mueller involviert. Der Kanadier hatte mit 99 ohne lange Überlegung vom Button aus seine letzten 13 BBs in die Mitte gestellt. Selbst als ihn sein Landsmann Rami Hammoud mit AKo aus dem Big Blind callte, machte sich der Eishockeyspieler anscheinend keine Sorgen, da „99“ auch die Trikotnummer der kanadischen Eishockeylegende Wayne Gretzky war – und was wäre ein besseres Omen als damit im WSOP Main Event am Final Table zu verdoppeln.
Und nicht nur der NHL-Rekordspieler Gretzky hielt in Kartenform, was er versprach, auch die Rail von Greg Mueller war wieder lautstark da – und stellte ihrerseits sehr wahrscheinlich einen neuen WSOP-Dezibel-Rekord auf:






Kein Finish für Saaskilahti – Double-Up mit Kings!
Eigentlich konnten 5 Spieler jetzt das Ausscheiden des supershorten Hammouds abwarten und damit weitere $500k verdienen. Doch mit Pocket Kings in den Hole Cards wird natürlich gespielt. Und das im Fall von Lauri Saaskilahti recht slow mit Small Ball Poker. Trotz allgemein sehr kurzer effektiver Stacks blieb der Finne seiner Marschroute treu, weiterhin nur zu minraisen und von Pushes jeglicher Art abzusehen. Auch wenn er dabei immer wieder Spielern wie Jumalon ins Messer lief, die ihn postflop und mit genügend Fold Equity beim Finnen ausspielten.

Seine Pocket Könige fanden Gesellschaft von AJo bei Han Feng und die beiden sahen einen QQ2-Flop. Erst hier gingen die letzten 10 BBs von dem in Barcelona wohnhaften Finnen in die Mitte und wurden von Feng bezahlt. Ein Ass oder Runner-Runner-Szenario zugunsten von Feng blieb aus, und so konnte Saaskilahti verdoppeln. Feng bezeichnete im späteren Interview diese Hand als einzige, die er misplayed hatte.

Die Rail singt die kanadische Nationalhymne für Rami Hammoud auf Rang 6 ($1.750.000)
Mit nur noch 6 Big Blinds blieb Rami Hammoud nach dem verlorenen Flip gegen Mueller gecrippelt am Ende des Chipcounts zurück. Mit QJo raiste der Kanadier und fand, wenig überraschend, in Megachipleader Lucas Jumalon einen Caller, der dazu wieder einmal eine gute, und mit A5s auch die bessere Hand hielt. Die zurückbehaltenen 1,5 BBs schob Hammoud dann auf einem 862-all-Spade-Flop in die Mitte, mit der Gewissheit vom Chipleader gecallt zu werden. So kam es auch. Auf Turn und River tauchte jedoch weder eine der Broadway Overcards noch der Flush für Hammoud auf. Damit musste der Kanadier das Main Event auf Rang 6 mit beachtlichen $1.750.000 verlassen.






Im anschließenden Interview betonte er noch einmal, dass ihm das Geld egal sein, die Unterstützung bei seinem Deep Run durch Freunde, Spielerkollegen und Familie allerdings unbezahlbar seien, gerade weil er unter dem Imposter-Syndrom leiden würde, wie er unverblümt zugab. Hammoud wurde bei seinem Ausscheiden emotional, als seine Rail für ihn die Kanadische Nationalhymne sang – ein Moment, der einem auch als TV-Zuschauer das Pippi in die Augen trieb!

Bei „JumaLu“ läuft es weiter wie geschnitten Brot!
Dass er sich mit seinem Riesenstack in so viele Hände wie möglich verwickelt und dabei maximalen ICM-Druck auf seine Kontrahenten ausüben sollte, war kein Geheimnis und von der ersten Hand am Final Table glasklar. Dass Lucas Jumalon dabei aber auch bereits traf wie ein Weltmeister, sollte die Aufgabe ihn einzuholen für seine Konkurrenz dann nahezu unmöglich machen. Selbst Momente, in denen der 22-Jährige direkt ein Full House floppte, verliefen so zu seinen Gunsten, dass er dabei sogar noch 3-way-Action erhielt. Während Greg Mueller in besagter Hand, die ganze Eskalation mit seiner frechen Minbet auf dem Flop ins Rollen gebracht hatte, konnte er sich mit den daraus gesammelten Informationen noch aus der Hand verabschieden. Das galt jedoch nicht für Han Feng, der Jumalon auf Flop und Turn bezahlte und lediglich auf dem River Glück hatte, dass sich das Board pairte und der Chipleader dadurch die Füße stillhielt.

German Virgins knacken Pocket Asse für $2.250.000 – Feng wird 5.!
Nach der überspielten Hand gegen Jumalon war Feng gleichauf mit Gagliano das Schlusslicht im Chipcount. Was könnte es da Besseres geben, als wenn man mit 8 BBs Pocket Asse gedealt bekommt, das Minraise von Greg Mueller mit Pocket Jacks nur bezahlt wird, und Lauri Saaskilahti die beiden mit einem Re-Raise mit Pocket 9en all-in stellt. Natürlich zahlte Feng mit der bestmöglichen Starthand das All-In, wogegen Greg Mueller richtig tief in den Tank ging und auch aufgrund des ICM-Szenarios letztendlich seine Buben im Muck entsorgte.
Erst erleichtert nicht in die Asse gelaufen zu sein, gleichzeitig aber auch enttäuscht über die verpasste Situation die Pocket 9en dominiert zu haben, sah Mueller von seiner Rail aus zu, wie im Board T83-J auftauchte, was ihm zwar das Top-Set geturnt hätte, den anderen beiden jedoch den Nut Flush Draw (Feng), bzw. Open Ended Straight Draw (Saaskilahti) brachte. Feng war als klarer Favorit weiterhin zuversichtlich und flüsterte seiner Rail, zu dass er sich gerade nicht „deutsch“ fühle, was wohl eine Anspielung auf den Namen der gegnerischen Hand, die „German Virgins“, war. Doch letztendlich sollte für die deutschen Jungfrauen der OESD auf dem River dann doch einschlagen und Saaskilahti das erfolgreich Suckout und jede Menge Chips bringen, während Mueller mit seinem Hero Fold dem Schicksal noch einmal von der Schippe gesprungen war. Han Feng musste mit gecrackten Aces, dem bittersten Bustout im Poker, den Weg zum Cash Desk antreten, wo auf ihn als 5. satte $2.250.000 warteten.
Da ist die Finnen-Faust – Saaskilahtis Hero Call ändert schlagartig alles!
Zwischen all diesen Händen machte Jumalon getrost damit weiter, womit er bereits vor mehrern Spieltagen angefangen hatte, nämlich als Chipleader Bully-Poker zu spielen. Gerade mit einem extrem shorten Stack am Tisch (Gagliano mit 4 BBs) wagte niemand von den gestandenen Spielern ein Postflop All-In von Jumalon zu callen. Das galt anscheinend aber nicht für den Hobbyspieler Lauri Saaskilahti. Der Finne hatte sich schon an Tag 1 am Final Table immer wieder in Hände mit dem Monsterchipleader verwickelt, konnte diesem jedoch nicht einmal postflop Paroli bieten. Genau danach sah es auch wieder aus, als er mit Pocket 10en nur minimal raiste und damit auch Jumalon, der im Big Blind 43o hielt, auf den Flop mitnahm. Dort wurden 942 als Gemeinschaftskarten aufgedeckt, und der Pot stieg auf über 60 Millionen Chips an. Der Turn brachte mit der 5, dann Jumalon zu seinem Paar noch einen OESD, womit er seinen finnischen Kontrahenten all-in stellte. Der hielt zwar ein Overpair, sah aber auch, dass er bei einem Fold weiterhin auf Platz 2 im Chipcount in Richtung $6-Millionen-Runner-Up-Payout lag, während ihm bei einem Call das Aus auf Rang 4 für lediglich $2.750.000 drohte. Saaskilahti, der interessanterweise die Sonnenbrille in schwierigen Situationen immer ab- und in unwichtigen Situationen aufsetzte, sagte Jumalon direkt auf den Kopf zu, dass er von einem Paar plus Draw beim Amerikaner ausgehe. Vielleicht war ICM ein Fremdwort für den Hobbyspieler oder das Spiel um den Sieg einfach zu verlockend, oder der Finne kannte so etwas wie Nerven einfach nicht.






Jedenfalls callte er nach einiger Überlegung, dann allerdings sehr selbstbewusst. Mit seinem Overpair lag er 70:30 vorne und blieb das auch bis zum Ende der Hand. Bis dahin hatte er Jumalon ohne zu blinzeln nicht aus den Augen gelassen. Als das Double-Up für Saaskilahti perfekt war, fiel jedoch seine Coolness ab, und er holte erst einmal die Finnen-Faust raus. Außerdem bedachte er Jumalon mit einem Fingerzeig – nur gut, dass neben Draymond Green nicht auch noch Sophie Cunningham bei derartigem Gebaren anwesend war.

Von nun an sollte sich die Dynamik am Finaltisch komplett ändern. Saaskilahti war mit über 200 Millionen Chips jetzt in Schlagdistanz zu Jumalon und gewillt auch marginale Hände gegen den US-Amerikaner zu spielen. Und auch die Finnen-Faust kam dabei das ein oder andere weitere Mal aus der Tasche!

Gags schleicht sich zu $2.750.000 auf Rang 4
Seit Tagen am unauffälligsten hatte Michael „Gags“ Gagliano gespielt. Als 4-facher Braceletgewinner wusste er genau, wie man große Events gewinnt, und Abwarten gehört ganz offensichtlich auch dazu. Bis auf Rang 4 hatte sich „Gags“ gespielt, als er schließlich seine letzten 3 BBs mit KQo in die Mitte stellte. Greg Mueller callte den Einsatz mit seinen Pocket 4en, in der Hoffnung das Board mit dem hinter ihm sitzenden Chipleader Lucas Jumalon durchzuchecken. Doch diese Rechnung hatte er ohne den 22-Jährigen Table Sheriff gemacht, der einfach beide Spieler KJo haltend all-in setzte. Ein lautes „Fuck“ von Mueller zeigte deutlich, dass diese Aktion nicht im Sinne des Ex-Hockey-Pros war, der sein Pocket Pair daraufhin entsorgte. Mit der dominierenden Hand sah es somit ganz nach einem Triple-Up für „Gags“ aus. Doch ein weiteres Mal hatte Lucas Jumalon das Glück des Tüchtigen (oder des Aggressiven) und traf auf dem Turn seinen Buben. Der River brachte keine Änderung mehr, und so blieb es bei 4 Braceletgwewinnen für Gagliano und $2.750.000 Payout!






Ausgemuellert! FBT landet für $3.750.00 auf dem Bronze-Rang!
Eigentlich waren Zuschauer und auch die Spieler davon ausgegangen, dass bei 3 verbleibenden Spielern Schluss sei, und die Chips für Tag 3 eingetütet werden würden. Das sah die Turnierleitung jedoch anders und so wurde etwas überraschend weitergespielt. Gleich in der ersten Hand im 3-Handed-Play pushte Greg Mueller all-in, der mit gerade einmal 12 BBs gegenüber fast 100 bei Jumalon und 60 bei Saaskilahti ganz klar das Spin-Up suchen und finden musste. Sein erster Push wurde nicht bezahlt. Dafür verwickelte er sich im Battle-of-the-Blinds in eine Konfrontation mit dem Finnen, der Pocket Könige hielt, während der Kanadier mit T4o ein typisches Big-Blind-Special besaß. Damit traf er auf dem AA4-Flop allerdings 2 Paar, von denen er sich nach zurückhaltend gespielten Flop und Turn auf dem River dann nicht mehr trennen konnte. Dort ging Saaskilahti auf dem AA4J3-Board all-in und erhielt, von den aufgestellten Kameras und auch von der Dealer-PoV-Cam gefilmt, einen Hero Call von „FullBlownTilt“. Damit lag der kanadische Publikumsliebling jedoch nicht richtig. Unter dem Applaus seiner Rail, und der Anerkennung seiner letzten beiden Kontrahenten belegte „Gregor Müller“ am Ende für $3.750.000 Rang 3.








Heads-Up auf Augenhöhe zwischen Poker-Pro und Hobbyspieler!
Damit werden wir heute nicht nur ein Heads-Up um den letzten Payjump in Höhe von $4.000.000 und den No-Limit Hold’em World Championship Titel sehen, sondern auch eins zwischen dem abgebrühten Poker Pro Lucas Jumalon und dem etwas intuitiveren Gelegenheitsspieler Lauri Saaskilahti. Was will man als Pokerfan mehr?! Beide haben jeweils bereits 6 Millionen Dollar sicher und können diese Prämien noch auf 10 Millionen Dollar aufstocken. Wem das gelingen wird, und wem das WSOP Main Event Gold Bracelet genauso gut steht wie Draymond Green, werden wir heute Nacht erfahren.

Die Chipcounts am Ende vom WSOP Main Event Final Table Tag 2:

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Tag 1 vom WSOP Main Event Final Table

WSOP Main Event Final Table – „Wir spielen doch bloß Karten!“ – Jumalon weiter top bei 7 left, Feng holt auf!

Hier Ist das Highlight Video von Part 1 des Final Table:
108 Hände wurden am ersten der drei angesetzten Finaltischtage im „The Mothership“ getauften TV-Areal in Las Vegas gespielt. Das mag sich mittelmäßig viel anhören, waren jedoch bereits im ersten Drittel der Entscheidungsfindung am Finaltisch bereits mehr Hände als in den vorausgegangenen Jahren insgesamt am WSOP Main Event Final Table gespielt wurden (2025: 80 Hände, 2024: 79 Hände). Das zeigte auch, dass trotz des Rekord-Chipleads von Lucas Jumalon (35,08% aller Chips zum FT-Start und 20,79% Vorsprung auf den zweitgrößten Stack), niemand am Montag durch das auf 9 Finalisten dezimierte Feld pflügte.

Für den großen Auftritt im Fokus der gesamten Pokerwelt hatten sich die „August Nine“ allesamt in Schale geworfen, um vor den Livestream-Kameras von ESPN2 (in Europa live auf Eurosport) nicht nur pokertechnisch ein gutes Bild abzugeben: Der maßgeschneiderte Anzug von Lauri Saaskilahti saß perfekt, Lucas Jumalon hatte ein Scarface T-Shirt mit dem Konterfei von Tony Montana für seinen großen Auftritt ausgewählt, Jamie Shaevel hatte sein Kobe Bryant Trikot aus dem Schrank geholt, Han Feng war mit Federboa und brustfrei im One Piece Cosplay von Donquixote Doflamingo und mit Solana Bitcoin Patch an den Finaltisch gekommen, der 4-fache WSOP-Bracelet-Sieger Michael Gagliano saß von BetMGM Poker gebrandet am FT, der dreifache Braceletbesitzer Greg „FBT“ Mueller im Outfit von 3Bet, Mario Boos war im Armani Trainingsanzug an den Tisch gejoggt und der Zypriot gab Evagoras Evagorou gab sich patriotisch in die Landesfarben gehüllt – allerdings nicht in die eigenen, sondern die der USA. Ein ganz besonderes Accessoire hatte Rami Hammoud als erprobten Lucky Charm im Handgepäck: Die legendäre Brille von WSOP Main Event Champion Greg „Fossilman“ Raymer!

Pokertechnisch startete der Spieltag ebenfalls verheißungsvoll mit Pocket Assen für Han Feng, die dem 2nd Shortstack des FTs ein gutes Gefühl und auch einen extrem guten Spieltag bewscheren sollten. In den ersten 25 Händen eskalierte nichts am Finaltisch, zur Freude aller (deutschen) Eishockeyfans konnte Greg „FBT“ Mueller einige Chips einsammeln und sich zeitweise auf Rang 2 im Chipcount schieben, während es für den deutschsprachigen Franzosen Mario Boos bergab im Chipcount ging. Doch im Prinzip waren alle Stacks auf den Rängen 2 bis 8 (63-48 Millionen) in etwa gleichauf, während vorne Lucas Jumalon seine Kreise zog und die 200 Millionen Marke mit seinem Stack überschritt. Worauf alle warteten war klar, das Bustout von Shortstack Evagoras Evagorou.

Dazu solltest es zunächst jedoch nicht kommen, da Lucas Jumalon nach einem UTG-Openraise mit A3o und dem Big-Blind-Call des Zyprioten mit QJs, auf einem Q-T-9 Board den Spieler von der Mittelmeer-Insel all-in setzte, der nicht nur Top-Pair, sondern auch einen open-ended Straight-Flush-Draw gefloppt hatte. Der obligatorische Call, sollte erst einmal den Stack von Evagorou verdoppeln.

Lucas Jumalon wurde damit erst einmal in seinem Momentum gestoppt und verlor auch in den nächsten Händen in etwa ein Viertel seines riesigen Stacks. Ganz am Ende des Chipcounts lag nun Han Feng mit lediglich 7 BBs.

Trotz des shorten Feng war es dann doch Evagoras Evagorou, der als erster den Finaltisch verlassen musste – in einem typischen Flip, mit einer bei Pokerspielern schicksalshaften Hand. Nachdem Jamie Shaevel aus Früher Position mit AQo erhöht hatte, fand Evagorou Pocket Jacks in seinen Hole Cards und stellte seine 12 BBs in die Mitte, was Shaevel callte. Ein Ass im Board sollte das Schicksal des in die US-Flagge gehüllten Zyprioten besiegeln, der mit $1.000.000 Payout für Rang 9 seinen mit Abstand größten Pokererfolg feiern konnte.

Auch an der nächsten All-In-Entscheidung sollte Jamie Shaevel wieder beteiligt sein, als er mit Pocket 10en am Button zunächst das Open-Raise von Michael Gagliano callte und dann nach einigen Minuten im Tank auch den 21 BB-All-In-Push von Rami Kammoud hinter ihm aus dem Big Blind. Diesmal waren die Rollen jedoch andersrum verteilt. Hammoud hielt diesmal AQo, während das Pocket paar in Shaevels Händen war. Wiederum tauchte ein Ass im Board auf und verdoppelte den Kanadier Hammoud.

Die nächsten 20 Hände waren von kleineren Pots geprägt, im Chipcount bewegte sich eigentlich nur Lauri Saaskilahti über die 100-Millionen-Marke tsetig nach oben, während Greg „FullBlownTilt“ immer wieder einige Blinds verlor und in Summe deutliche Teile seines Stacks einbüßte.

Die nächste All-In Situation sollte ausgerechnet zwischen den Shortstacks Mario Boos und dem letzten im Chipcount, Han Feng passieren. Boos hatte vom Cutoff mit AQs eröffnet und Feng aus dem Big Blind mit A4s seine letzten 4BBs in die Mitte gestellt, was der Franzose callte. Damit sah alles nach dem Bustout des am lautetsten gekleideten Spielers aussehen, doch traf er auf dem Turn seinen 3-Outer, und konnte damit nicht nur das erste große Suckout am Final table austeilen, sondern seinen Stack aus dem tiefroten Bereich auf erst einmal 10 BBs verdoppeln.

Zu diesem Zeitpunkt schien Jumalon sein Selbstbewusstsein und das Gaspedal wiedergefunden zu haben, da er die Rolle des Table Bullies wieder an sich nahm und auch von, für ihn erfolgreichen, Konfrontationen mit dem anderen Big Stack, Lauri Saaskilahti nicht scheute.

Trotz des vorausgegangenen Double-Ups gegen Mario Boos war Han Feng immer noch (etwa gleichauf mit Boos) der Shortstack, auf den die Augen von Zuschauern und Kontrahenten somit besonders gerichtet waren. Als Jumalon ein weiteres Open Raise spielte, callte Feng im Big Blind. Das tat er auch auf die C-Bet, die ihn all-in setzte. Auf dem T-9-2-Flop hielt Jumalon mit KJo zwei Overcards und einen Gutshot, von dem jedoch nur der Straight Draw gegen die slow gespielten Pocket Könige von Feng eine Gefahr für diesen darstellten. Die Dame tauchte nicht im Board auf und so verdoppelte Feng ein weiteres Mal.

Zu einem Zeitpunkt, wo Jumalon weiterhin dafür sorgte, dass keiner der anderen Stacks in den grünen Bereich kommen sollte, war es an der Tagesordnung, dass auch die Midstacks mit ihren 40M+ Stacks regelmäßig (bei Blinds 1M/2,5M) open-pushten oder 4-Bet-Shoves spielten, ohne dass es jedoch ein All-In & Call gab. Das sollte erst wieder der Fall sein, als Mario Boos preflop mit Pocket 8en raiste und das Re-Raise von Lauri Saaskilahti für all seine Chips dann callte. Der Finne hielt K9o, was genau für einen Coinflip reichte, den er mit einer 9 im Board gegen den Franzosen gewinnen konnte.

Mit Mario Boos schied der vorletzte Europäer aus dem WSOP Main Event aus. Der vor allem im King’s Resort bekannte Grinder konnte für seine hervorragende 9-tägige Poker Performance im NLH WC Event auf Rang 8 am Ende $1.250.000 mitnehmen.

Nach dem Ausscheiden des Franzosen wurden noch 13 Hände gespielt, die vor allem Han Feng Glück bzw. das nötige Selbstbewusstsein für gut getimte 3-Bet und 4-Bet Shows (vor allem gegen Rami Hammoud) geben sollten. Der US-Amerikaner brachte es so ohne weiteren Showdown zu 106.500.000 Chips (43 BBs) am Ende des Tages. Womit er vom 2nd Shortest Stack zum Start des Final Tables zum 2nd Chipleader wurde, was sicherlich die Performance des Tages war.

Auf Rang 3 liegt Lauri Saaskilahti mit 34 BBs, der am Montag überzeugen konnte und lange Zeit danach aussah, als ob er derjenige sein würde, der Lucas Jumalon vom Chipleader-Thron stoßen könne.

Die Positionen 4 bis 7 im Chipcount besitzen zwischen 18 und 12 BBs und liegen unter großem ICM-Druck alle nah beieinander. Dabei haben die als Midstacks gestarteten Spieler die Shorties Saaskilahti und Feng an ihnen vorbeiziehen lassen, während sie allerdings auch zwei Payjumps mitnehmne konnten, die alle Tag-2-Spielern des WSOP Main Event Final Tables jetzt mindestens $1.500.000 Payout sicherten.

An der Spitze liegt mit 212.000.000 Chips, bzw. 85 BBs, weiterhin Lucas Jumalon, der seine Führung nach der schnell erreichten 200-Millionen-Marke verteidigen konnte, ohne die Rolle des Table Sheriffs jemals abzugeben. Mit Spannung wurde darauf gewartet, wie der junge US-Amerikaner als Rekord-Chipleader mit dem Erwartungsdruck umgehen würde, in dem ihn bereits alle als den nächsten WSOP Main Event Champion un d Gewinner der $10Millionen sahen. Die Frage beantwortet der 22-Jährige ganz lässig mit „Wir spielen alle doch bloß nur Karten!“

Die Chipcounts am Ende vom WSOP ME Final Table Tag 1:
| Pos (CC) | Player | Nat | Chips | BBs |
| 1 | Lucas Jumalon | USA | 212.000.000 | 84,8 |
| 2 | Han Feng | USA | 106.500.000 | 42,6 |
| 3 | Lauri Saaskilahti | FIN | 84.500.000 | 33,8 |
| 4 | Rami Hammoud | CAN | 45.500.000 | 18,2 |
| 5 | Michael Gagliano | USA | 42.000.000 | 16,8 |
| 6 | Jamie Shaevel | USA | 33.000.000 | 13,2 |
| 7 | Greg Mueller | CAN | 29.500.000 | 11,8 |
Die Payouts am Final Table
| Place | Player | Country | Prize (USD) |
| 1 | $10.000.000 | ||
| 2 | $6.000.000 | ||
| 3 | $3.750.000 | ||
| 4 | $2.750.000 | ||
| 5 | $2.250.000 | ||
| 6 | $1.750.000 | ||
| 7 | $1.500.000 | ||
| 8 | Mario Boos | France | $1.250.000 |
| 9 | Evagoras Evagorou | Cyprus | $1.000.000 |
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Wetten auf den WSOP Main Event Final Table
Event #82: $10.000 WSOP Main Event NLH World Championship – Turnierdaten:

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